Pyro-Drama: Das schreiben die anderen

27 Okt

Das Pyro-Drama rund um den furchtbaren schwarzen Block im Gästesektor schlägt zurecht fast höhere Wellen als die erwartbare 1:3-Niederlage des FC Schalke 04 im Derby gegen Borussia Dortmund. Ich habe mich ein wenig um Netz umgeschaut – eine Blog- und Presseschau.

Sonntagmittag, 27. Oktober:

„Wo ist die Polizei, wenn man sie mal braucht?“, fragt Susanne in ihrem Blog auf fankultur.com. Sie schreibt: „Es kann doch in einem Rechtsstaat nicht angehen, dass auf der einen Seite eine legale Fahne zu einem massiven Blocksturm führt und auf der anderen Seite Kinder mit Leuchtmunition beschossen und Trennscheiben mutwillig zerstört werden und sich keiner zum Einschreiten bequemt… Oder doch? Oder sollte dies gar noch eine Retourkutsche sein, um zu zeigen, was passiert, wenn Jäger seine rechtswidrige Drohung ‚keine Polizei im Stadion‘ wahr machen würde?“

Marius schreibt auf unterflutlicht.com: „All die in den vergangenen Wochen mühsam und in Kleinstarbeit dargestellten Verfehlungen der Polizei NRW wurden mit den gestrigen Aktionen konterkariert. All die berechtigte Kritik an den Behörden, die sogar Teile der breiteren Öffentlichkeit auf die Seite der Fans zog, wurde ad absurdum geführt.“

Das Schalke-Unser-Blog bezieht (bekanntermaßen) polizeikritisch Stellung. Nicht der schwarze Block steht im Fokus, sondern die Fehlerkultur und Unverhältnismäßigkeit bei der Polizei: “ Versagt hat hier der Ordnungsdienst, aber vor allem hat hier die Polizei versagt. Sie ist es nämlich, deren Job die Gefahrenabwehr ist! Sie hat nicht einfach nur ‚zu warnen‘, wenn sie so deutliche Hinweise hat, sie hat einzuschreiten!“

Beim Schalker Megafon thematisiert Markus die Unverhältnismäßigkeit der Mittel: „Ich verstehe nicht, warum zwei Hundertschaften wegen eines roten Stücks Stoff in den Schalker Block einmarschieren dürfen, ein gewisser NRW-Populismusminister das total voll supi findet, aber wenn ein paar Gästehooligans mit Leuchtmunition auf Kinder im Familienblock schießen, baut sich die Polizei nur daneben auf. Vermutlich, um sie vor aufgebrachten Schalkern zu schützen.

Im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten nannte Schalke-Manager das Randale einer „neuen Dimension“: „‚Wie kann man nur auf diese Weise auf Unbeteiligte losgehen?‘, fragte er rhetorisch. Verantwortlich dafür waren rund 100 Personen, die sich hinter schwarzen Skihauben versteckten. Sky-Kommentar Marcel Reif, bei den BVB-Sympathisanten wahrlich unbeliebt, sagte noch vor dem verspäteten Derby-Start: ‚Das hat mit Fankultur nichts zu tun, das ist einfach zum Kotzen.'“

Der Ultraszene-Kundige Rafael Buschmann schreibt bei „Spiegel online“: „Für Fanvertreter, die immer wieder mit dem Slogan „Fußballfans sind keine Verbrecher“ durch die Lande ziehen und sogenannte ‚Nacktzelte‘ oder andere strikte Repressionen verhindern wollen, wird es nach solchen Vorkommnissen nicht leichter. Dass eine solch subversive Gruppe, über die ein Dortmunder Ultra auf Anfrage sagte, dass ‚wir etliche dieser Typen noch nie im Stadion gesehen haben‘, nun zu einem Problem für eine gesamte Fankultur wird, ist anzunehmen.“

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