Europa-Euro: Dieser Uefa-Plan ist schlachtenbummlerfeindlich

6 Dez

Uefa-com_kopie

Die Uefa hat sich vorhin dazu entschieden, die Euro 2020 in ganz Europa stattfinden zu lassen. Damit wird unmöglich, was bei uns seit zwei Kontinental-Turnieren schöne Tradition hat. 

Vor vier Jahren bin ich mit fünf Freunden erstmals mit einem Wohnmobil nach Österreich gereist und habe dort die Vorrundenspiele und das Viertelfinale der EM 2008 live im Stadion verfolgt. Wir hatten uns für „Follow-My-Team“-Tickets beworben, keinerlei Karten im Vorverkauf bekommen, sind trotzdem – ganz ohne Tickets – hingedüst und belohnt worden: Wir haben noch Karten ergattert, zu erschwinglichen Preisen sogar.

2012, also diesen Sommer, das ähnliche Procedere noch mal, diesmal allerdings „nur“ zu viert: Wohnmobil gemietet, in die Ukraine gefahren und bis zum Viertelfinale dem deutschen Team überallhin gefolgt. 

Das wird nun 2020 so gut wie unmöglich sein: Wer da als echte Schlachtenbummler seiner Mannschaft folgen will, der wird mehrere tausend Kilometer zurücklegen müssen. Es wird von Lissabon nach Warschau, von Glasgow nach Athen gehen, von Istanbul nach Kopenhagen. Das ist nicht nur ungemütlich mit dem Wohnmobil, sondern unmöglich. Bedeutet: Wir müssten aufs Fliegen ausweichen. Das allerdings ist vermutlich – und dafür muss man wahrlich kein Prophet sein – reichlich teuer. 

Was trieb die Uefa zu dieser Entscheidung? Es soll sich um eine Idee des Chefs Michel Platini gehandelt haben, die wohl auch aus der Not der „schlechten Bewerber“ heraus geboren wurde: Türkei, Georgien und Azerbaidschan oder Schottland/Irland/Wales waren den Herren aus dem Exekutivkomitee offenbar nicht gut genug. 

Wenn man ehrlich ist, ist die Idee, damit das Zusammenwachsen und die Einheit Europas deutlich zu machen, eine ganz schöne. Aber an die Fans, sagen wir mal die, die für ihr Team viel investieren und es leidenschaftlich unterstützen, ist das Käse. Absoluter Käse. So werden wir vermutlich in den unterschiedlichen Metropolen keine echten Schlachtenbummler vorfinden. Fans, die mal für ein Spiel der deutschen Elf nach London reisen, klar. Aber das Phänomen des Nachreisens, das das besondere auch für uns bei unseren zwei Sommertouren ausgemacht hat, das wird entfallen. 

Die Tendenz zum „Eventbesucher“ wird damit gestärkt. 

Ich find’s schade. Zum Glück bleibt uns noch Frankreich 2016…

 

Über die Entscheidung sind viele Kommentare abgeben worden. Mein Eindruck: Sie fallen eher negativ aus. Über die Entscheidung berichten u.a. SpOn, welt.de, der Guardian (man beachte die Kommentare…), goal.com, kicker.de – und überraschenderweise sehr positiv: uefa.com.   

 

 

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Eine Antwort to “Europa-Euro: Dieser Uefa-Plan ist schlachtenbummlerfeindlich”

  1. Madeline 8. Dezember 2012 um 17:34 #

    Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass die EM auf die ganze Eu verteilt einem Mehrwert f??r Fans und den Sport abgeben wird.

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