JHV: Schalke, Tönnies, das Geld und die Viagogo-Vianogo-Klamotte

29 Jun

20130629-153057.jpgDiese Versammlung polarisierte in diesem Jahr mehr als viele Male in den vergangenen Jahren: Die JHV des FC Schalke 04 fand in der Veltins-Arena statt. So voll wie diesmal war es noch nie, so emotional schon viele Jahre nicht mehr. Das Geschehen auf Schalke konnte man hier quasi live verfolgen. Mein Protokoll (einfach von unten nach oben lesen).

Mein Nachtrag: Hier ist das Video-Interview mit Peter Basa, der mir eine Einschätzung gibt, was er glaubt, wie es weiter geht – und mir erklärt, was er nicht versteht.

 

ENDE

18.51 Uhr: Etwas schade ist natürlich, dass das Vereinslied gleich ohne mich erklingt. Aber ich mach mich jetzt hier vom Acker. Wie einst Reif sagte: „Schleich dich.“ Jau! Das mache ich. Mit der Wette, dass Tönnies mit riesiger Mehrheit gewählt wird, verabschiede ich mich. Glück auf aus GE. Und später: Das Video mit dem Vianogo-Mann, der die Geschichte von Tobias (18) erzählte. (ist halt ein symp-Name…) Tschüss!

18.44 Uhr: Tönnies hat sich sehr kurz gehalten, hat das Graben-Bulldozer-Bild wieder aufgegriffen. Jetzt gehen die Leute zu den Urnen; ich schenke mir heute meine Stimmen. Bleibe in meiner Rolle des beobachtenden Bloggers. Auszählung folgt gleich.

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18.35 Uhr: Es ist nun vergleichsweise langweilig geworden. Ich mach hier gleich glaube ich den Abflug, nach der Wahl zum Aufsichtsrat spätestens. Wobei: Die ist geheim, deswegen wird’s dauern. Das erspare ich mir glaube ich. Kann mir vorstellen, dass ihr eh nicht mehr so richtig dabei seid. Kann’s verstehen… Scheint eigentlich die Sonne? Arenadach ist zu, vom Wetter kriegt man hier nix mit.

18.27 Uhr: Während Peter Lange hier gerade seine Wahlrede für den Aufsichtsrat hält, lichten sich die Reihen etwas – verständlich, nach 270 Minuten. Und es ist noch nicht vorbei… Klar ist jetzt schon: Diese JHV ist eine besondere, eine, die lange haften wird, eine, die Geschichte schreibt. Auch wenn es keine historischen Ergebnisse gab und gibt.

18.22 Uhr: Yeah! Habe gerade Peter Basa aus Velbert (den hatte ich heute Mittag schon zweimal erwähnt) abgefangen und ihn gefragt, was er nach der langen Rede-Liste und seinem Auftritt auf der Bühne sagt. Leider kann ich das Video-Interview jetzt noch nicht hochladen. Kommt nach.

18.18 Uhr: Jetzt ist das Ding durch: Der Vorstand ist entlastet. Die Mehrheit der Stimmen entfiel auf die Entlastung. Nun ist der Aufsichtsrat dran. Auch da: deutliche Stimmenmehrheit.

18.04 Uhr: „Ich kann es nicht ab, hinter den Zecken zu stehen. Ich bin angetreten, dass wir unter den ersten Dreien stehen.“ Und jetzt sagt Tönnies, er stehe zu Uli Hoeneß – sorry Clemens, warum das denn jetzt? Ach, er will sagen, was er vom Wert der Freundschaft versteht. Nungut, er will ja wiedergewählt werden heute.

18.02 Uhr: „Ich bin stolz darauf, dass wir die Chaostage hinter uns gelassen haben“, sagt Tönnies. Ich weiß, was er meint. Aber wenn man diesen Tag so erlebt, versteht man es nicht so ganz…

20130629-180603.jpgClemens Tönnies

17.58 Uhr: Tönnies: „Dieser Tag, diese Stimmung hier tut mir weh. Schalke wäre nach Magath vor die Hunde gegangen, wenn wir nicht zusammengestanden hätten.“ Peter Peters macht in seinem Bereich einen guten Job. Er ist manchmal etwas hölzern, aber er ist ein guter Mann. „Wie viele Bulldozer soll Clemens Tönnies noch anschaffen, um diese verdammten Gräben zuzuschütten? Ich bin zutiefst beleidigt, wenn ich in den Blogs lese, wie peinlich es ist, dass der Tönnies in den Doppelpass geht und das Vereinslied singt. Da bin ich doch stolz drauf!“ Er fordere diese Blogger auf, mit ihm auf die Lichtung zu gehen. „Ich habe monatelang nicht geschlafen, für diesen Verein.“

