DFB-Pokal: Schalke – Mainz 0:1 – Halbzeitkritik

18 Dez

Neuer Trainer, neue Art der Stimmung in der Kurve, neue Erkenntnisse – aber leider keine neue Frische in Beinen und Köpfen unserer Elf. Zur Halbzeit gegen Mainz sieht es nicht berauschend aus.

Die Umstände:

Der neue Trainer Jens Keller, seit zwei Tagen in Amt, sagte zurecht: am fußballerischen Vermögen und der taktischen Ausrichtung könne er nicht arbeiten in so kurzer Frist. Aber mit den Jungs sprechen. Was hat er getan? Für mich lange überfällige Wechsel vorgenommen. Holtby und Matip, mit den Gedanken woanders oder überspielt, raus. Metze und Marica als zweite Spitze rein – und Höwedes in die Innenverteidigung statt auf außen, wo er nicht am richtigen Ort war. Das sind gute Entscheidungen. Huntelaar gurkt weiter herum, aber einen internationalen Star rauszunehmen, dazu gehört eben noch etwas mehr Mut.

Wir gestalten das Spiel gegen eine sehr dicht stehende Mainzer Elf, die super verteidigt. Sehr zweikampfnah und -effektiv. Und doch kommen wir immer wieder durch. Aber nicht entscheidend, nicht zwingend. Die Fülle unserer Torschüsse war gerade mal semigefährlich. Stark dabei sind unsere außen Farfan und Draxler, wobei die sonst so heißen Tandem-Situationen auf den Bahnen fehlen. Ihnen fehlt Unterstützung aus dem Rücken. So sind sie zu Einzelaktionen gezwungen, die natürlich auch mal im Nichts enden.

Unser Torwart: hält einfach keinen Ball. Keine Frage, der einzige(?) Torschuss der Mainzer aufs Tor war nicht übel. Aber es ist frappierend: Man erinnert sich zurzeit einfach kaum daran, dass einer unserer Torhüter mal einen schweren Ball gehalten haben. Das bricht uns auch das Genick.

Und dann ist da noch der Punkt Atmo: Die Ultras stehen im Herzen der Kurve und schweigen. Und um sie herum entwickelt sich ein zartes Pflänzchen namens Support. Kein Dauersingsang, keine kreativen Melodien oder dickschmalzigen Texte, die wir so lieben, weil sie von Hingabe künden. Sondern ein echtes Kutten-Schaaaaalke, das uns abhanden gekommen war. Das aber weit mächtiger sein kann als die x-te Wiederholung von „Ich bin für dich geboren“. Klar, das darf durchaus noch lauter werden. Aber daran wird der aktive Teil der Kurve arbeiten. Aus dem Oberrang links und rechts entsteht auch immer mal wieder was. Die Varianz der Chants ist limitiert. Aber ich fühle echtes Herz, Leidenschaft und einen Bezug auf das, was auf dem Rasen passiert. Es dreht halt niemand dem Spiel – um das es uns allen in erster Linie geht – den Rücken zu. Irgendwie Parkstadion, nur Catweezle fehlt.

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