3:2 gegen den HSV: Eine Ansage an die „Krise“

3 Mrz

26 Torschüsse, 3 Tore, einen Rückstand gedreht: Das 3:2 gegen den Hamburger SV hatte eine Menge von dem, was man sich auf Schalke wünscht. Dazu kam ein unbedingter Wille, der aus allen elf Schalkern auf dem Feld nur so heraussprühte. Einziger Wermutstropfen: Es hätte mal wieder mehr dabei rausspringen müssen. 

Denn Schalke war übermächtig, und das nicht nur bezogen auf den Zwei-Drittel-Anteil Ballbesitz und eine großartige Passerfolgsquote. Nach dem Platzverweis, nach dem erzwungenen und folgerichtigen Ausgleich erspielte sich Schalke weiter Chance um Chance. Dabei spielte auch Schiri Perl eine größere Rolle: Er übersah streng genommen drei Elfmeter (zwei auf Schalker Seite, einen für den HSV) und eine Abseitsstellung von Klaas-Jan Huntelaar beim Tor zum 2:1.

Schalke, zuletzt fünf Spiele nacheinander ohne Sieg und einmal mehr in die Kritik der Medien und der eigenen Fans, spielte von Minute 0 an so, als gehe es gegen den HSV schon fast um alles. Das wünscht sich das Fan-Herz eigentlich jede Woche, in jedem Spiel, und argumentiert dabei vor allem mit den hohen Gehältern der Spieler und den hohen Eintrittskartenpreisen, die wir Fans da Woche für Woche zahlen. So entsteht ein Anspruchsdenken (Jetzt müssen die da unten auch liefern.). Dass das nicht immer aufgeht, wissen die Fans selbst auch, haben das in dieser Saison auch schon das eine oder andere Mal geduldig ertragen. Doch zuletzt war das Pendel wieder deutlich in Richtung Ungeduld ausgeschlagen. Darum war dieses Spiel so wichtig.

Schalke 04 lieferte. Nein, kein grandioses Spiel, wie Wolff Fuß von Sky in der Konferenz zur Halbzeitpause es nannte. Nein, kein fehlerloses Spiel – eines, das sogar mit einem fetten Aussetzer von Roman Neustädter begann und auch weitere Aussetzer wie zum Beispiel von Dennis Aogo bei seinem Schuss aus drei Metern praktisch übers leere Tor zeigte. Aber ein richtig agiles Spiel mit tollen Offensivaktionen, mit schönen Toren (was für ein Schuss von Max Meyer – und was für eine Vorarbeit mit zwei binnen Sekunden gewonnen Zweikämpfen von Roman Neustädter direkt zuvor!) und einer weitgehend ordentlich gestaffelten Defensive. Trotz aller verletzungsbedingten Ausfälle (Höwedes, Uchida, Nastasic, Goretzka, Höger, Choupo-Moting). Trotz aller Kritik und dem Krisen-Gerede.

Das ist auch ein Verdienst des Trainers Andre Breitenreiter, der zurzeit wieder schweren Angriffen ausgesetzt ist: Spekulationen um eine Entlassung, um einen möglichen Nachfolger (Favre), Unsinns-Kampagnen-Storys a la „Pleitenreier“ und „Br…ten…ter hat keine Eier mehr“ vom Axel-Springer-Pseudo-Journalismus, um die Frage, ob Heidel Schalke schafft oder Schalke Heidel (merke: eine „Analyse“ noch bevor er überhaupt einen Tag auf Schalke gearbeitet hat) machen die Arbeit sehr schwer.

Das Team hat gezeigt, dass es zusammensteht. Dass es Fußballspielen kann. Dass es nicht allein von Leroy Sané abhängt, einem 20-Jährigen. Es hat gezeigt, dass es jung ist, dass es viele Talente beherbergt, denen man eins, zwei Jahre geben muss. Dass wir dann eine Mannschaft haben können, die zu mehr als Platz 6 oder 8 fähig ist. Dass wir nur endlich mal ein bisschen Geduld aufbringen und an einer Idee festhalten müssen. Ein erneuter Neuanfang ist nur eines: kontraproduktiv und eine neue (teure) Wette auf die Zukunft ohne Gewähr, dass es klappt.

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Eine Antwort to “3:2 gegen den HSV: Eine Ansage an die „Krise“”

  1. Carlito 3. März 2016 um 19:54 #

    Bin wirklich gespannt, ob es mit der Geduld auf Schalke endlich mal klappt. Bin jedoch skeptisch, kenne uns Schalker doch! 😉

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