17.54 Uhr: Heldt denkt vermutlich gerade: Clemens, alte Säge, watt willze trinken?“ Tönnies sagt nämlich gerade: „Ich bin stolz, dass ich ihn zu Schalke geholt habe.“ Jetzt, bei einem Treffen bei ihm, habe CT gefordert: „Wir brauchen Siegertypen, keine Filigran-Akrobaten am Ball. Ich bin durch mit solchen Leuten! Bevor wir Leute holen, müssen wir die Mentalitätsfrage stellen. Charakter geht vor Talent.“ Verboten in seinem Umfeld habe er: „Wir haben verloren, aber schlecht gespielt haben wir nicht. Das will ich nicht mehr hören.“ Jeder dürfe mal einen schwächeren Tag haben, aber dann müsse er vorher zum Trainer sagen und das sagen.

17.51 Uhr: Sechs Minuten Pflichtaussagen, jetzt Persönlich: Clemens Tönnies redet von seiner Freundschaft zu Huub Stevens („Er ist durch und durch Schalker“), von Jens Keller, der „zum Abschuss freigegeben wurde – von Medien und Fans (Ja, habt ich denn keinen anderen gefunden?)“. Tönnies: „Keller ist ein guter Trainer!“ Sozialkompetenz, Fleiß, Disziplin, Fachwissen als Fußballlehrer. „Wisst ihr was? Ich bin die Trainer leid, die Schalke als Bühne benutzen!“

17.45 Uhr: Er geht zu Punkt 3 der Tagesordnung: Bericht des Aufsichtsrates.

17.41 Uhr: Tönnies: „Es ist heute ein Tag, wie ich ihn auf Schalke noch nicht erlebt habe, wir haben alle viel Prügel eingesteckt.“ Abstimmung über Viagogo? „Ich bin Versammlungsleiter und habe eine Tagesordnung, an die ich mich halten muss.“ Er sagt auch: „Wenn hier etwas unfair abläuft, dann meldet euch. Dann steige ich in den Ring!“

17.39 Uhr: Heldt: „Bitte nicht denken, mit Viagogo hätte ich gar nix zu tun. Ich Hänge da auch mit drin.“ Sagt, er wolle nicht, dass der Eindruck entstehe, hier säßen nur böse und ein guter auf der Bühne. Er sagt auch, man könne eben nicht alles abstimmen. Er könne nicht jedes Mitglied fragen, ob man Christian Clemens verpflichten solle oder nicht. „Es muss auch so etwas wie Verantwortung bekommen.“

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17.36 Uhr: Jetzt sagt Heldt was zu Goretzka. Der sei ab dem 1.7. Schalker. Alles sei korrekt abgelaufen, das Angebot sei fristgerecht eingereicht worden. Man sei aber Nachbar des VfL und wolle das gütlich regeln. „Wir werden das aber hinbekommen. Können aber nicht einfach sagen: Jetzt legen wir noch mal ein bisschen was drauf.“ Leon sei traurig, Heldt kündigt aber an, schnell wieder mit dem VfL an einen Tisch zu kommen.

17.33 Uhr: Peters spricht jetzt Erhalt von 50+1 an, von Stehplätzen. Er sagt, es bestürze ihn, dass hier falsche Fakten genannt worden seien. Spricht Barta direkt an: „Wir haben schon festgestellt, dass wir auseinander waren, aber nicht so weit weg voneinander. Ich als Finanzvorstand kann nicht sagen: Ach, diese lächerlichen 1,2 Millionen im Jahr.“

17.30 Uhr: Ende der Rednerliste. Jobst redet jetzt. „Was mich nachdenklich macht, ist, dass wir an einem Punkt die Sachlichkeit verlassen habe.“ Wiederholt: „Wir werden genau draufschauen ab Montag – und in zwei Jahren hinterfragen.“ Pfiffe! Peters: „Das ist bewegend, geht uns und mir unter die Haut.“ Gegengerade: „Ooooah.“

17.23 Uhr: Gerd Rehberg spricht. Ihn erschrecken die Angriffe. „Was wir hier erleben, ist nicht im Sinne des Leitbildes.“ Er sagt, man sehe ihn hier traurig und betroffen. „Gehässigkeiten gehören hier nicht hin.“ Rehberg spricht von einem Riss durch die Mitgliedschaft – nicht nur wegen Viagogo, sondern auch im Auseinanderdriften der verschiedenen Gruppierungen. Ein Ordner neben mir fragt seinen Kollegen: „Wann fängt das Spiel eigentlich an?“ Muahahaha, Riesen-Lacher!

17.17 Uhr: Nun spricht einer übers Fanverhalten. Er prangert Negativ-Banner an und fragt sich, warum in der 80. Minute immer der Heimweg-Trubel einsetzt. Das Gerät hier allerdings zur Randnotiz. Ich find das ja ganz gut und richtig… Na immerhin, er bekommt doch etwas Applaus.

17.09 Uhr: Huch. „Peters raus!“-Rufe, nachdem der einem Redner hier sanft ins Wort fällt, als der berichtet, dass er es unsäglich finde, dass ein Vorstandsmitglied gesagt habe: „Schalke ist keine Demokratie.“ Tönnies bittet Peters um Einhaltung, denn er hat gerade ja nun auch eigentlich kein Rede-Recht.

17.02 Uhr: Oh, cool! Mein Gesprächspartner Peter Basa aus Velbert steht oben. Er redet über seinen Fanclub-Kumpel Tobias (18). Der wurde wegen der Unterschriftensammlung aus dem Stadion verwiesen. „Und jetzt stehen wir hier gleich vor der Entlastung des Vorstandes… Ich wünsche mir, dass wir zeigen, dass wir SO nicht mit uns umgehen lassen.“ Übrigens dankt Tönnies hier jedem Redner nach seinem Auftritt artig. Guter Umgang!

,20130629-165944.jpgRoman Kolbe, Autor im Schalke Unser

16.59 Uhr: Jetzt Roman Kolbe, man kennt ihn aus Fan-Ini und als Autor des Schalke Unser. „Ich bin nicht gekauft“, sagt er. Er fragt: „Wollen unsere Mitglieder Viagogo oder nicht? Lasst uns doch heute abstimmen – gerne ohne rechtliche Konsequenzen. Sie brauchen doch ein Stimmungsbild!“

16.56 Uhr: Schorlemmer: „Ich schäme mich für einen Verein, der einen Partner hat, der all das macht, was ich in meinem Verein nicht will.“ Er macht einen Vorschlag zum Ausstieg: Er will bei der Vertragsstrafe, die dann fällig wird, dass der Club sie auf die Zahl der Mitglieder umlegen solle. Er würde dann den Betrag von seiner Person und neun weiteren bezahlen – „Warum? Weil ich mich so schäme!“ Großer Applaus.

16.55 Uhr: Kumpel und Malocher können sich heute übrigens recht günstig verpflegen: Wurst, Cola, Pils (0,3 l) kosten 2 Euro.

16.51 Uhr: Als Tönnies gerade die Rest-Redner verriet, ging ein Raunen durch die Runde. Warum? Weil sich alle so auf Peter Wendt freuen, den der Clemens hier eben nannte. Der ist bekannt – nein berüchtigt – für langes Quasseln, und das bei jeder JHV. Immer. Stefan Schorlemmer ist jetzt aber erst dran – und er, im Sakko mit Vianogo-Aufkleber auf der Brusttasche, entschuldigt sich. Höflich: „Ich bin schon der zwölfte Redner, ich weiß; aber da müssender jetzt durch.“

16.45 Uhr: Jetzt hab ich kurz nicht aufgepasst: Ein Redner, dessen Name ich mir nicht gemerkt habe, sagt gerade was Gutes – oder sagen wir: etwas, das ich unterstreiche. Jobst sei hier unstreitig derjenige, der sich die meiste Häme abgeholt habe. Man könne ihm aber nicht zum Vorwurf machen, dass er in seiner Position nicht wie alle anderen mit vollem Herzen und gebürtig Schalker sei. „Im Gegenteil, das kann sogar gut sein. In seiner Rolle hilft es, wenn man mit etwas Distanz an die Arbeit geht.“ Jawoll, Volltreffer. Nicht jeder, der für Schalke arbeitet, muss Fan sein. Die Drauf- oder Außensicht aus dieser Perspektive hilft. Ende meines Kommentars.

16.41 Uhr: Ohje, jetzt noch acht Redner. Tönnies fragt, ob es auf Zustimmung stößt, die Rednerliste dann zu schließen. Die Versammlung ist dafür. Ich auch, ich auch! (siehe Kommentar unten…)

16.36 Uhr: Volker Kraft redet jetzt. Hups, er will was positives zum Verein sagen. Er finde die Ideen des Vorstandes gut. Er stelle keine Karten bei Viagogo rein, und wenn jeder so handeln würde, gäbe es dort auch fast nix zu kaufen. „Und jetzt rede ich über Sport. Dafür sind wir ja heute hier.“ Nunja, so richtig Recht hat Kraft damit nicht, oder?

16.20 Uhr: Bei der WAZ gibt es übrigens auch so einen Ticker wie hier. Mir fällt dort gerade auf, dass wir Minute 141 haben. Dafür ist es hier noch recht kurzweilig. Verflogen, die Zeit. Michael Meinberg war gerade dran, er auch gemäßigter als die anderen. Jetzt ist „Otto vom Lotto“ (so nennt er sich selbst) oben – Reinhard Brömmel heißt der wirklich. Er finde Viagogo genauso doof wie Ebay. Es gehe bei Viagogo um 300 teure Karten. Er möge die Heuchelei nicht. Die teuren Karten beim Galatasaray-Spiel, sagt Brömmel, seien doch „Karten aus unseren Reihen“ gewesen. Sorry, bin dann mal eben bei Twitter gucken, ob das so klingt, als sei seine Stimme vom Vorstand gekauft. Eins noch: Brömmel plädiert für Fairness und Toleranz – und geht mit Applaus.

16.14 Uhr: Zellin sagt auch zu Jobst: „Wer Schalke nicht liebt, sollte Schalke verlassen.“ Teilt jetzt auch gegen die aus, „die unsere Fanvertreter sein wollen. Viagogo ist einstimmig durch den Aufsichtsrat gegangen, das macht mich betroffen. Ich persönlich habe zu euch kein Vertrauen mehr.“ Applaus.

20130629-161557.jpgFrank Zellin

16.12 Uhr: Während Vianogo-Protagonist Frank Zellin spricht – von lächerlichen 1,2 Millionen Euro, von Prostituieren, fragt Jobst, „watt datt Dingen kostet, wenn Sie den Vertrag kündigen – denn jeder Vertrag ist kündbar“ -, wird bei Twitter diskutiert. Es geht um den Redner Braucksiepe. So stehe ich dazu: Tweet.

15.53 Uhr: Bea Busch spricht, tendenziell über Fanprotest gegen den kommerziellen Fußball, dann auch über Viagogo. Nach ihr folgen Frank Zellin und vier oder fünf weitere Redner in der nächsten Rutsch. Alles hier wiederzugeben, kann ich nicht schaffen. Drei Meinungen habe ich hier mal exemplarisch vorgestellt. Mal sehen, was der Vorstand am Ende daraus macht. Alles einfach wegwischen? Das ist zu befürchten, denn eigentlich ist der Standpunkt des Vorstandes schon vorher klargemacht worden. Die Frage wird sein, ob der hier heute entlastet wird. Busch sagt, ihre Stimme habe der Vorstand nicht – oh Wunder, es wird applaudiert, vor allem von der Gegengerade.

15.50 Uhr: Braucksiepe jetzt. Er ist ruhiger, nicht erzürnt wie seine beiden Vorredner. Er vermittelt zwischen zwei Positionen, versucht es zumindest. Er nimmt auch die Perspektive des Vorstands ein. Lobt die Begrenzung auf 100 Prozent über Ticketpreis. „Ich bin froh, dass es bei uns schwer ist, Karten zu bekommen. Das ist doch nur so, weil wir so ein toller Club sind.“ Er spielt aufs Wachstum des Vereins an, auf wirtschaftliche Grundlagen. Er wird mit Pfiffen von der Bühne verabschiedet. Tja, so ist das hier hält heute.

15.48 Uhr: Eckl spricht vom zerstörten Mythos, ist entrüstet. Warum, fragt er, sei er in seinem privaten Leben inzwischen Drohungen ausgesetzt? Er setze seinen Fuß nicht mehr in die Arena. Der Vorstand habe ihm sein Schalkeleben genommen.

15.42 Uhr: Barta wird gefeiert. Er hat gute Worte gewählt. Gute Rede geschrieben. Jetzt kommt Vianogo-Protagonist Michael Eckl – den durfte ich beim Gastspiel in Bremen kennenlernen. Er ist nervös, nicht so ein Bühnenstar wie Barta. Auch er kritisiert den Deal mit Viagogo. Fragt Peters: „Wie wollen Sie die Sicherheit gewährleisten, wenn sich jede Zecke für die Arena eine Karte besorgen kann.“ An Jobst: „Sie erteilen Platzverweise, weil Schalkefans Infos rund ums Stadion über Viagogo verteilen und sagen, sie müssten ihren Partner schützen? Wer, frage ich, schützt uns Fans vor Viagogo?!“ Applaus. Eckl spricht auch Buchta und Tönnies direkt an. Der Mythos Schalke sei zerstört.

20130629-154035.jpg Stefan Barta

15.38 Uhr: Barta im Vianogo-Shirt. Er ist Buchautor. Habe noch nie den Bedarf gehabt, bei einer MGV was zum Vorstand zu sagen. Diesmal fühlt er sich gezwungen. Ihm breche sein blau-weißes Herz auseinander. Er spricht von undemokratischem Verhalten im Verein. Er spricht vom Kumpel- und Malocherclub und sagt, wenn dem Vorstand an diesem Klischee und verbreiteten Slogan gelegen wäre, gäbe es die 10×300 Eintrittskarten pro Spiel hier in GE nicht. Man, der erntet Applaus. „10 x 300 Karten für Kumpel und Malocher HIER IN GELSENKIRCHEN.“

15.35 Uhr: Die Mannschaft wird jetzt ins Trainingslager entlassen. Tönnies eröffnet die Aussprache zu den drei Berichten. Stefan Barta, Michael Eckl, Ralf Braucksiepe und Beate Busch kommen vor. Jeder hat drei Minuten Redezeit.

20130629-171248.jpgKyriakos Papadopoulos ist einer der beliebtesten im Publikum vor Beginn der Versammlung. Am dichtesten umlagert.

15.31 Uhr: Heldt traut sich jetzt was – kann er auch. „Ja, auch wir haben Fehler gemacht.“ Kein Pfiff. „Unser Weg muss sein: wir zusammen gegen die anderen. Wir sind der geilste Club der Welt.“ Selbst in der Stimme nimmt er viel rein in die Rede. Die Leute hier erheben sich, als er geht. Im Innenraum, auch auf der Gegengerade. Aus-GE-bufft. Hoffentlich nicht geblufft, aber man nimmt es ihm ab.

15.24 Uhr: Achtung, es gibt Applaus für einen Neuzugang aus Dortmund. Santana bekommt nur wenige Pfiffe. Das sehr ich so wie die Mehrheit hier – aber das ist durchaus neu. Der wertvollste Neuzugang sei vielleicht aber auch der beste Co-Trainer, den es in Deutschland gibt, „Triple-Gewinner Peter Herrmann“. „Drei Titel, sei ganz ruhig, Peter, erwartet hier von dir keiner. Zumindest nicht in den ersten drei Monaten.“ Denkt hier noch jemand an Viagogo?

20130629-171125.jpgJens Keller sitzt hier in der ersten Reihe.

15.18 Uhr: Ist übrigens langweilig gerade. 😉 Jule, Joel, Sead, Max Meyer – alle kriegen ne dicke Schippe Lob. Zurecht! Und Heldt dankt den Fans für die Unterstützung beim Halbfinale der A-Jugend. „11.000 – unglaublich! Kein anderer Verein, kein anderer, hat einen so guten Unterbau wie wir.“ Flauschangriff! Butterweich. Aber er hat ja Recht. Hups, bei der Erwähnung von Wörns als neuer Jugendtrainer gibt es zwei Pfiffe. Heldt: „Ach ja, der war ja mal in Leverkusen. Na gut, uns mag ja auch keiner…“ Der Mann ist gut. Wirklich gut!

