Gastbeitrag: Irgendwo bei Danzig

22 Jun
Am Freitagnachmittag, etwa fünf Stunden vor dem Anpfiff des Viertelfinales gegen Griechenland, habe ich eine Mail bekommen. Wolle und Andi, die Weiterfahrer bis Gdansk auf unserer #EMTour12, haben sich endlich mit News aus dem Camp gemeldet. Hier der Brief von Wolle: 

Wir sind in der Nacht zu Mittwoch am Campingplatz in Jastarnia auf der Halbinsel Hel angekommen. Leider liegt der Platz weit weg von der City. Unsere Hoffnung, dort besser an Infos zu kommen und mit vielen deutschen Fans zusammen zu feiern, hat sich nicht erfüllt. Bis heute sind nur etwa 20 Fans im Camp. Dazu kommt das regnerische Wetter, was den Strandurlaub schmälert und eben viel Aufwand, in die Stadt zu kommen. Mittwoch haben wir mit der Bahn über zwei Stunden gebraucht – zurück das Gleiche nochmal. Donnerstag sind wir mit der Fähre rüber, Zeit gespart haben wir damit aber auch nicht. Rückweg wieder mit der Bahn.

Vielleicht wäre der Platz in Sopot von der Lage her besser gewesen. Immerhin ist heute die Fahrt vom Fancamp zum deutschen Fantreff in der Stadt und später zum Stadion per Bus organisiert. Kostenlos. Und zur Begrüßung gab’s einen Turnbeutel mit Geschenken vom Sponsor. Was will man mehr?

Nochmal kurze Rückblende: Bei unserer Ankunft am Campingplatz war alles dicht. Trotz telefonischer Anfrage am Nachmittag und Mailkontakt mit Bestätigung. Wir haben dann nachts telefonisch den Chef aus dem Bett geholt, der sehr nett war und uns trotz später Stunde einließ. Den Platz betreibt er nur nebenbei. Hauptberuflich singt er nach unseren Infos in einer recht erfolgreichen Rockband, hat schon Hunderttausende CDs verkauft und war gestern auf der Bühne, 400 Kilometer entfernt. Verrückt. 

Ansonsten bleibt festzuhalten: Hel hat viele Wassersportmöglichkeiten. Danzig hat eine wunderbare Altstadt. Die Leute sind freundlich, auch wenn sie kaum Deutsch sprechen und sich auch mit Englisch schwertun.

Beim Treff mit zwei Kartenkäufern gestern lernten wir auch Didi kennen, der uns über den Weg lief und noch Tickets suchte. Zu Fünft saßen wir in einer Kneipe der Innenstadt, tranken Bier (Tyskie) und unterhielten uns über Fußball. Sascha und sein Onkel Michael begleiten Deutschland schon seit 1998 auf den großen Turnieren. Diesmal VF und HF. Didi unterhielt uns mit abenteuerlichen Geschichten über sein von Fußball geprägtes Leben. Er ist ein Allesfahrer mit Heimat Gelsenkirchen. Sein Herz schlägt für Schalke 04, ukrainische Frauen (auch die am Straßenrand) und im Moment Deutschland. Ein uriger und authentischer Typ, der seine Kohle, die er als Handwerker verdient, in Fußball, Frauen und Bier steckt. 

Der Leerlauf endet heute mit dem Spiel. Endlich wieder Deutschland im Stadion. Die Vorfreude steigt.

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