Spitzen-Interview: Benni Höwedes im „Blauen Brief“

8 Nov
Das ist der Blaue Brief mit dem Höwedes-Interview (Quelle: ultras-ge.de)

Das ist der Blaue Brief mit dem Höwedes-Interview (Quelle: ultras-ge.de)

Das ist schon sehr außergewöhnlich: Unser Mannschaftskapitän Benni Höwedes hat vor dem Derby der Redaktion des „Blauen Briefs“ ein Interview gegeben. Das ist das Heft, das die Ultras Gelsenkirchen zu fast jedem Heimspiel des FC Schalke 04 herausgeben. Interessant: Das Gespräch ist wahrscheinlich nicht autorisiert oder glattgebügelt. Es ist 100 Prozent Benni – er verrät viel über sich und seine Gedanken über die Fußballwelt und die Schalkewelt. So ist es ein Plädoyer dafür, dass die Vereine ihren angestellten Profis wieder mehr Sprechfreiheit geben sollten. Warum er mal Undercover in der Kurve stand und wie er über Schalke 04 denkt? Ein absoluter Lesetipp. (Link zum Original-Interview)

Im Interview erklärt Benni, warum er sich gut vorstellen kann, bis zum Karriereende auf Schalke zu bleiben (mit einer Ausnahme): „Nicht nur, weil der Verein halt cool ist, ich identifiziere mich unheimlich mit dem Verein und ich kann mit den Strukturen und mit der Art und Weise, wie man den Verein lebt unheimlich gut leben. Das ist meine Art Fußball zu spielen und das find ich halt geil.“

Benni über sein letztes Bekenntnis zu Schalke 04: „Ich hab den Vertrag verlängert, wo wir echt ein schlechtes Jahr gespielt haben und da habe ich ja auch selbst gesagt, dass ich hier so nicht weggehen kann. Ich möchte den Verein nicht so hinterlassen, nachdem wir so ein schlechtes Jahr gespielt haben und ich will nicht so feige sein und mir das selbst so einfach machen und dann in so einer Phase gehen. (…) Wenn die Tugenden, die wir alle sehen wollen, auf dem Platz abgeliefert werden und dann einfach der Rückhalt von den Fans zu spüren ist. Wo es den Fans dann auch im ersten Moment egal ist, ob man jetzt gewinnt oder verliert, sondern einfach nur die Art und Weise wie man sich präsentiert zählt.“

Benni über ein versuchtes Undercover-Gastspiel in der Kurve: „Das war auch immer mein Wunsch, das so zu machen, also ein Auswärtsspiel mal mitzumachen. Sehen wie Fans sich auf den Weg machen, sich vorbereiten und mit welcher Leidenschaft sie das Ganze leben. Das wollte ich hautnah miterleben, nicht nur als Spieler auf dem Platz, sondern auch in den eigenen Reihen. Das war für mich keine Sache, die ich machen wollte der PR wegen, sondern ich bin da mit Kapuzenpulli möglichst Undercover rumgelaufen. Habe gedacht, dass das vielleicht noch etwas einfacher geht, aber natürlich wird man erkannt. Man hat eine ganz andere Sichtweise auf die Sache, wenn man immer auf dem Platz steht.“

Benni über neue Typen des Kaders: „Ich war mit Bentaleb und Stambouli essen und dann sagte der Bentaleb nur ‚Wir müssen jetzt Krieger sein, wir müssen auf den Platz gehen‘ und so und ich dachte mir: ‚Geil man, cooler Typ!‘.“

Benni über ein geplantes Auslands-Intermezzo: „Auch, wenn ich hier meine aktive Karriere sozusagen beenden möchte, habe ich schon vor, vielleicht mal ein Jahr in die USA oder nach Australien zu gehen, einfach um mal was anderes gesehen zu haben.“

Benni darüber, wie andere Profis seine Einstellung sehen: „Du kriegst auf jeden Fall Sprüche: ‚Warum gehst du nicht da hin, warum gehst du nicht dort hin, warum machst du das nicht?‘ Viele verstehen das nicht, warum man das macht. Ich brauch aber auch nicht das Verständnis von jedem Einzelnen und ich brauch auch nicht den Segen von jedem Spieler, warum ich mich für diese Variante entschieden habe. Ich trag das mit all meinem Stolz, den ich auch habe für diesen Verein, und da kann jeder so denken drüber wie er das möchte.“

Benni darüber, wie er in der Nachwuchsmannschaft nach Schalke kam: „Ganz ehrlich, ich bin hier hergekommen und ich glaube der damalige Trainer wusste nicht, warum die Scouts so einen geholt haben. Er hat geguckt wo noch was frei war und mich dann auf die rechte Verteidigerposition gesetzt. Den Job habe ich dann anscheinend nicht so schlecht gemacht und bin dabei geblieben. Das war mehr Zufallsprodukt, aber irgendwie hat es ja ganz gut funktioniert.“

 

Im ausführlichen Interview, das unbedingt(!) komplett(!!) lesenswert ist, spricht Benedikt Höwedes über eine Art Vorbild  (Francesco Totti), über den Unterschied zu Manuel Neuer, über einen Schalker, den er besonders bewunderte, die Fanszene auf Schalke und was Pfiffe der Fans gegen die eigene Mannschaft in jedem Einzelnen auf dem Platz auslösen. Hier geht es lang zum Gespräch. Große Klasse @BB-Redaktion und Hut ab an Benni für die Zeit, die du dir genommen hast!

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