15.15 Uhr: Danke für die Blumen, Volker! (s. Kommentare)

15.08 Uhr: Damit ist nun also die erste Welle abgeebbt. Der Deich hat vorerst gehalten. Aber nach Heldts Ansprache, die nun sicher einige einfangen wird, geht es ja mit der ersten Aussprache weiter. Ich atme durch. Und bin gespannt.

15.06 Uhr: Ach ja, erfolgreich scheint der Horst ja auch zu sein. Das erscheint in dieser Transferperiode fast allen so. Sein Moment des Jahres: Das Tor durch Höger beim Derbysieg in Dortmund. Jetzt blickt er auf die Saison zurück. Auf die Trennung von Huub. Er dankt ihm. Es gibt ein paar Einspieler von Toren, von Derbysiegen. Das sieht man ja gern…

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15.02 Uhr: Jobst wird persönlich, rührt ein wenig in der Stolz-Suppe, endet mit Glück auf. Es gibt Applaus, weniger Pfiffe als zwischendurch. Man man, der hat ordentlich Lack abbekommen. Nun Horst Heldt – ujujuj, ein Vorstandsmitglied, das mit Applaus – und keinem einzigen Pfiff – empfangen wird. „Habt ihr Bock, über Fußball zu reden?“ Der Mann ist halt bühnenaffin, smart, nett. Und sieht ja auch ganz lässig aus…

14.56 Uhr: Puh. Jobst kommt jetzt schon vier Minuten ohne Pfiffe aus. Er hat sogar Applaus bekommen – denn er hat gesagt, er wolle sich nicht auf dieses Thema reduzieren lassen. Mehr als 5 Millionen Euro mehr habe man erlöst, neue Partner wie Condor und andere. Man wolle die Tradition bewahrend auch mutige Schritte gehen – nicht nur auf ausgelatschten Pfaden wandeln. Und er sagt: Ja, man haben bei Viagogo sicher einen Schritt zu viel gemacht, die Reaktionen unterschätzt. Aber das sei nur ein Baustein. „Wir legen, erst recht nach der Viagogo-Diskussion, in der Zukunft Wert darauf, das Leitbild einzuhalten.“ Er fordert Respekt ein.

14.50 Uhr: Hach, Stimmung. Jobst sagt, er nehme die Kritik ernst. Das Thema habe ihn in den letzten Monat extrem beschäftigt. Mitteilung: man geht drei Schritte auf die Kritiker zu.
1) Ab übermorgen wird genau auf die Vereinbarungen geschaut. Pfiffe. Tönnies (Versammlungsleiter) mischt sich ein, zitiert aus dem Leitbild: „Rücksichtnahme auf die anderen, Toleranz.“ Pfiffe – denn genau das Leitbild zitieren auch immer die Viagogo-Gegner.
2) Werden genau überprüfen, ob die befürchteten Benachteiligungen eintreten. Nämlich, wenn Tausende Tickets überteuert eingestellt werden. Dann werde der Vertrag nicht verlängert.
3) Dann werde Vertrag so schnell wie möglich beendet. Dann wäre bereits nach zwei Jahren Schluss.

14.47 Uhr: Jobst geht das Thema Viagogo an. „Lasst uns darüber sprechen – und zwar in aller Ruhe!“ Zwischenruf: „Wir sind der Verein.“ Er spricht bei 3,6 Millionen Euro von einem lukrativen Sponsorenvertrag. „So dicke hat’s der Verein auch nicht…“ Er spricht von persönlicher Haftung der Vorstandsmitglieder. Schalke sei vertragstreu, der Vertrag für drei Jahre werde eingehalten. „Wir sind Schalker, und du nicht“ schallt von den Rängen der Gartengerade.

14.42 Uhr: Das war klar: Marketing-Vorstand Alexander Jobst ist dran und wird auch ganz schön angeraunzt. Pfiffe! Bämm! „Ticketing.“ „Buuuuuh, pfuuuuui!“ (Er hat das böse Wort gesagt…)

14.40 Uhr: Peters: „Jede Entscheidung habe ich, haben wir nach bestem Wissen und Gewissen getroffen. Ich verstehe auch, wenn einige Entscheidungen gewissen Interessengruppen nicht gefallen.“ Für jene sei er kein Erfüllungsgehilfe. Heftige Pfiffe von der Gegengeraden, wo sich die Gegner einiger dieser Entscheidungen offenbar zusammengefunden haben. Tönnies: „Ich hab gedacht, wir haben ne JHV und nicht den BVB hier im Haus.“

