Zeit für Euphorie: Menschliche Faktoren für den Erfolg

23 Sep

Es wird besprochen wie ein Wunder, dass Schalke mit fast derselben Mannschaft der schwachen Vorsaison nun einen starken Saisonstart hingelegt hat: 5 Spiele, 3 Siege, nur eine Niederlage – und die gegen Bayern. Der Punkteschnitt (10) bei genau 2: Damit landet man am Ende (68) stets im internationalen Wettbewerb. Aber was ist eigentlich anders? Es sind menschliche Faktoren.

Faktor 1: Vielleicht der entscheidende – der Chef-Trainer: Was hat David Wagner getan, um diesen Wandel herbeizuführen? Er hat mit einzelnen Spielern und mit dem Kader intensiv arbeiten lassen und bei Gesprächen offenbar die richtigen Worte gefunden – siehe Amine Harit.

Faktor 2: Eingespieltheit: Wagner lässt wenig rotieren, sondern setzt bisher auf ein gutes Dutzend Spieler, die zum Einsatz kommen. Die Startformation ändert sich von Spiel zu Spiel nur marginal. Das könnte demnächst zu einem Problem reifen, wenn Reservisten oder Spieler, die nicht einmal zum Kader gehören, unzufrieden werden. Aber bis dahin wird sicher auch die eine oder andere Verletzung für zwingende Wechsel sorgen.

Faktor 3: Apropos Verletzung: Dachte man zum Trainingsbeginn mit dem direkten K.o. von Kabak, dem Ausfall von Sané und McKennie durch Länderspiele, den Trainingsrückstand von Schöpf, die Verletzung von Uth… schon wieder an das schlimmste Schalke-Pech, hat sich diese Befürchtung aufgelöst. Im Gegenteil: Es ist kaum Platz für alle im Team, Verletzungen machen uns zurzeit kaum etwas aus.

Faktor 3: Beispiel Innenverteidigung: Wagner ist begeistert und überrascht von Benji Stambouli auf der Position. Der sei überragend aufgetreten gegen Hertha BSC und Paderborn, meinte er, das hätte er von ihm nicht erwartet. Zusammen mit Nastasic oder Sané ist so gar kein Platz für Ozan Kabak. Vier Personen, zwei Stellen. Er muss sich erst ins Team kämpfen, das wiederum wohl nur dann gewechselt wird, wenn der Erfolg ausbleibt oder Verletzungen dazu kommen. Ein anderes Beispiel dafür ist Ahmed Kutucu: Den würden alle gern früher sehen, aber Burgi, der zwar nicht trifft, arbeitet Wagners Auffassung nach perfekt mit – und spielt bisher immer von Anfang an.

Faktor 4: Spieler besser machen: Tja, das ist wohl der zentrale Erfolgsfaktor. Amine Harit ist das leuchtende Beispiel. Aber er ist es nicht allein: Omar Mascarell blüht in seiner Abräumerposition auf, auch wenn er eher Drecksarbeit leistet und darum nicht so sehr schillert. Oder Suat Serdar, der derzeit mit Kampfschwein Weston McKennie ein starkes Tandem im zentralen Mittelfeld bildet. Er arbeitet, ist technisch sehr beschlagen und hat gegen Mainz sogar für uns getroffen – nach wunderbarer Vorlage von Harit… Durch diese Form unserer Mittelfeld-Besetzung sieht man heute viel mehr gelungene Ballbesitzstaffetten als letzte Saison – obwohl die Namen dieselben sind. Schnell vorgetragene Angriffe sind endlich wieder Teil unseres Spiels.

Faktor 5: Der Spaß: Wenn es läuft, dann kommt der Spaß. Und Freude befeuert den Teamgeist. Den sieht man den einzelnen Akteuren an: Sie strahlen Spielfreude aus und haben Bock auf den Ball und dieses Mannschafts-Spiel namens Fußball.

Faktor 6: Die Neuen funktionieren: Zumindest bei einem Spieler, Jonjoe Kenny, kann man das unzweifelhaft behaupten. Bei den anderen gehen wir mal davon aus, dass das nach etwas Eingewöhnung dann auch noch kommt. Nicht wahr, Benito? 🙂

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: