Die Schweiz fragt sich: Darf man für den FCB sein?

11 Dez

Er ist der polarisierende Club im Schweizer Fußball: FCB ist FCB – entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. So wie in Deutschland. Nun stellt sich die Schweiz die Frage: Darf man auf europäischer Ebene für den Krösus aus dem eigenen Land sein, auch wenn man ihn sonst verabscheut? Dies und mehr – die Schweizer Webschau am Spieltagsmorgen. Und unten ein Blick auf die Gastfeindschaft des FC Schalke 04, der die Basler Fans heute mal so richtig filzen wird…

Also darf man nun? Fabian Ruch wirft die Frage im Steilpass-Blog der Basler Zeitung auf – und findet eine klare Antwort: Na klar darf man. Sein Hauptargument: „Ein starker FCB ist gut für den Schweizer Fussball. Davon bin ich überzeugt. Dank Basel wird von unserer Liga ausserhalb des Landes überhaupt Notiz genommen. Also ist es sehr gut, wenn die beste Mannschaft der Schweiz regelmässig Europa aufmischt. Sind diese Überlegungen naiv in einem Geschäft, in dem sogar Basler Nationalspieler in Schweizer Stadien ausgepfiffen werden, wenn sie das Nationaltrikot tragen?“

Eva Tedesco, für das Gratisblatt „20Minuten“ in Gelsenkirchen, hat den Defensivmann Kay Voser nach der Taktik gefragt. Auf 0:0 wollen die offenbar nicht spielen: „Defensivarbeit ist sicher gefragt und wir müssen kompakt stehen. Aber gleichzeitig wollen wir auch mutig auftreten, denn wir wollen das Spiel unbedingt gewinnen.“ Wer mehr dieser Fußballphrasen will, der möge diesem Link folgen.

Und dann bemüht Frau Tedesco den Ländervergleich Deutschland – Schweiz. Ein Vergleich mit klaren Vorteilen für Deutschland: 40 Siege D, 17 Remis, 12 Vollerfolge(sic!) CH, 155:74 Tore. Nur was sagt das über das heutige Spiel aus? Ich finde: nix. Und dann zieht sie noch die Statistik aus der Tasche, nach der der FC Basel der Remiskönig der Schweizer SuperLeague sei. Was der Aussage widerspreche, man könne gar nicht auf Unentschieden spielen… Mehr Kaffeesatzleserei von Eva Tedesco hier.

Die Agentur „Sportinformation (si)“ rechnet heute übrigens damit, dass Max Meyer wieder zunächst auf der Bank Platz nimmt und für ihn Adam Szalai beginnt. Ich bin da nicht so sicher. Außerdem rechnet die SI die möglichen Einnahmen vor. Das Thema Geld – es ist auch in der Schweiz eines – dabei denkt man, die hätten’s doch eh… Ach ja: Optimisten sind sie. Es heißt: „Basel vor der Überwinterung in der Champions League“. Abwarten!

Für die Basler Zeitung hat David Wiederkehr dann gestern noch Murat Yakins Aussagen in Gelsenkirchen in ein Interview gepresst (oder am Rande der PK wirklich eines geführt). Darin sagt der Trainer, der von einigen Medien sogar schon angezählt wird: „Wir kennen die Qualität von Schalke, dieser Club ist seit Jahren fähig, in den entscheidenden Momenten umzuschalten und bereit zu sein.“

Dass „Gastfeindschaft“ auf Schalke richtig groß geschrieben wird, lassen die Ultras Gelsenkirchen durchblicken. Sie haben beim Gang um die Arena gestern festgestellt, dass die 2500 Basler Gäste sich auf heftige Einlasskontrollen einstellen müssen. Menschenunwürdig, schreiben die UGE. „Es ist unschwer zu erkennen, dass es offensichtlich morgen nicht nur zu einer stichprobenartigen Extrakontrolle, welche an sich schon verwerflich genug ist, kommen wird, sondern gleich der gesamte Baseler Gästeanhang unter Generalverdacht gestellt wird und über sich undurchsichtige und privatsphäreverletzenden Intimkontrollen ergehen lassen muss.“

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