Gastbeitrag – Causa Heldt: Was gut war und was gar nicht geht

21 Okt

Auf der Schalker Mailingliste (eine uralte Diskussionsplattform aus den Frühzeiten des Internets) wird die Causa „Leiter Sport auf Schalke“ diskutiert. Einen deutlichen Meinungsbeitrag eines SML-Mitglieds darf ich hier im Blog zweitverwerten. Er entspricht in der Einschätzung/Bewertung von Horst Heldts Arbeit meiner Meinung und beschreibt dann gut, was Schalker Verhältnisse sind. In der Schlussfolgerung bin ich allerdings anderer Meinung (folgt hier morgen). Der Beitrag kommt von Michael Schilling, der zunächst auf die Einkaufspolitik eingeht – und auf Kevin Prince Boateng, den Heldt-Kritiker oft als größten, weil teuren Fehler seiner Schalkezeit bezeichnen. 

„Ich finde, man muss da schon unterscheiden. Es werden sich sicherlich ALLE darüber ärgern, Horst selbst, der AR, einfach ALLE. Wir auch. Und wenn man sich so richtig ärgert, wird man auch manchmal ein büskens unfair. Kennt bestimmt jeder. Man hat damals einen Typen wie KPB gesucht, man hat ihn bekommen und man hat auch mit ihm Erfolg gehabt. Das ist einfach nicht wegzudiskutieren. Dann war man mit ihm in der CL angekommen, und dann nahmen die Dinge halt leider ihren Lauf. Er flog bei der WM aus dem Kader der N11 (da kann Horst sicher nix für), kam sicherlich gefrustet zurück und brachte seine Leistung nicht mehr, was dann darin gipfelte, dass er zum „Stinkstiefel“ wurde, einige „Bros“ auf seine Seite ziehen konnte und somit innerhalb der Mannschaft gefährlich und nicht mehr tragbar wurde.

Was da vorgefallen ist, konnte laut Hotte nur zur Suspendierung führen. Da kann HH auch nicht wirklich was für, wenn jetzt morgen beispielsweise ein Fährmann sich zum Stinkstiefel entwickelt und da Unfrieden stiftet, dann fliegt der auch. Okay, ist unwahrscheinlich, aber dennoch. Das Einzige, was man Hotte diesbezüglich vielleicht vorwerfen kann ist, dass man ihn aufgrund seines schwierigen Charakters hätte überhaupt nicht verpflichten sollen. Aber die Situation war damals eben einfach so, dass man nach dem schlechten Start einfach nachlegen wollte/ musste. Und hinterher ist man eben schlauer. Hätte er einen Einjahresvertrag bekommen, wäre alles richtig gewesen.

Hotte hat sicherlich auch bei anderen Transfers nicht alles richtig gemacht. Aber für einige Transfers, für die er heute kritisiert wird, ist er am Tage der Verkündung noch gelobt worden. Aber ich schweife ab.

Was in der derzeitigen Geschichte gar nicht geht, ist, dass man nach der letzten, durchwachsenen Saison weiter auf Hotte setzt, ihn in seiner Rede auf der JHV Veränderungen ankündigen lässt, ihm dann noch ankündigt, dass er sich an seiner Arbeit messen lassen muss, und dann JETZT, wo er wie gewünscht abliefert, wo alles geklappt hat, wo es läuft, auf Platz 3 liegend, mit richtig guter Stimmung im Verein, in der Mannschaft und und und…, ihn dann jetzt absägen will. Geht gar nicht!

Und dann Heidel. Wenn ich den Namen schon höre. Der Autoverkäufer, dessen Herz, wie man jetzt lesen darf, für Mainz schlägt, aber dessen Kopf sagt „ab nach Schalke“, der in Mainz tun und lassen konnte, was er wollte, der soll jetzt hier übernehmen? Gut, er hat den Bekloppten, Tuchel, jetzt Schneider installiert und auch den ein oder anderen Spielertreffer gelandet,aber die Zeit, die man ihm in Mainz bei all diesen Dingen immer gegeben hat, wird er doch hier niemals bekommen! Und daneben gegriffen hat er sicherlich auch schon öfter. Wie im übrigen jeder Manager, egal wie sie alle heißen.

Hier ist das nur eben leider immer ein riesen Drama.

Unterm Strich sind wir mit Hotte immer international dabei gewesen, waren immer oben dran, und leider ist es eben in der vergangenen Saison eben mal ein kleines Stück weiter runter gegangen. Ist das hier die Ruhe und die Zeit, die man braucht, von der immer gesprochen wird? Man landet einmal auf einem Platz unter 4 und das war es? Bayernverhältnisse? Ist es vielleicht genau das, wo hier immer drüber gestolpert wird?

Man kann selbstverständlich darüber diskutieren, ob man bei einem auslaufenden Vertrag eines Mitarbeiters in führender Ebene eine Veränderung herbei führen möchte, aber die Frage ist immer wie und wann man das macht. Ich habe mich dchon lange, lange Zeit nicht mehr so über eine „Schalkeangelegenheit“ so aufgeregt wie über das derzeitige Vorgehen hier. Aber vielleicht will man ja krampfhaft dahin zurück wo man mal war. Skandal und Palaver an allen Enden. 

Vielleicht ist man da ja bald schon wieder: Wenn Heidel sich klar für Mainz ausspricht und Hotte seine Konsequenzen aus der ganzen Geschichte zieht. Dann ist man morgen schon vielleicht wieder der Depp der Nation.

Klasse, Clemens!“

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