1:3 – der Schulterschluss hält

21 Nov

 Schalke verliert 1:3 gegen den FC Bayern München. Wenn man das Konter-Tor in der Nachspielzeit abzieht, dann sogar nur 1:2. Trotz der erneuten Niederlage bleibt festzuhalten: der Schulterschluss zwischen Mannschaft und Fans hält. Die Verlierer wurden nach kämpferischen 90 Minuten mit Applaus verabschiedet. Warum das denn schon wieder?

Die Situation an diesem Spieltag ist alles andere als positiv: Leverkusen gewinnt, Gladbach gewinnt, Wolfsburg gewinnt, Schalke verliert. Es geht weiter bergab. In der Tabelle zumindest. Spielerisch muss man unserer Mannschaft aber nach diesem eins zu drei keinen Vorwurf machen. Die taktischen Vorgaben aus dem Trainerteam erwiesen sich als richtig, die Mannschaft schaffte es, diese weitgehend umzusetzen. Dabei fiel die defensive Grundordnung in diesem Duell mit dem übermächtigen Gegner auf. Schalke agierte defensiv mit einer Fünferkette, um das Flügelspiel der Bayern besser unterbinden zu können. Auch die sehr zurückgezogene Staffelung bei Ballbesitz des Gegners war für eine Heimmannschaft sicherlich ungewöhnlich. Das aber führte dazu, dass die Räume hinten bei gut praktiziertem Verschieben sehr eng waren. Dass wir zudem mit unseren jungen Wilden eine starke Konter-Mannschaft sind, weil wir nach Ballgewinn mit viel Tempo den Ball nach vorne tragen können, dürfte jedem klar sein.

Die Bayern gingen trotzdem in Führung. Dabei half ihnen aber ein unglücklich abgefälschter Ball. Ansonsten zeigte Schalke eine gute Leistung vor allem in der ersten Halbzeit, die dann auch durch einen starken Konter mit einem ausgeglichenen Spielstand zu Ende ging.

Auch nach der Pause änderte sich an dieser taktischen Grundhaltung nichts. Selbst nach dem zweiten Gegentor, dass man sicherlich durch eine bessere Defensivordnung hätte vermeiden können, blieben wir zurückhaltend und überließen den Bayern weite Teile des Ballbesitzes. Leider gelang es uns bei dem einzigen vernünftigen Konter in der zweiten Hälfte nicht, das Ausgleichstor zu erzielen – Matip vergab per Lupfer kurz vor Schluss nur knapp. Das 1:3 ist dann am Ende, als Schalke müde war und offen agierte, geschenkt.

Eine Sache bleibt taktisch falsch: Bei Ballbesitz suchen unsere Verteidiger oft den Weg via Rückspiel und dann über lange Bälle von Fährmann statt über ein geordnetes Kurzpassspiel ins Mittelfeld. Das hat zur Folge, dass der Ball zu schnell, nämlich zumeist gleich, wieder weg ist und der Gegner seinen nächsten Angriff aufbauen kann. Klar, dass ein Passspiel aus der Abwehr heraus riskant ist, wenn der Gegner früh und tief in der eigenen Hälfte attackiert. Aber ich finde, man muss das riskieren.

Nun wird es wieder Leute geben, die mir entgegen halten, dass man mit Niederlagen nicht zufrieden sein darf. Zufrieden bin ich auch nicht. Aber ich sehe immer noch eine junge Mannschaft, die sich entwickelt. Meine Geduld hat sie.

Noch ein Absatz zu Dämlichkeit von Fußballfans: Wenn Bayern- und Bochumfans sich verbrüdern und an der Nordkurve Krawall machen, dann bin ich froh, dass die Polizei hart durchgreift. So still kann ein Gästeblock sein…

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