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14.36 Uhr: Ich hab vorhin beim Reinkommen mit drei Jungs vom Fanclub Blaue Gesellen Velbert 2002 gesprochen – alle drei im Vianogo-Shirt, mit Vianogo-Unterstützer-Schal. Sie setzten darauf, dass es eine Aussprache nach jedem TOP geben werde. Dieser Wunsch ist erfüllt. Nun hoffen Sie auf eine Abkehr vom Viagogo-Deal. Das wird hier heute unter TOP8 vom Vorstand dargelegt – und dann wird es vermutlich heiß. Peter Basa aus Velbert, der mit dem Gelb-Roten Schal, sagt: „Das wird ein länger Tag hier. Unter vier Stunden geht das bestimmt nicht aus…“
20130629-152605.jpgTom Pereira, Kevin Hohler und Peter Basa (v.l.) von den Blauen GEsellen Velbert sind gegen Viagogo.


14.28 Uhr:
Jetzt geht’s um Kohle: Verbindlichkeiten (die im Geschäftsbericht stehen und hier nicht wiederholt werden). Zweitstärkstes Umsatzjahr der Geschichte trotz des Verzichts auf mögliche Transfererlöse. Abbau der Schulden, dadurch Zinsersparnisse im vergangenen Berichtsjahr um 1,3 Millionen Euro. „Geld, das wir anders einsetzen können!“, sagt Peters. Die anderen Dinge erspare ich euch hier.

14.25 Uhr: Nachdem der Quatscher DJ Dirk jetzt gerade kurz irrelevante Fragen an die Mannschaft gestellt hat und das Team mit viel Applaus empfangen wurde, jetzt Pfiffe – laute Pfiffe. Finanzvorstand Peter Peters ist dran mit seinem Bericht. Vorher noch zwei Anträge: Einer davon von Anne Bühner-Walleit, der andere nicht so relevant (Rubbellose). Anne Bühner beantragt, dass es eine Aussprache nach jedem TOP gibt, nicht eine generelle am Ende. Tönnies sagt: Ja, das ist so und das halten wir heute auch so.

14.16 Uhr: So, eingerichtet: Tach aus der Donnerhalle. Hier ist es richtig, richtig voll. Es gab auch schon ein paar Pfiffe: Als Clemens Tönnies als Aufsichtsrats-Vorsitzender hier die Versammlung eröffnete und sich bedankt, dass so viele Leute gekommen sind. Pfiffe, weil einige Mitglieder dem Verein unterstellen, er habe ein Unterhaltungsprogramm rund um die JHV aufgebaut, um möglichst viele Leute herzukommen, die eher auf Vereinslinie stimmen als andere. Mal sehen, wie das hier wird.

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10 Antworten to “JHV: Schalke, Tönnies, das Geld und die Viagogo-Vianogo-Klamotte”

  1. Volker 29. Juni 2013 um 14:52 #

    Danke aus dem Münchner Norden für eine neutrale Übertragung des GEschehens!
    … wo kann ich den Ton lauter stellen? 😉

  2. Tom Gradius 29. Juni 2013 um 16:26 #

    Ja, danke!

    Anderwo haben die Agitatoren die Übermacht und verfälschen die Berichterstattung erheblich.

  3. Schalker aus der Ferne 29. Juni 2013 um 16:36 #

    Großes Dankeschön und halte durch!

  4. Dirk 29. Juni 2013 um 17:16 #

    Gute Berichtetstattung.
    Hab die JHV wegen der unsäglichen Viagogo-Diskussion sausen lassen. Könnte mir diese dummen Hau-Drauf-Parolen nicht über die ganze Zeit anhören. Nur schade das ich Wendt verpasse 🙂

  5. joha 29. Juni 2013 um 18:47 #

    Du darfst erst gehen, wenn der Wendt geredet hat!
    Im Ernst: Vielen Dank für den Ticker, hat mich prächtig (und ausgewogen) informiert!

    • weckenbrock 29. Juni 2013 um 18:48 #

      Na dann muss ich noch ein Jahr hier sitzen… 😉 Freut mich, wenn’s dir gefallen hat.

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  1. Trainer Baade » Anforderungen an Profis immer höher - 29. Juni 2013

    […] „Jeder darf mal einen schwächeren Tag haben, aber dann muss er vorher zum Trainer und das sagen.“ […]

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