Die 7 Gründe, warum dieses Jahr alles besser werden kann

6 Aug


Ist diese Jahreszeit nicht schön? Ende Juli, Anfang August: Die Sommerpause geht in die letzte Phase, der Transfermarkt kühlt langsam ab, die Pflichtspiele nahen. Die Vorfreude auf eine frische, neue Saison kommt auf. Bei Null zu starten ist ein gutes Gefühl.  Dieses Gefühl wird auf Schalke in diesem Jahr dadurch verstärkt, dass sich viel getan hat im Sommer. An entscheidenden Stellen, in Köpfen und personell. Das sind meine 7 Gründe, warum in der neuen Spielzeit alles besser werden kann – wenn man sich darauf einlässt. Was meint ihr? 

Ein wunderbar anmutender Trainer: Andre Breitenreiter, der neue starke Mann an unserer Seitenlinie, scheint neben hoher fachlicher Expertise ein guter Mensch zu sein. Einer mit Empathie und der Fähigkeit, eine Mannschaft zusammenzuhalten, zu begeistern, auf ein gemeinsames Ziel einzuschwören. Er wirkt in der Persönlichkeit einfach besser als Jens Keller, hat mit dem SC Paderborn im Profibereich schon einmal etwas Großes erreicht – aber noch längst nicht alles. Er strahlt eine Motivationsfähigkeit aus, die unserem Ex-Coach, der bei genauem hinsehen an eine Kaulquappe auf Koks erinnerte, offensichtlich total abging. Er steht auch für einen anderen Fußball-Stil, der eher auf Hurra als auf Absicherung abzielt – das passt zum Publikum auf Schalke und macht in jedem Fall mehr Spaß.

Ein junges Team: Haben wir uns das nicht irgendwie alle gewünscht? Ein junges Team, gespickt mit vielen Jungs aus der Region oder sogar aus dem eigenen Nachwuchs. Max Meyer, Leroy Sane, Julian Draxler, Joel Matip, Leon Goretzka, Sead Kolasinac, Kaan Ayhan – sorry, aber muss man mehr auflisten? Das ist ein Füllhorn an Lokalkolorit, an Identifikationspotenzial und weitaus besser als das, was wir in den letzten 15 Jahren auf Schalke hatten. Ich freue mich sehr darüber und darauf – in dem Wissen, dass diese Jungs auch Fehler machen dürfen. Und dass wir neue Ziele haben…

 

Ein altes Ziel abgelegt: Der Vorstand hat als Ziel nicht ausgegeben, Meister zu werden oder Bayern anzugreifen oder die Nummer 2 in Deutschland zu werden oder gar endlich die 8. Deutsche Meisterschaft zu holen. Endlich! Jahrelang haben viele Schalker danach gelechzt, endlich diese verdammte Meisterschaft aus den Augen zu nehmen. Klar wollen wir alle Meister werden, aber wenn man wie bescheuert diesem Ziel hinterherrennt, dann verzettelt man sich. Machen wir es doch lieber wie die anderen: Nicht drüber reden, dass man Meister werden will, sondern es einfach machen.

 

Ein neues Ziel gesetzt: Das neue Ziel heißt, die Fans auf Schalke wieder zu begeistern mit den Fußball-Tugenden, die es sehen will. Wir wollen keine Schlipsträger, wir wollen keine Champagner-Fußballer, wir wollen keine teuren Stars, die heute hier, morgen dort spielen, Hauptsache die Kasse stimmt. (Klar brauchen auch wie gute Fußballer, die teuer sind und die damit eine Menge Geld verdienen. Aber in erster Linie brauchen wir Leute, die den Willen und den Anstand haben, für ihre Kohle auch hart zu arbeiten und alles dafür zu tun, uns Fans und dem Verein dafür erfolgreichen Fußball und eine gute „Show“ auf dem Rasen zu bieten.) Wir wollen ehrliche Leute, die hungrig sind nach Erfolg und alles dafür tun. Das Ziel heißt: guter, ehrlicher Fußball – und der Erfolg kommt dann schon von ganz allein, wenn wir ein wenig Geduld haben. Gut, Geduld und Schalke, das sind Dinge, die zusammengehen wie Wasser und Öl, aber man gibt ja die Hoffnung nicht auf…

 

Stinkstiefel abgegeben oder diszipliniert: Wenn in einem Korb voller Äpfel einer faul ist, dann kann man die anderen auch bald vergessen. Schalke arbeitet gerade daran, die faulen Äpfel auszusortieren, und lässt sich das einiges Geld kosten: Boateng ist der faulste Apfel, der hoffentlich bald den Verein verlässt (sicherlich mit Ablösemodalitäten und Vertragsvereinbarungen, die uns auch nächstes Jahr noch weiter mitbezahlen lassen); Felipe Santana ist ein fußballerischer Mitläufer, den keine Truppe braucht; Sidney Sam muss sich wohl heftigst daneben benommen haben, aber spielt nach seiner „Begnadigung“ sicherlich nur auf Bewährung weiter für uns Fußball. Sicherlich war es ein teurer Fehler, die Suspendierungen und Aussagen wie „Der spielt nie wieder für Schalke“ zu tätigen – zumindest verbilligt es zumindest Herrn Boateng bei der Weitergabe an einen anderen Club immens. Aber Hauptsache ist doch, er stört im Team nicht mehr.

 

Eine Vorbereitung fast ohne Verletzungen: Unglaublich, wie uns in den vergangenen Jahren immer wieder schwere und langwierige und viele Verletzungen in den Vorbereitungen um die Ohren geschlagen wurden. Nie konnten wir in ordentlicher Besetzung eine komplette Vorbereitung auf die Saison spielen. In diesem Jahr hat man fast nichts derartiges gehört: Benni Höwedes fällt aus, ja, und Uchida auch. Das ist kacke. Joel Matip und Felix Platte kamen als Rekonvaleszenten nach OPs zum Team und haben anfangs individuell trainiert. Dann war Choupo etwa zehn Tage lang krankheitsbedingt außer Gefecht. Aber ansonsten liefen so gut wie alle voll mit, wenn man von den Junioren-Nationalspielern und unserem Abgang Jeff Farfán (Südamerika-Meisterschaft) absieht. Toi toi toi und klopfen wir auf Holz: Es könnte sein, dass das ein Grundstein ist für das Ende der Verletzungsseuche aus der abgelaufenen Spielzeit.

 

Ein schweigender Aufsichtsrats-Vorsitzender: Clemens Tönnies hat sich den Fehler eingestanden, sich zu sehr ins operative Geschäft eingemischt zu haben. Das tat er dann meist über seine offensichtlich kurzen Kanäle zu Bild und Sportbild, was wirklich teilweise vereinsschädigend ist. Er meint es sicher gut, aber es ist nicht gut. Gut ist auch nicht, dass er Horst Heldt vor der versammelten Vereinsmitgliedschaft sagt, er werde nun aber an den vom ihm kurz vorher postulierten Zielen (siehe oben) gemessen. Na klar wird ein Manager an den (im besten Falle langfristig erhobenen) Ergebnissen gemessen, aber das muss man nicht sagen – denn es sagt nur eines aus: Wenn ich keine Ergebnisse sehe, schmeiße ich dich raus, mein Lieber! Wem hilft’s? Einzig dem Ausdruck der eigenen Machtstellung. Für alles andere inklusive Gesamtverein ist so eine Aussage total kontraproduktiv. Nehmen wir Tönnies beim Wort und messen ihn selbst daran, ob er seine eigenen Vorgaben (weniger einmischen heißt für mich vor allem: nach außen die Klappe halten) einhält. Wenn nicht, können wir ihn nächstes Jahr immer noch aus dem Aufsichtsrat herauswählen.
Was fehlt? Was meinst du?

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