Viertelfinale: Fußball ist Spaßkultur

23 Jun

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Rund ums Viertelfinale zwischen Deutschland und Griechenland (4:2, yeah!) hat Wolle sich nun, kurz vor der Abreise aus Gdansk nach Deutschland, noch einmal per E-Mail gemeldet. So ging die #EMTour12 am Freitag und Samstagmorgen weiter:

Der Fußball hat die schöne Eigenschaft, Leute auf eine einfache Weise zu vereinen. Es geht (meistens) 90 Minuten um die Mannschaft. Wir feuern sie an, brüllen sie nach vorne und rasten aus, wenn die Kugel im Netz zappelt.

Freitagabend gegen die Griechen gleich viermal. Tausende haben teils lange Wege hinter sich und viel Geld für eine Karte ausgegeben. Manche von ihnen sitzen in Zivil auf ihrem Platz, diskutieren Spielzüge und stehen auf, um nach den Toren und am Ende zu applaudieren. Andere hängen ihre Fahne lange vor Anstoß an Banden und Ränge, beteiligen sich an der Choreo, stehen durchgehend, stimmen Gesänge an. Der Support ist wichtig. Dazwischen gibt es Fans und Zuschauer aller Couleur.
 

Eine immer größer werdende Gruppe ist die der Fußballtouristen. Sie freuen sich auch über Tore. Aber mehr noch lockt sie das Spektakel, die Unterhaltung, der Partycharakter eines Fußballspiels, weniger das Spiel selbst. Sie binden sich Fahnen oder schwarzrotgoldene Halsketten um, malen sich an, tanzen zur lauten Discomucke des Stadion-DJ, beklatschen weißgekleidete Animateure, die auf dem Rasen herumhopsen und gehorchen dem „Teamspeaker“ namens Stolli, der wie am Ballermann die Stimmung ankurbelt. Die Stunde vor dem Anstoß gerät zur Massenbespaßung, die mit Fußball nichts mehr zu tun hat. 
 

Wenn man dann einem jungen Mädel auch noch erklären muss, dass Thomas Müller zwischen WM und EM im Verein spielt, erntet man ratlose Blicke. Besonders beim Public Viewing trifft man solche Leute. Sie wollen Party machen. Und finden ihn auf der Fußballbühne. So wie am Freitagnachmittag in Danzig, wo Oliver Pocher beim deutschen Fantreff vor rund 100 Leuten „Schwarz und weiß“ grölt. Und auf Deutschlandtrikots unterschreibt.
 

Eigentlich finde ich das alles grausam. Aber so ist Fußball heute. Ein Teil der Populärkultur. Perfekt vermarktet. Trallafitti für die ganze Familie. Und doch wird er immer alle vereinen. Ich muss ja nicht jeden Quatsch mitmachen.
 
Schönen Gruß,
Wolfgang

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