Ungleicher geht’s kaum

5 Okt

20131005-163050.jpgEs war schon nach einer Viertelstunde ein extrem ungleiches Spiel: Der FC Schalke 04 hatte nach einem frühen Platzverweis nach Notbremse von Ragnar Klavan gegen den FC Augsburg deutlichstes Übergewicht und gewann hochverdienten und am Ende auch hoch mit 4:1 (2:1).

Dabei verteilte die Heimelf extrem gelassen: Der Ball wanderte von Links nach Rechts und Angriffe wurden vor der Pause meist über diese Seite initiiert. Dabei spielte dort vor der Pause auch einer unserer schwächsten Akteure. Durch die Verletzung von Jeff Farfan in Basel rückte Christian Clemens in die erste Elf auf die für ihn zumindest auf Schalle eher ungewohnte rechte Offensivseite. Dort unterliefen ihm in der Spieleröffnung auch die meisten Fehler. So konnte er keine Akzente setzen. Besser agierte da Uchida, der beim Treffer zum 2:1 hellwach in den Raum spurtete und dort den großartigen öffnenden 40-Meter-Ball von Roman Neustädter direkt prallen ließ zu Adam Szalai, der das Tor markierte – ein traumhafter Angriff, ein tolles Tor.

Das Tor zum 1:1 resultierte aus einer schnellen Passstafette in die Spitze, in der sich der spätere Torschütze Szalai frei auf dem Weg zum Tor von Ragnar foulen ließ. Boateng verwandelte flach ins linke Eck.

Ansonsten fiel vor der Pause vor allem das bedachte Spiel der Elf auf, die auf Defensivschwächen wieder nicht ganz verzichtete. Beim Klasse herausgespielten Führungstor für die Gäste ging es letztlich zu einfach für Mölders nach einem halbhohen Ball aus seinem Rücken, den er vor Santana erreichte und ins Tor verlängerte.

Das bedachte Spiel ging mir zeitweise allerdings zu weit: Der Ball wurde mir zu oft ohne Bedrängnis zurück zum Torwart gespielt, der heute – so schien es – extrem darauf getrimmt war, den Ball nicht lang zu schlagen, sondern den kurzen Ball an den Sechzehner vorzuziehen. Wenn er die Kugel aber von dort bekommt und sich keiner der Vorderleute anbietet, dann bliebt ihm nix anderes übrig als zu schlagen. Und das Phänomen kennen wir: In mindestens 50 Prozent der Fälle rollt der Gegner Sekunden später seinen nächsten Angriff auf unser Tor aus – siehe Basel in der zweiten Halbzeit.

Nach der Pause ließ sich das Spiel noch gemächlicher an. Der Druck nach vorne kam bei Schalke erst wieder, als Max Meyer den Rasen betrat. Nach einer extrem ruhigen Viertelstunde ließ die Heimelf in Überzahl den Gast sogar zehn Minuten lang kommen. Wir standen zu tief und hatten in einer Szene, als wir dann doch weit aufgerückt waren, sogar Glück, dass Santana in seiner besten Szene den Augsburger Angreifer, der schon frei durch war, noch erwischte und großartig und ganz ohne Foul in höchster Not zur Ecke klärte.

Das Tor zum 3:1 war dann praktisch der erste Torschuss unserer Elf. Und wieder ein echtes Glanzlicht: Draxler auf Links zu Aogo, der hinten kaum gefordert war. Scharfe Hereingabe – so wie Szalai es braucht. Und der macht das Bein lang.

Das 4:1 war ein Sahnehäubchen für Max Meyer, der das durch mehrere belebende Angriffseröffnungen einfach verdient hatte. Und wie er den Ball eiskalt frei vor dem Tor gehen zwei heranstürmende Verteidiger und Torwart Manninger macht, mit seinen 18 Jahren, ist frech und ungeheuer frisch-selbstbewusst. Dass er nur eingewechselt wurde, wurde in der Kurve kritisiert. Aber es ist richtig, ihm die Ruhezeiten zu lassen. Behutsamer Aufbau: das Maß stimmt.

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