Blick nach Basel – und Einblick auf Schalke

10 Dez

Morgen spielt der FC Schalke 04 sein vorgezogenes Champions-League-Endspiel im Kampf um den Einzug in die Runde der letzten 16. Es geht gegen den FC Basel. Dahin fällt mein Blick heute – und in das Umfeld und die Presselandschaft rund um den FCB. Außerdem gibt es unten einen relativ intimen Einblick in die Schalke-Pressemeute rund um den Tag vor dem Champions-League-Heimspiel.

Die Basler Zeitung schreibt laut dem Fanportal joggeli.ch heute von „Aller guten Dinge sind drei“, wirft da aber wohl den eigentlichen Gehalt des Sprichwortes etwas durcheinander. Man spricht davon, wenn zweimal etwas schief ging – dann werde es schon beim dritten Mal klappen. Die Basler Zeitung meint das so: „Zwar hat er zum dritten Mal die Chance, sich zum Abschluss der Gruppenphase das Überwintern in der Königsklasse zu sichern – allerdings hat er dies bis jetzt auch jedes Mal geschafft, wenn er sich in den fünf Spielen zuvor diese Gelegenheit erarbeitet hatte. Deshalb soll «Aller guten Dinge sind drei» für den FCB bedeuten: Was zweimal klappt, klappt auch dreimal.“ Zugute halten darf man dem Autoren Oliver Gut dann aber diesen Absatz, in dem es darum geht, dass der FCB diesen Dreiklang erstmals auf fremdem Terrain schaffen muss – und dass es dabei gegen ein deutsches, kein englisches Team geht: „Das Klischee besagt, dass ein deutsches Team in derartigen Situationen tendenziell zu wahrer Stärke findet, während englische Equipen lieber tragisch scheitern.“

In 20minuten ist laut joggeli.ch die Rede von einem Ansturm der Basler Fans. Niedlich ist auch die Betitelung des Spiels: „Die Finalissima in Gelsenkirchen wollen sich viele nicht entgehen lassen – der Ansturm auf die insgesamt 2500 Tickets für FCB-Fans war enorm.“

In der „Aargauer Zeitung“ ist laut joggeli.ch ein Interview mit Benedikt Höwedes erschienen. Unser Kapitän packt da ganz schön aus. Ob die Kritik an Trainer Keller nachvollziehbar sei? „Nein. Klar, Trainer werden immer zur Diskussion stehen, wenn die Mannschaft keinen Erfolg hat. Aber Jens Keller hat hier nie eine echte Chance bekommen und stand vom ersten Tag an unter Beschuss. Das war absolut nicht gerechtfertigt. (…) Dass der Trainer das meiste abkriegt, liegt in der Natur der Sache. Aber wir haben auch ordentlich auf die Fresse bekommen. Teils gerechtfertigt, aber viel wird übertrieben dargestellt.“ Und dann fragt Auto Sebastian Wendel keck, ob er gerade die schwerste Zeit als Kapitän auf Schalke erlebe. Höwedes sagt: „Nein, nein. Hier geht es immer hoch und runter.“ Hach, das ist mein Schalke. 😉

Die Basler Zeitung schreibt über Politik vor Fußball – oder wie es in der Schweiz heißt: Fussball.

Und dann hat Tilman Pauls von der Basler Zeitung mit Olaf Thon gesprochen. Über den Mythos, den wir hoffentlich in der zweiten Halbzeit besingen werden. Über die Identifikation, das Malocherclub-Label – und über seine Einschätzung, die er so formuliert: „Es rumort im Team und um Trainer Jens Keller. Das Duell gegen Basel ist extrem wichtig, auch finanziell. Das Hinspiel gewann Schalke, aber das war glücklich. Ich bin zwar positiv gestimmt. Aber was die Basler geleistet haben, steht für sich – wer Chelsea zweimal schlägt…“

Ach übrigens: Am Wochenende im Spitzenspiel gelang dem FC Basel gegen Grashoppers Zürich in der 94. Minute der 1:1-Ausgleich. So lief das Spiel (Basler Zeitung).

Für das Gratisblättchen 20minuten hat Eva Tedesco („die Deutsche“?) mit Ottmar Hitzfeld gesprochen. Der ist bei Sky morgen im Studio und – oh Wunder – drückt dem FC Basel mehr die Daumen als Schalke 04. Hitzfeld: „Da glaube ich, werden sie mich bei Sky ganz schön blöd anschauen.“ Glaub ich nicht.

20minuten-Redaktor(sic!) Adrian Hunziker hat sich nach dem 1:1 gegen Grashoppers mit dem Basler Torhüter Yann Sommer unterhalten. Lustig, wie der generell so daher redet. Zu Schalke sagt er etwas, das mir von meinem liebsten Fußballclub – Entschuldigung: Fussball-Club – sehr bekannt vorkommt: „Wir müssen in den entscheidenden Momenten ein wenig konzentrierter sein. Nachdem wir das 1:0 bekamen, gab es eine Phase, in der wir ein wenig verunsichert waren. Da klärten wir zwei oder drei Bälle nicht ganz sauber.“

Geflogen sind sie nach Düsseldorf. Ihr Hotel haben sie in Essen. Und einen der beschissensten Schalke-Songs haben sie zur Untermalung des Videos herangezogen, aus dem ich diese Infos entnommen habe.

Ein anderes Video habe ich auch noch gefunden – und zwar rückblickend aufs Hinspiel. Da hat „Telebasel“ über die Grenzkontrollen bei der Anreise berichtet. Das kann man hier ungefähr von Minute 5:00 bis 7:30 sehen. Die Schalke-Tipper, die sie damals in der Stadt interviewten, hatten ein ganz gutes Näschen. Nicht lustig finde ich den Bericht dort vom Vortag, in dem es heißt, die Schalkefans gehörten zu den gewaltbereitesten in Deutschland. Äh – geht’s noch? Das liegt mal locker 30 Jahre zurück, Freunde.

„rotblau total“ ist dann noch mit diesem aktuellen Interview mit Marco Streller von René Häfliger am Start. Vorfreude riesig, Schalke größeres Budget, FCB will Schalke-Fans unruhig machen – viel mehr verstehe ich leider nicht.

Dieser ausführlichste Fan-Hinweis ist auf fcb.ch zu lesen: „Zugelassen im Stadion sind gewöhnliche FAHNEN und ZAUNFAHNEN. Nicht erlaubt sind hingegen FAHNENSTANGEN jeglicher Art. Vielen Dank für die Kenntnisnahmen und für das Verständnis.“ Wenn das die einzigen sinnvollen Hinweise an die 2500 Basler Fans sind – dann herzlichen Glückwunsch. Dann kann ja praktisch gar nix passieren…

Zum Schluss ein Blick nach Gelsenkirchen. Dirk große Schlarmann ist bei „Sky Sport News HD“ der Schalke-Reporter und eigentlich seinen ganzen Berufsalltag über im Umfeld von Schalke 04 unterwegs. Er hält zwar zwischendurch mal kurz den Daumen aufs Mikro seines iPhones, mit dem er einmal selbst seinen Tag auf Schalke heute festgehalten hat – aber ansonsten ist der Einblick in die Arbeit der Presse schon interessant, nah dran halt. Sonst steht er vor der Kamera, heute dahinter.

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