Oh englischer Fußball, was ist aus dir geworden?

25 Okt

Wir sollten dringend zusehen, dass wir von der Vollversitzplatzung unserer Stadien und der ma??losen Erh??hung der Kartenpreise verschont bleiben. Sonst landen wir da, wo wir in England heute sind – und das kann keiner wollen, zumindest dann nicht, wenn das Beispiel Arsenal gestern als Beispiel taugt.

Ich wei??, dass die Fans von Arsenal London nie als die lautesten und wildesten galten. Das ist uns 2001/02 schon aufgefallen, als wir lernten, warum das Stadion „Highbury“ gerne auch als „Library“ verspottet wurde. Das hat mit der Leidenschaft und dem Anfeuerungs-Enthusiasmus seiner Fans zu tun (und passt so gar nicht zu dem, was Nick Hornby so leidenschaftlich in „Fever Pitch“ beschreibt). Wenn man allerdings Highbury als Library bezeichnet, dann wei?? ich f??rs Emirates Stadium nur Trauerhalle als Spottbezeichnung. Von leidenschaftlicher Fu??ballkultur ist das ganz weit entfernt; und ganz weit von dem, was ich mir unter Fu??ball vorstelle und was f??r mich den Fu??ball so sch??n macht.

Wie kann es sein, dass man 90 Minuten lang bis auf f??nf, sechs jeweils sekundenlange Momente von den heimischen Fans nichts, aber auch gar nichts h??rt. Wenn beim Verlesen der eigenen Mannschaftsaufstellung nicht mal ein Zuschauer auch nur klatschen w??rde. Wenn das Vorprogramm zum Spiel daraus besteht, Einspieltrailer von Toren der vergangenen Wochen ??ber sich ergehen zu lassen. Das ist Popcorn, aber Fu??ball ist das f??r mich nicht. Angesichts der aktuellen Diskussion um Gewaltt??ter und Randale bei Fu??ballspielen wird mir Angst und Bange, wenn irgendein Landesminister von der Vollversitzplatzung der deutschen Stadien spricht. Wenn Leverkusen die Preise f??r G??stetickets von 37 auf 67 Euro plus Geb??hren im Vergleich zum Vorjahr erh??ht. Ich sag es ganz ehrlich: Wenn der Fu??ball bei uns so w??re wie in Arsenal, h??tte er f??r mich seinen Reiz verloren.

Keine Frage, wenn Arsenal gewonnen h??tte, w??re sicher auch was zu h??ren gewesen (2001/02 sangen wir nach dem 2:3: „You only sing when you’re winning.“). Aber wenn ich so ans Gastspiel unserer Dortmunder Busenkumpels bei ManCity zur??ck denke, dann war es auch dort so: Nur die G??stekurve war zu h??ren.

Dabei bietet der Stadtteil Highbury sehr viel Potenzial: rund ums Stadion sind Pubs und Kneipen, Arsenal hat da eine deutlich bessere Peripherie als Schalke. Das hat was, vor dem Spiel noch kurz in der Eckkneipe einen Pint zu trinken und dann ins Stadion zu schleichen, das einen Steinwurf entfernt ist. Das tun sie auch bei Arsenal. Aber zum Supporten verleitet das dort niemanden. Dabei ist im Stadion gar nicht auszumachen gewesen, wo ??berhaupt die sitzen, die f??r Stimmung verantwortlich w??ren. Eine Heimkurve oder so. Keine Ahnung, wo die gewesen sein soll. Das war im alten Stadion noch anders. Da hatte man gegen??ber sowie neben dem G??steblock hinterm Tor durchaus zwei Support-Kerne. Gestern: nix. Gar nix.

Wuchs die Entwicklung, gemeinsam im Stadion Lieder zu singen, nicht einst in England? Ich w??nsche mir ein baldiges Aufeinandertreffen mit dem FC Liverpool w??nschen. Dann w??rde ich meine singul??re Betrachtung pr??fen. Fest steht f??r mich dennoch eines: Arsenal ist ein Trauerspiel.

Foto_1Foto_2

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: