Who the f*** is Arsenal London?

25 Okt

Arsenal

Die besten Fangesänge entwickeln sich. Sie kommen spontan, irgendwann, mitten im Spiel. Sie müssen leicht sein, einprägsam oder megasimpel. Nach einer einfachen Melodie, die jeder kennt. Ein, vielleicht DAS Beispiel: „Steht auf, wenn ihr Schalker seid.“ Ein neues, heute entstanden, wenngleich nur für Arsenal einsetzbar: „Who the f*** is Arsenal London?“

Nach der Melodie von „Glory, glory Halleluja“ (daher kenne ich die Melodie jedenfalls) haben wir heute ab der 80. Minute gesungen: „Who the fuck is Arsenal London? (repeat 2x) Who the fuck is Arsenal?“ Schön ist so ein spontaner Chant, wenn er sich gut anhört und alle mitsingen. Richtig schön ist er, wenn er passt, quasi den Nagel auf den Kopf trifft. Denn das Kanonenrohr der gefürchteten Gunners war heute verstopft. Weil wir es geschafft haben, das so namhaft besetzte Team am Spiel zu hindern. Entnervt haben wir die Gunners. Wer ist eigentlich Arsenal?!

Das darf man guten Gewissens fragen, wenn man das spielerische Moment dieser eigentlich so heimstarken Mannschaft sucht. Arsenal rühmte sich vorher damit, im neuen Emirates Stadium auf internationalem Terrain noch nie verloren zu haben. 16(?) Spiele ungeschlagen – ich weiß es nicht mehr ganz genau. Aber spielt ja jetzt auch keine Rolle mehr.

Arsenal scheiterte, weil Arsenal nicht das spielte, was es von den Namen her können müsste. Und das lag ganz sicher nicht nur am FC Arsenal selbst, sondern auch am Gegner. Ja, und da sind wir bei einem weiteren fiesen kleinen Chant: „Gegen Schalke kann man mal verlier’n.“ Vor allem, wenn Schalke so spielt wie heute. dabei war Schalke deutlich weniger mutig als noch am Samstag beim deutschen Meister. Die Mannschaft war ziemlich defensiv ausgerichtet, man spürte, dass der erste Auftrag hieß, hinten zu sichern. Mehr noch als gegen Dortmund, als Schalke schnell begriff, dass der BVB von Anfang an konfus agierte. Das nutzte Schalke zu eigenen mutigen Impulsen. Das war in London eher anders. Das bedeutet nicht, dass der Gast nur mauerte und herausschlug. Aber der Drive nach vorn war weniger stark ausgeprägt als in Dortmund. So kam es auch, dass wir in der Vorwärtsbewegung mehr Fehler gemacht haben und weniger genial kombiniert. Wieder einmal besonders dabei aufgefallen: Joel Matip. Er holt hinten viele Bälle. Aber er ist es auch oft, der Bälle dann entweder zu leichtsinnig oder zu riskant weiterspielt. Jedenfalls fallen mir schon lange vor allem bei ihm immer wieder gefühlt unnötige Fehlpässe in der Spieleröffnung auf. Er sollte die einfachen Bälle bevorzugen und den Rest Neustädter, Höger oder Jones machen lassen.

Aber was meckere ich eigentlich? Das ist gar nicht nötig. Denn genau diese Abwartestrategie hat uns die Bahn zum Sieg geebnet. Die Basis war ein immens(!) starkes Defensivverhalten. Über Neustädter braucht man eigentlich gar nicht mehr zu reden – er ist seit Wochen für mich der Keyplayer in unserem Spiel. Unheimlich agil, viel unterwegs, mit einer ungemeinen Ruhe und Übersicht ausgestattet. In der Spielzerstörung und -eröffnung gleichsam extrem versiert. Das wusste ich vorher nicht, er war mir gar nicht groß aufgefallen letzte Saison. Auch darum halte ich seine Verpflichtung für die beste unter mehreren guten Entscheidungen des Managements in den vergangenen Monaten.

Dann habe ich noch einen Lieblingsspieler des Abends: Benni Höwedes ist in der derzeitigen Form auf der Innenverteidigerposition nicht mehr wegzudenken. Wenn Papa zurückkehrt, muss aus meiner Sicht Joel weichen. Benni ist zurzeit richtig schnell, gedanklich wie auf den Beinen, und hat heute wahnsinnig viel abgeräumt hinten. Er läuft viel ab, geht im richtigen Moment dazwischen, meistens ohne Foul und mit Erfolg, er sieht, wann er tacklen muss (dann, wenn nix anderes mehr hilft) und war auch dabei heute sehr stark. In der Spieleröffnung ist er zudem deutlich zuverlässiger als Joel. Und er hat’s Maul aufgemacht, irgendwann, als Uchida einen kleinen Hänger hatte.

Fuchs ist auf dem aufsteigenden Ast, machte heute auch defensiv einiges richtig. Nur Huntelaar, trotz des Tores, hat leider nach wie vor einen Hänger: Er vergibt Chancen, die in der vergangenen Saison allesamt zu Toren führten. Im Moment kein Problem, das Team kompensiert das.

So war es ein toller Abend. Kein Galakick, sicher nicht. Aber eine Demonstration unserer Stärke – und mit sieben Punkten der fast sichere Einzug in die K.o.-Runde. Drei fehlen noch, aus drei Spielen… Umso schöner, wenn man gar nicht damit rechnet.

Wir sind Spitzenreiter. „Who the f*** ist eigentlich Arsenal?“

Darf man sich übrigens auch in Hinblick auf die Fankultur fragen. Mein Eindruck: Die ist praktisch tot. Aber dazu blogge ich noch mal extra. Morgen vielleicht.

 

 

 

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