Ein Lösungsansatz für unser Grundproblem

26 Mai

Arena-GrasnabeDas aus meiner Sicht grundsätzliche Problem unseres Lieblingsclubs hab ich hier gestern beschrieben. Dass es ein großes ist, weil es zwei unterschiedliche – vielleicht gegensätzliche – Richtungen vereinen muss, macht die Sache nicht einfacher. Ein möglicher Lösungsansatz. 

Dazu guck ich nun einmal zur Seite, denn man kann von anderen lernen: Bei unserem Nachbarclub ist ja durchaus eine Menge Kompetenz vertreten. Der Chef Watzke hat eine Vereinsvergangenheit, finanziellen Sachverstand und ein Auftreten, für das man sich nicht schämen muss. Sein Wort hat Gewicht und er wählt seine Worte meistens mit Bedacht. Der Manager / Sportliche Leiter Zorc hat eine Vereinsvergangenheit, offenbar sportlichen Sachverstand und ein Auftreten, für das man sich nicht schämen muss. Er ist ein zweiter Souverän, mit dem man nicht unbedingt verhandeln will, finde ich. Der (Noch-)Trainer hat eine unnachahmliche Motivationsgabe. Er spricht die Sprache der Menschen im Pott, er weiß, was Arbeit ist, er hat überdies eine hohe sportlich-taktisch-fachliche Kompetenz.

Ich glaube, hier muss man auch auf Schalke ansetzen: Den Entscheidern (außer Klopp) ist gemeinsam die Verbundenheit mit dem Club. Das ist auf Schalke heute anders: Nach Rudi Assauers Abschied hat man niemanden gefunden, der ihm in seiner Schalke-Hingabe nachfolgen konnte. Andreas Müller war fachlich nicht gut genug, Olaf Thon hat man die Rolle offenbar von vornherein zum Glück nicht zugetraut. Peter Peters ist und bleibt einfach nur ein Finanzmanager. Darum musste man Leute von außen holen. Nun ist Horst Heldt aus meiner Sicht fachlich kein schlechter Mann; er stellt sich auch oftmals kompetent und souverän dar; er hat sich auch angearbeitet, wie Schalke tickt – aber so ganz verinnerlicht hat er es doch (noch?) nicht. Er ist Sportlicher Leiter, aber in seiner Vorstands-Ära hat sich auch am Rande seines Tätigkeitsfelds schon so manch ein wundersamer Schlenker im Vereinsgeschehen ergeben (zum Beispiel unschalkige Manöver von Marketing-Chef Alexander Jobst, Stichwort Viagogo). Ich traue Heldt zu, uns weiter auf einem guten Weg zu führen. Aber er braucht Unterstützung.

Wenn es um Schalke-Personal geht, ist der Fan schnell bei der Eurofighter- und ihrer Nachfolge-Generation: Marc Wilmots, Michael Büskens, Youri Mulder, Ebbe Sand – das sind vier Namen, die man immer wieder hört, wenn auf Schalke Personal für den Trainer- oder Managerjob gesucht wird. Die 96er-Generation hat durch ihren Sensationserfolg, der in unnachahmlicher Weise zustande kam, Schalke leben gelernt. Und die Fähigkeit zur bedingungslosen Arbeit nachgewiesen. Die Ära Ebbe Sand folgte auf dem Fuße mit der Fast-Meisterschaft. Sie bringen das Verständnis für das Ticken unseres Clubs mit und sind mit ihm so verbunden, wie es ein Entscheider sein sollte. Haben sie die sportlich-fachliche Kompetenz und die psychologische Fähigkeit, dieses Wissen weiterzugeben und bei den Spielern heute immer wieder aufs neue herauszukitzeln? Sie hätten auf jeden Fall die Akzeptanz, dass es für einen Neuaufbau auch mal länger dauern könnte, ehe sich neue Erfolge einstellen. Die Personalkosten etwas zu senken wäre für mich auf jeden Fall ein Kernziel.

Dann ist da Christoph Metzelder: Stammt aus der Region, weiß, was Schalker sein bedeutet, strahlt eine große Kompetenz, Ruhe und Souveränität aus. Er kann führen, vereinen, intern auch auf den Tisch hauen, aber nach draußen souverän wirken – das ist zumindest mein Empfinden aus der Distanz. Er hat internationale Erfahrung und kennt den Erfolg. Er wäre aus meiner Sicht ein Kandidat für einen neuen Job an Horst Heldts Seite: als Sportdirektor oder sowas in der Art. Kostet sicher Geld, wäre aber in der Führungsetage vermutlich gut angelegt. Man sollte sich dafür den ein oder anderen Spieler sparen, der mal irgendwo eine gute Saison gespielt hat. Sein Job sollte es auch sein, zwischen Management, Trainer und Mannschaft zu stehen, zu vermitteln, zu motivieren.

Ja, und dann wäre da noch der Trainerposten: Es braucht einen, der motivieren kann, der die Schalker Sprache spricht und der viel Fußballsachverstand mitbringt – neuesten Kenntnisstandes, Stichwörter „Matchplan“ und „Handschrift“. Ein Mann für diese Position könnte Norbert Elgert sein. Sein Problem: Er hat noch keine Profistation hinter sich und könnte darum Akzeptanzschwierigkeiten bekommen, wenn der Erfolg nicht gleich eintritt. Mirco Slomka und Jens Keller waren Beförderungen aus der zweiten Reihe, die am Ende scheiterten. Vermutlich wird man deswegen so ein Experiment nicht ein drittes Mal wagen. Ich aber würde es befürworten.

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