Murks mit urgs: Schalke leidet wieder

11 Apr

 

Spontane Gäste sind ja oft die liebsten. Und denen will man ja auch gern spontan was bieten. Spontan auf Schalke: Ich hatte meine Dauerkarte, und für den guten Stefan aus Ludwigshafen fanden wir noch ein spontanes Ticket für nen Zwanni. Und dann? 0:0. Schalke, wie es ist: nicht leidenschaftlich, sondern leidend. 

Dieses 0:0 gegen Freiburg war wieder eine wahre Zumutung. Wenn ich einen Spieler nennen sollte, der mich vom Engagement und vom Elan her überzeugt hätte – sorry, da müsste ich passen. Der einzige, der mir mit seiner Körpersprache gefiel, war Julian Draxler, und der kam erst nach 75 Minuten. Alles andere: Murks mit urgs.

Das 0:0 zu Ostern in Augsburg hätte dabei eigentlich Warnung genug sein müssen. Eine unzureichende Leistung, stellt man sie in Relation zu den Kaderkosten. Und nicht der Tabellenplatz des Gegners, sondern allein das sollte die Messlatte sein, an der man hinterher seine Leistung beurteilt. Was danach zu hören war, war aber eher: Das war eine gute Leistung, die Defensive stand sicher, nach vorne fehlte eher das Glück als das eigene elegante Spiel. Und der Kampf um die Champions-League-Plätze sei zwar schwer, aber nicht aussichtslos: Man müsse jetzt eben einfach alles gewinnen.

Ist die Mannschaft gegen Freiburg so aufgetreten? Mitnichten. Eher diametral dazu. Nun hatte der Trainer sich ja dazu hinreißen lassen zu sagen, man wolle offensiv mehr Drang zeigen, und gar eine Umstellung auf ein offensiveres System angekündigt. Aber davon war rein gar nichts zu sehen. Selbst die Startelf-Rückkehr von Jefferson Farfan, meinem großen Hoffnungsträger für Drive und Agilität, verpuffte wirkungslos. Er hatte keine Tiefe, in die er ziehen kann. Meyer, Choupo, Huntelaar – düstere Schatten ihrer selbst. Und was Weltmeister und Mannschaftskapitän Höwedes anbot, war eine Katastrophe – weit mehr war schlecht als der von ihm verursachte Elfmeter.

Stefan hat sich gelangweilt – und ich muss mich für eine miese Leistung des  Zig-Millionen-Ensembles bei ihm entschuldigen. Diese 105 Minuten hätten wir besser in einem netten Café verbracht. 

Naja, so ist eben mein Schalke: Von Tagen des Leidens erlebt man eben mehr als von Tagen der Leidenschaft. Aber darauf habe ich mich damals, als ich mein Herz an Königsblau verlor, ja irgendwie auch bewusst entschieden. 

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