Lissaboner Kindergarten-Quatsch

6 Nov

IMG_3761.JPGSchalke verliert in Lissabon. Verdientermaßen und von vielen nicht ganz unerwartet. Viel nerviger als das 2:4 war aber die alberne Gängelung durch die Polizei. Hut ab an die blaue Horde, dass niemand ausgerastet ist.

Ein Höhepunkt einer internationalen Auswärtsfahrt ist für mich immer die Vorbereitung aufs Spiel: Wenn die blaue Horde sich zusammen einstimmt und einsingt. Das ging bisher international oft genug mit einem Fußmarsch von einem zentralen Platz der Stadt zum Stadion. Eine Stunde latschen, singen, grölen, Schalke feiern. Dann mit dem Mob ins Stadion rein, noch mal tief Luft holen und vom Anpfiff an mit Vollgas weiter. Schalker können das erwiesenermaßen friedlich.

Das war so in Lissabon nicht möglich. Ganz und gar nicht. Mehr noch: Die Strategie der Polizei war offenbar aufs Ziel Einschläfern ausgerichtet. Zuerst war der Zugang zur Metro vom Platz Rossio versperrt. Acht Herrschaften der Polícia, sogenannte Polícia Spotters, die halb in Zivil gekleidet waren, versperrten die Treppe, als es losgehen sollte. Es sollte eine Metro bereitgestellt werden, die kostenlos für die Schalker ist und direkt zum Stadion fährt. Es dauerte aber eine dreiviertel Stunde, und so zerfloss die Masse schon am Eingang zur U-Bahn in Kleingrüppchen. Dann ging es mit dem Rest des Haufens rein in die U-Bahn, und als die Endstation erreicht war, da stand die Polizeisperre schon wieder bereit. Alle stehen bleiben und warten. Worauf genau? Weiß keiner. Der Mob verhielt sich ruhig und stimmte zur Feier der Abendstunde nach 30 Minuten erneuter Wartezeit in einem Wohnviertel „Ich geh mit meiner Laterne“ an. Rabimmel!

Dann, am Gästezugang zum Stadion, eine weitere Sperre durch Polizistenkette. Nur zwei Leute gleichzeitig könnten sich dort zwischen Polizisten und Zaun durchquetschen.

Dass die ganze Nummer ohne Konfrontationen abging, hat mich gewundert. Wenngleich man sagen kann, dass dieser Mob zumindest offensichtlich nur relativ wenig Gewaltpotenzial mitbrachte. Umso mehr schade, dass man behandelt wird wie im Kindergarten.

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