Dann steigen wir halt ab. Na und?

Es nimmt mir keiner ab, dass ich einen Abstieg des FC Schalke 04 gar nicht schlimm finde. Dabei habe ich gute Gründe dafür. Der zentrale: Ist halt Schalke.

Ich habe die 25 Jahre meines Lebens, in denen ich am freisten war, mit den sportlich erfolgreichsten 25 Jahren des FC Schalke 04 wunderbar in Einklang gebracht. Ich war bei diversen Berliner Pokalfinals, in Mailand, Madrid, London, Amsterdam, Manchester, Prag, Basel, … und Cottbus mit meinem geliebten Verein. Darunter waren irre, phantastische, kranke, unterm Strich wunderbare Touren. Das nimmt mir keiner.

Jetzt freue ich mich auf ein neues Abenteuer in der 2. Liga. Das ist kein Scherz. Beim ersten Heimspiel mit Zuschauern werde ich wieder in der Arena sein, sofern ich eine Karte bekomme.

Was mir auch keiner abnimmt: Es passt genau mit Corona und unserer sportlichen Talfahrt – denn kein Club in Deutschland lebt so sehr von den Emotionen seiner Fans wie dieser unser FC Schalke 04. Das ist einfach nur der Beweis für eine These, für die wir lange keine Belege hatten.

Es gab wohl diese Menschen, für die Schalke wie eine Religion ist. Das war ein Hinweis darauf, was dieser Club ist und was ihn ausmacht. Aber der letztlich gültige Beleg ist erst die aktuelle Tabelle. Ohne Fans keine Punkte. Diese Losung trifft nirgendwo so zu wie auf Schalke. Mich wundert diese Lage nicht. Es passt eben genau zur DNA dieses Malocherclubs. So hab ich ihn stets verstanden, gelebt und geliebt.

Mich hat die „verlorene Vier-Minuten-Meisterschaft“ nicht zum Trauern gebracht, sondern sie hat mich fühlen lassen, was dieser Club den Menschen bedeutet. Am Ende hat diese unvergleichliche Story mir mehr gegeben als eine vollendete Meisterschaft es vielleicht hätte tun können. Ich habe das Gefühl, dass auch als Zweitligist magische Momente auf uns warten. Anders vielleicht.

Aber hört euch nur mal an, wie die Menschen, die dabei waren, heute von Fahrten nach Meppen und Kassel Ende der 80er schwärmen. Sie wurden zu einem Kult. Oder von bitteren Niederlagen vor 12.000 Zuschauern im verregneten Parkstadion. Es ist auch und vor allem das Leid, das Leiden, die Leidenschaft, nicht der Erfolg, was Schalke so besonders macht. Es ist halt Schalke.

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