Grund zur Hoffnung: Analyse, Teil 1 (von 2)

3 Mrz

Dieser Samstag brachte die Rückkehr des FC Schalke 04, wie wir ihn von den ersten Wochen dieser Saison kannten. Das verdiente 4:1 in Wolfsburg ist ein Grund zu großer Freude. Was spricht für eine Fortsetzung dieser Freude – und wo lauern Gefahren für ein abruptes Ende? Eine kleine Analyse in zwei Teilen. Heute: Hoffnung.

HOFFNUNG

  • Das 4:1 war kein glücklich zu Stande gekommener Sieg, schon gar nicht war er eben so erkämpft. Er war herausgespielt durch starken und aggressiven Kombinationsfußball in der Offensive und eine starke Verteidigungsarbeit, die den Gegenspielern sehr wenig Zeit und Raum ließ. Dazu kam der schnelle vortrag des Balles, ein schnelles Umschalten, das Wolfsburg schwer zu schaffen gemacht hat.
  • Darum wird dieser Sieg nachhaltig sein: Er hat den Spielern gezeigt, was sie wirklich können. Er gibt das angenagte Selbstvertrauen zurück. Er lässt sie Dinge versuchen und solche Dinge besser funktionieren. Er sorgt insgesamt wieder für bessere Stimmung, kommt für eine intensive Vorbereitungswoche mit Elan gerade Recht: Das Derby ruft.
  • Die Mannschaft festigt sich in ihren Rollen: Wir schaffen es inzwischen, die Papadopoulos-Lücke mit Bordmitteln zu schließen, ohne andere Problemstellen aufzureißen: Höwedes und Matip funktionieren zurzeit gut. Auf links sind wir mit Kolasinac deutlich besser und zugleich zukunftsweisender besetzt als mit Fuchs. Der bleibt uns aber als Vertreter erhalten.
  • Nach dem Holtby-Weggang hatten wir zwangsläufig eine Lücke im offensiven zentralen Mittelfeld. Die zu schließen scheint gelungen: Julian Draxler hat gestern auf der Position das beste Spiel seines jungen Profilebens gemacht. Wie er den Ball streicheln kann, mit wieviel Übersicht er ein Spiel lenken kann, das bringt er nun voll in die Spielmitte ein. Er wird wieder schwächere Spiele haben, klar. Aber Schalke hat seine wahre Rolle gefunden. Draxler ist der besser Holtby.
  • Die Lücke auf dem linken Flügel schließt Michel Bastos. Er ist vielleicht sogar der bessere Afellay. Mit seiner Verpflichtung ist unserem Manager offenbar ein Coup gelungen. Bastos ist etwas weniger zielstrebig aber dafür vielleicht am Abfall sogar noch etwas stärker als auf rechts Farfan. Mit diesen beiden haben wir nach den Bayern die vom Potenzial her vielleicht beste Flügelzange Deutschlands.
  • Wir sind offenbar auch endlich unsere unfassbare Torwartnot los: Hildebrand hat in den vergangenen Wochen endlich mal wieder Hundertprozentige vereitelt, starke Sporaden gezeugt, Bälle gehalten, die man nicht unbedingt halten muss. Wochenlang hatten wir das Gefühl, dass jeder Ball auf unser Tor ein Treffer war. Das hat sich geändert.
  • Es gibt die Chance für eine neue Sicht auf Trainer Jens Keller: Schrieb ich gestern von seiner nachvollziehbaren Vergrätztheit, sehe ich nun zwei Optionen: Entweder es heißt, wir gewinnen trotz Keller, oder es heißt, seine Philosophie und Arbeit trägt jetzt die ersten Früchte – oder zumindest Knospen. Abgesehen davon, dass jeder zweitens verdient hätte: Ich glaube auch daran.

  • Was fällt euch noch als Grund zur Hoffnung ein? Ich freue mich auf Ergänzungen in den Kommentaren.

    Advertisements

    Kommentar verfassen

    Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

    WordPress.com-Logo

    Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

    Twitter-Bild

    Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

    Facebook-Foto

    Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

    Google+ Foto

    Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

    Verbinde mit %s

    %d Bloggern gefällt das: