Schalke liebt den Wahnsinn

23 Nov

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Das pure Schalke: Ein großartiges Spiel, das wirklich alles hatte, endet am Ende gerecht 3:3 – nach einer 2:0-Führung seit der 18. Minute, die die Eintracht in ein 3:2 dreht. Und Schalke? 25 oberdämliche Minuten, und dann kommen die Blauen mal wieder zurück.

Die Schalkefans sind gut darin, Zu vergleichen: „Genauso wie in Hoffenheim. Genauso wie vor Jahren in Bochum. Genauso wie…“ Sie haben durchaus recht: Schalke spielt das gut, darf aber doch nie und nimmer eine 2:0-Führung zur Pause in Frankfurt aus der Hand geben. Und dass wir bei Rückstand nicht aufstecken und bei diesem deprimierenden Verlauf zurückkommen – das zeichnet uns in dieser Saison absolut aus. Auch hier ein Vergleich: Das habe ich schon oft bemängelt in den vergangenen Jahren.

Eintracht muss man ein Kompliment machen: Sie lässt den Kopf nicht hängen und hat schon vor der Pause Pech: einen Handelfer nicht bekommen, einen Pfostentreffer kurz vor der Pause. Und dann Unwiderstehlichkeit nach der Pause: Tolles Angriffs- und Konterspiel mit viel Zug zum Tor und unheimlicher Genauigkeit: Zwei der drei Treffer sitzen genau im Eck, ein weiterer toller Schuss knallt noch an den Pfosten. Dass es nach dem 1:2 schnell auch 2:2 steht, war mir klar – dafür kenne ich meine Schalker gut genug. Aber mit dem 3:2 hätte ich nicht gerechnet.

Denn Schalke lässt den Kopf auch nicht hängen, macht nach dem 2:2 wieder das Spiel, ist nah dran an der erneuten Führung. Dann ein Konter und das 3:2.

Dann sieht es ab der 70. Minute eigentlich nicht mehr nach einem Ausgleich aus. Aber ein unbändiger Farfán und ein vor allem in der Schlussphase echter Kapitän Benni Höwedes, der Defensiv-Zweikämpfe stark für sich entscheidet und dann noch vorne die Verantwortung übernimmt – großartig.

Wenn Schalke ein Spitzenteam sein will, und das will es und soll es sein, dann darf sowas einfach nicht passieren.

Einzelbetrachtung:
Die Besten bei uns waren eben jener Höwedes, auch Uchida, Meyer und Jones würde ich in diesen Kreis aufnehmen. Draxler und Boateng blieben dahinter zurück und waren offensiv eher wirkungslos. Kolasinac hatte große Probleme auf seiner linken Abwehrseite. Wäre ich Trainer (Gott bewahre Schalke davor!), würde ich Kola und Aogo ohnehin wieder tauschen. Matip hat ein Klasse-Stellungsspiel, aber war vor allem in der Anfangsphase bei Ballgewinn mit seinen bekannten (staksigen) Schwächen unterwegs: dreimal spielt er den Ball unsicher weiter, einmal steigt er nicht zum Kopfballduell hoch.

Der Spielfilm:

14. Minute: Uchida spielt weiter, obwohl Farfán in der Spielfeldmitte liegt. Frankfurt rechnet damit, dass Schalke ins Aus spielt – war aber nicht nötig. Uchi tut’s nicht, spielt den Ball aus dem Halbfeld rein, ein Frankfurter ist wohl noch mit dem Kopf dran – Tor.

18. Minute: Schalke macht weiter. Flanke, Matip ist da, trifft – 0:2.

42. Minute: Eintracht will vor der Pause wohl noch mal. Klasse Flachschuss, Pfosten.

56. Minute: Timo Hildebrand macht einen Stellungsfehler im Sechzehner und ist dann beim Zurücklaufen zu klein, ist zwar noch dran, aber Flum trifft per Kopf zum 1:2.

58. Minute: Joselu (wow, guter Mann!) knallt die Kugel an den rechten Pfosten, ein anderer kommt zum Nachschuss, Tor ist leer, Ball drin – Jubel. Aber wegen Abseits aberkannt.

61. Minute: erwartest! 2:2. Joselu nach Flanke von rechts mit einem Klasse-Kopfball im hohen Bogen genau ins lange Eck. Hildebrand ist auch hier mit seiner Körpergröße chancenlos – aber da hätten selbst 2,20 Meter nicht gereicht.

68. Minute: 3:2. Joselu nach einem Konter. Denn Schalke ist eigentlich am Drücker. Schuss ins lange Eck, Hildebrand ist zu klein, hat keine Chance.

86. Minute: Hier zeigt sich der Wert von Farfan: Klasse, wie er sich durchwuselt, legt zu Benni Höwedes, der dreht sich mit Ball am Fuß und trifft aus zehn Metern. Klasse, doppelte!

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Eine Antwort to “Schalke liebt den Wahnsinn”

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  1. Frankfurt. | unter Flutlicht… - 25. November 2013

    […] Meinungen zum Spiel: Schalkeweb – Schalke liebt den Wahnsinn Blog G: Befund: Atmet noch […]

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