Schalke muss ein Grundproblem lösen

25 Mai

Kämpfen-für-SchalkeSchalke 04 hat die schwächste Rückrunde seit Jahren gespielt. Am Ende reichte es trotzdem, zwei Punkte vor den Nachbarn aus dem Osten ins Ziel einzulaufen. War also alles schlecht? Es gibt vor allem einen zentralen Vorwurf: Die, die da für unseren FC Schalke 04 auf dem Platz stehen, sind satt und tragen eines nicht im Herzen: den Slogan „Kämpfen für Schalke“. Ein Saison-Abschluss-Fazit.

Wir supporten in Hamburg zwar, aber wir feiern ganz sicher nicht die Mannschaft, sondern allein unsere Liebe für den Verein. Die Spieler sollten dankbar sein, dass sie das Trikot mit dem S04 auf der Brust überhaupt tragen dürfen. So hieß es im offenen Brief aktiver Fans und Ultras vor dem letzten Spieltag – wohlwissend, dass es wieder ein peinlicher Auftritt werden dürfte. Und es wurde einer. Dem folgte einmal mehr das „Scheiß Millionäre“, das die Entfremdung zwischen Fans und Mannschaft stärker ausdrückt als alles andere – eine etwas weniger subtilere, also deutlichere Ausdrucksform des „Wir sind Schalker, asoziale Schalker“.

Die Mannschaft hat ihre Fans in dieser Spielzeit sehr oft enttäuscht. Zusammengekauft, um den Bayern Konkurrenz zu machen, war der Start in die Saison noch akzeptabel. Nach dem Trainerwechsel zu Roberto Di Matteo, ein Trainer, der mit seiner Art eigentlich so gar nicht zu Schalke 04 passt, ging es dann tendenziell steil bergab.

Es geht dabei vor allem um das eine: Die Fans wollen bedingungslosen Einsatz sehen. Sie wollen, dass sich die Spieler, die Königsblau tragen, sich zerreißen für die Millionen, die sie kassieren. Stattdessen zeigen sie ein ums andere Mal Langsamkeit, Genügsamkeit, Ratlosigkeit. Aufbäumen? Wann? Wo? Und am Ende gibt es dann auch noch ratloses Verhalten der Vereinsspitze und aus dem Aufsichtsrat, das alles nur noch schlimmer statt besser gemacht hat.

Schalke 04 hat ein Richtungsproblem: Sportlich und wirtschaftlich soll es die deutsche und europäische Spitze sein. Toller Fußball. Unvergessene Champions-League-Momente. Rauschende Fußball-Feste. Inhaltlich soll es aber Kumpel- und Malochergeist sein: Die Spieler sollen Arbeiter sein, sollen keine Star-Allüren haben, sich schmutzig machen für den Erfolg, sich zur Not auch knietief in die Kacke stellen, um sich vereint und mit allen Kräften herauszuheben. Wie passt das zusammen? Schwer. Denn viel Gehalt kann Einstellungen versauen und Arbeitsgeist bremsen, wenn der Charakter nicht stark genug ist.

Es braucht also jemanden, der aus einer Machtposition heraus genau das moderiert: Das kann ein Trainer sein, ein Manager, ein Sportdirektor – in jedem Fall einer, der den Spielern auf den Deckel geben kann. Und einer, der genau weiß, dass es genau darauf ankommt. Und einer, der diese Schalker Philosophie versteht.

Schalke ist mehr als nur ein Club. Das spüren selbst die Spieler, die jetzt als Spitze des Eisbergs in den vergangenen Wochen aus dem Team geflogen sind.

Jetzt ist Sommerpause. Sie wird spannend – denn es muss viel passieren auf dem Berger Feld. Wir schalten vorerst ab und wünschen angenehmes Abschalten vom geilsten Club der Welt. Tut auch mal gut… Glück auf! 

Erschienen auch auf emspower.de.

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2 Antworten to “Schalke muss ein Grundproblem lösen”

  1. Manfred 27. Mai 2015 um 06:46 #

    Ich kann diesen (pseudo)romantischen Seich nicht mehr lesen, dieses ‚Kämpfen‘-Gesalbader und die ganze restliche Gülle, die einfach nur peinlich ist. Wenn ich Kämpfe sehen will, dann guck ich Boxen. Ich will niemanden aufm Fußballplatz kämpfen sehen. Die sollen spielen, so gut und schön und ansehnlich wie nur irgend möglich Fußball spielen, sonst nix (jaja, ist schon klar…). Mir ist 1904, die Kumpelsache, das ganze verklärende Getue sowas von scheißegal, ich kapier nicht, wie es einem leidlich modernem Menschen unfall- und kopfschmerzfrei gelingt, diese extrem holprigen, vorvorgestrigen Gedanken über Fußball, wie er sein soll, zu äußern. Das ist die wirklich asoziale Komponente: nix dazulernen wollen oder können, ewiggestriges Gedankengut (ich mein das so, ja) zum Besten zu geben und im Kern teilfaschistischen Dreck (im ursprünglichen Sinne, versteht sich) rauszuplärren, der zudem noch medial überhöht wird.
    Bin ich hier das gallische Dorf, okay, aber dieses ganze Malocher/Kumpel-Geblubber geht mir echt aufn Sack. Fans sind Idioten mit Scheuklappen, hier und dort und überall, wer auf die hört, macht alles falsch.
    Just my 2 cents.

  2. Carlito 28. Mai 2015 um 06:02 #

    Die letzte Sommerpause war ja auch erschreckend ruhig… 😉

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