Die Freuden der Anreise, die Tücken der Technik

8 Jun

„Europas“ Vielfalt – Stichwort unseres ersten Tages in der Ukraine, die fu??ballerisch und geografisch zu Europa geh??rt (westlich des Ural), ansonsten aber eine andere Welt ist. Wir sind mit dem Wohnmobil hingefahren, waren nach 23 Stunden dort – und haben Facetten gesehen, die so anders sind. Klar, dass es anders zugehen w??rde in diesem politisch umstrittenen Land ist f??r uns keine ??berraschung. Aber diese Beobachtungen sind schon was besonderes:

1) Grenzen. Wie sch??n ein vereintes Europa ist, zeigt sich immer dann f??r mich am meisten, wenn man L??nder und Nationen durchquert, ohne gef??hlt Grenzen ??berschreiten zu m??ssen. F??hrt man wie wir mit dem Wohnmobil r??ber nach Polen, merkt man das an anderen Schildern, anderen Mobilfunkanbietern – aber keine Kontrollen halten uns auf. Herrlich. 700 Kilometer weiter ??stlich ist das anders. K??fige, Soldaten, Z??llner, Passkontrollen. Aufgehalten, abgestempelt, noch mal warten, noch was abstempeln, Fragen beantworten, halbe Stunde rum, ein paar Meter fahren, noch ein kleiner Check, unfreundlich dreinblickende Mienen. Immerhin: kein Gep??ck-, kein Bodycheck. Das ist wohl alles notwendig, aber ich finde das ??bel. Nationen zu trennen ist nicht mehr zeitgem???? in Europa. Zum Gl??ck!

2) Esel, Pferde am Stra??enrand, alte Menschen, die ihren acht K??hen auf der Weide unterhalb des Weges beim Fressen zusehen – und viele Fu??g??nger, die in der Wallachei am Stra??enrand entlanglaufen, als g??be es kein anderes Verkehrsmittel als die eigenen F????e.

3) Menschen, die weder englisch noch deutsch sprechen. Kein Wort jeweils. Das trifft aber auch auf die Polen zu, mit denen wir sprechen wollten – und zwar direkt an der „Grenze“.

THEMENWECHSEL

Der erste Tag war im ??brigen extrem abwechslungsreich. Die meiste Zeit haben wir damit verbracht, unseren Fernseher EM-startklar zu bekommen. Ergebnis: hat nicht geklappt, obwohl wir gek??mpft haben wie die L??wen. Die Sat-Antenne auf dem gemieteten Wohnmobil lie?? sich einfach nicht ausrichten. Signal auf Astra 1: null Prozent. Wir haben alles versucht. Haben uns sogar von einem wildfremden Menschen aus Ostwestfalen einen PKW geliehen, um nach zwei Stunden vergeblichen Ausrichtungsversuch in die Stadt zu fahren, um eine neue Sat-Sch??ssel zu kaufen. Wir fuhren zu zweit los und kamen nach weiteren drei Stunden us Lviv Stadt zur??ck – ohne Sch??ssel. Elektro-Fachmarkt, Baumarkt, Riesen-alles-Sortimenter, alle hatten keine Sch??ssel im Regal. Gibt’s hier einfach nicht zu kaufen. Kaum zu glauben, Ukrainer schauen Kabel-TV. Oder gar nicht.

Am Abend nach dem verpassten Auftaktspiel neue Hoffnung und ein Vorausblick auf einen m??glicherweise spannenden Samstag: F??r 8 Uhr haben wir uns mit einem WDR-Team verabredet, das Beitr??ge dreht f??r Morgen- und Mittagsmagazin und die Tagesschau. Schon seit zwei Tagen. Gestern: Die deutschen Fans in der Ukraine zwei Tage vor dem ersten Spiel. Heute: deutschen Fans einen Tag vor dem ersten Spiel. Und morgen: die deutschen Fans am Morgen vor… Das wird spannend! Der Deal: Deren Techniker sieht sich unsere Sat-Anlage an. Und: Wir bringen das Team am Abend ins Stadion – auf deren Kosten. Morgen ist der erste H??hepunkt der Reise dran: der erste Spieltag. Das Gute: Durch unsere „Stadtrundfahrt“ heute wissen wir haargenau, wo das Stadion ist.

??brigens: Auf Twitter schreibe ich aktuell ??ber Dinge, die ich hier erlebe. http://twitter.com/weckenbrock

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