Die Breitenreiter-PK: Eine Antwort auf die Ruhrbarone

16 Jun

Schalke 04 hat gestern einen neuen Trainer vorgestellt: Es ist André Breitenreiter. Vorweg: Ich finde, das ist eine gute Entscheidung, weil ich finde, dass die Richtung dieser Entscheidung stimmt. Nun berichten die geschätzten Ruhrbarone in ihrem Blog über die PK. Tenor: Der neue Trainer ist schon angeschossen, Manager Heldt ist der wahre Star, er hat sich extra einen weniger machtbesessenen Mann geholt und sich Wilmots nicht getraut. So lese ich jedenfalls diesen Beitrag von Robin Patzwald. Das konnte ich so irgendwie nicht stehen lassen. Das ist meine Antwort darauf, die ich erst als Kommentar unterm Artikel, nun auch hier im Blog poste, weil sie meine Meinung zu AB und HH ganz gut darstellt: 

„Sie kleiden da etwas in den Mantel einer Analyse, das sich aus dieser PK aus meiner Sicht einfach nicht herauslesen lässt. Weil es so schön passen würde und weil HH so ein prima Opfer abgibt. Mein Senf dazu:

(1) Es ist normal, dass bei einer PK nicht nur ein neuer Trainer was sagt, sondern auch derjenige, der ihn einstellt. Zumal dann, wenn Dinge gefragt werden, die er und nicht ein neuer Trainer beantworten kann.

(2) Das Thema Marc Wilmots gehört aus meiner Sicht auch nur am Rande in diese PK. Es war nur so, dass drei belgische Journalisten es einzig auf dieses Thema abgesehen hatten. Ist doch klar, dass Heldt nach einer Antwort darauf verweist, dass es vor allem um den neuen Trainer und nicht um einen nicht gewählten Trainer gehen sollte. Auch klar, dass die Belgier nachhaken – aber das kann man HH nicht zum Vorwurf machen. Seine Erklärung, dass man sich mit mehreren Kandidaten unterhält und dann den besten mit dem besten Komzept auswählt, ist nachvollziehbar – das läuft in jedem Unternehmen, das eine freie Stelle hat, genauso ab. Wenn man Wilmots‘ unprofessionelle Reaktion auf die Absage sieht, kann man nur froh sein, dass er es erst einmal nicht geworden ist. Das Thema hätte er nämlich auch so mit Heldt klären können. Und nicht über die Medienmaschine rumbellen, er habe sich ja gar nicht beworben.

(3) Breitenreiter ist erst einmal durch die Geschäftstelle gelaufen und kennt Schalke bis dato nur aus der Ferne. Was soll er mehr beitragen als das, was er zum Gespräch beigetragen hat? Ich fand ihn gut und seinen Redeanteil angemessen. Hätte man ihn mehr gefragt, hätte er vielleicht auch noch mehr gesagt.

(4) Sich jetzt für einen bodenständigen Trainer zu entscheiden, der mit jungen Leuten arbeiten kann und will, dessen Kernkompetenz sicher auch die Förderung von Teamgeist ist, der Spieler motiviert und zu neuen Höchstleistungen treiben kann, statt dass sie schlechter werden, ist doch genau richtig. Das sind die zentralen Mankos auf Schalke – und es ist ein Segen, dass der Verein das endlich eingesehen hat. Es brauchte Zeit und ein paar strategische Fehler, bis man das eingesehen hat. Jetzt ist es passiert: Gut, dass man auf Khedira und einen teuren Star-Trainer verzichtet hat.

Schalke ist anders als viele andere Clubs. Es bleibt in gewisser Weise proletenhaft, es gibt Maulwürfe und so weiter. Das wissen auch die Presseleute. Daraus machen sie ihr News-Geschäft.“
NACHTRAG: Viel besser trifft SZ-Redakteur Philipp Selldorf in seinem Kommentar den Nagel – direkt auf den Kopf nämlich. 

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2 Antworten to “Die Breitenreiter-PK: Eine Antwort auf die Ruhrbarone”

  1. Kohle Tom 16. Juni 2015 um 12:42 #

    Mir gefällt dein Komentar sehr gut. Ich sehe das ganze ziemlich ähnlich und finde, dass man bei der ganzen momentanen Kritik an Horst Heldt auch mal die Kirche im Dorf lassen muss. Klar kann man viele Entscheidungen und Verhaltensweisen in der Vergangenheit kritisieren, aber trotzdem sollte man jetzt nicht versuchen in jedem Interview und in jeder Situation das Haar in der Suppe zu finden.
    Ich würde mich freuen, wenn die meisten Fans, trotz des deprimierenden Fusballs der letzten Saison, die Mannschaft und den neuen Trainer bei der Entwicklung eines neuen Teams unterstützen. Nicht nur die Medien und der Vorstand bringen immer wieder Unruhen in diesen Verein, sondern wir tragen auch alle selber dazu bei.

  2. Carlito 16. Juli 2015 um 18:35 #

    Kann mich dem „Vorredner“ nur anschließen, guter Kommentar!

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