Grund zur Skepsis: Analyse, Teil 2 von 2

8 Mrz

Nach dem erfrischend sicheren 4:1-Sieg in Wolfsburg, den ich schon am vergangenen Sonntag analytisch betrachtet und mich dabei auf die Hoffnungsseite konzentriert habe, hat auch ein paar Dinge offenbart, die skeptisch machen mit Blick aufs Derby. Meine Analyse, zweiter Teil.

  • Ich habe Sorgen um unsere Doppelsechs. Das hat a) mit der Sperre von Jermaine Jones zu tun und b) mit der Form von Roman Neustädter. Zur Sperre muss ich nicht viel sagen: Jones ist unser Drecksack, unser Aggressiv-Leader und zweifelsfrei in jedem Spiel gelb-, manchmal gar platzverweisgefährdet. Darum ist so eine Sperre bei ihm nichts außergewöhnliches. Und vielleicht schützt sie uns auch davor, im Verläufe des Derbys mit einem Mann in Unterzahl zu geraten. Aber das ist Quark: Das Fehlen wiegt schwer – vor allem auch, weil es unsere stärkere Hälfte im defensiven Mittelfeld trifft. Neustädter hat vergangene Woche für mich seinen Tiefpunkt auf Schalke erreicht, was die Leistung angeht. Man muss dazu sagen, dass er wohl schwer angeschlagen ins Spiel gegangen ist – eine Erkältung schwächte ihn immens. Das sah man an Körperhaltung, Reaktionsschnellig- und Konzentrationsfähigkeit. Das wird beim Derby aber auskuriert sein. Und wenn man ehrlich ist: Er war in den vergangenen vier Monaten schon ein Schatten seiner selbst aus den ersten Monaten dieser Saison. Was hab ich ihn gelobt, was hab ich unser Management für seine Verpflichtung gelobt. Er war omnipräsent – und vor allem für mich so unerwartet stark. Inzwischen habe ich die Befürchtung, er hat damals bis zur Nominierung für die Nationalelf über seinen Fähigkeiten agiert. Aber das kann ja eigentlich nicht sein. Wer spielt nun neben Roman, der spielen muss, weil uns die Alternativen fehlen? Es wird wohl auf Marco Höger hinauslaufen, dessen 2:0 im Herbst den 2:1-Sieg in Dortmund quasi perfekt machte und das ich mir gerade noch mal genüsslich angesehen habe – ein perfekter Konter war das damals über ihn, Holtby, Huntelaar und ihn. Höger kann das spielen und ist für mich als Jones-Ersatz alternativlos. Ich hätte mir dort noch gut Joel Matip vorstellen können, doch der ist krank und wird wohl ausfallen. Das bedeutet nun: Abwehrkette durchwürfeln oder Uchida auf rechts bringen. abwer durchwürfeln wird durch Matip eh schon nötig. Da Papadopoulos zwar im Lauftraining, aber noch immer nicht fit ist, wird Metzelder ins Abwehrzentrum rücken und neben ihm Höwedes gebraucht. Den würde ich auch ungern wieder nach außen abgeben, das ist einfach nicht seine Rolle. Auf links bleibt Kolasinac für mich gesetzt, eventuell wäre aber auch er eine Variante für innen. Tja, da ist viel Arbeit in der vergangenen Trainingswoche nötig gewesen. Was man so hört, ist: Sie wurde auch geleistet. Dienstag zweimal. Intensive Vorbereitung auf zwei Spiele – das Derby, dann das CL-Rückspiel.
  • Punkt 2: Unser Sturm. Bastos und Farfan sind absolute unkritisch, Draxler ebenfalls. Nur bin ich noch nicht davon überzeugt, dass Huntelaar seine Ladehemmung mit dem Tor zum 4:1 in Wolfsburg abgelegt hat. Zu sehr rannte er dort auch noch falsch über den Platz. 90 Minuten vor dem Anpfiff unseres Spiels in WOB kickte in der dritten Liga Preußen Münster im Nachbarschaftsduell und Spitzenspiel gegen den VfL Osnabrück. Dort erzielte Mehmet Kara binnen 25 Minuten in der ersten Halbzeit drei wunderbare Tore. Ich dachte damals schon: lieber den im Team als den Hunter in seiner jetzigen Verfassung. Klar, das war zwei Klassen tiefer. Aber ob der Huntelaar die drei Dinger gemacht hätte – ich bezweifele das stark. Nun hörte ich, er Plage sich seit Wochen mit einer Wunde am dicken Zeh herum. Das wird sicher schmerzen, vielleicht ist das neben der psychischen Seite (wenn’s nicht läuft, dann läuft’s nicht) auch ein Faktor, der ihn beeinträchtigt. Was mir hier aber fehlt, ist die Hoffnung, dass der Knoten geplatzt sein könnte. Dazu geben auch seine eher leeren Interviews aus dieser Trainingswoche keine Hinweise – für mich wirkt er da nicht sonderlich angefixt (wobei er da immer ziemlich weichgewaschen war).
  • ***
    Mehr Skepsis ist aber auch nicht.

    Fazit: Die Hoffnung überwiegt, und das sorgt einen Tag vor dem Derby für große Vorfreude – vielleicht ja auf ein so starkes Spiel wie das in Dortmund oder das am Samstag gegen Wolfsburg…

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