Eine kleine Kritik zu Twente – S04 (99% Schiri-Schelte-frei)

8 Mrz
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Dieser Beitrag ist zu 99 Prozent frei von Schiedsrichter-Schelte. Nur eines: Schalke 04 sollte einen Antrag stellen darauf, dass der Mann auch das Rückspiel pfeift. Der hat da noch was gutzumachen…  

Nun aber zum Spiel FC Twente gegen Schalke 04 – oder besser erst einmal zu meinen Erwartungen vor dem Spiel. Denn die muss ich schildern, damit der Leser versteht, wie dieser Blogeintrag zu werten ist. Also: Ich hatte eigentlich Schlimmes erwartet. Aus mehreren Gründen:

1) Unsere Form.
2) Die Form des Gegners.
3) Die gefährlichen Enscheder Flügelstürmer – und was wir denen an Defensivassen außen entgegenzusetzen haben.
4) Das 7:1 von Barca gegen Leverkusen am Vorabend.
5) Das letzte Spiel in Enschede vor drei Jahren.
6) Unsere verletzungs- und sperrungsbedingten Ausfälle.  

Allgemein schien die Stimmungslage bei den Schalker Fans rund ums Stadion vor dem Spiel ähnlich pessimistisch wie meine zu sein. Die, mit denen ich gesprochen hatte, befürchteten im Vorfeld eine Blamage. Es wurde keine (höchstens für den… ach nee, ich hatte ja in der Überschrift was versprochen).

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Schalke spielte mit einer auf einigen Positionen veränderten Mannschaft – gehen wir die auffälligsten Wechsel und mir erwähnenswert erscheinenden Spieler durch. Mit Uchida in der Außenverteidigung hatten die Presseorgane dieser Welt, die sich mit Schalke beschäftigen, gar nicht gerechnet. Man ging eigentlich von Marco Höger aus. Es kam anders, und eigentlich rechtfertigten beide die Entscheidung des Trainers: Sowohl Uchida, der sich zwar so gut wie nie nach vorne traute, der aber defensiv einen ganz ordentlichen Job machte, als auch Höger auf der Sechserposition spielten gut. Höger war sogar einer der besten auf dem Platz. Auch auf der linken Außenverteidigerposition hatten wir kaum Probleme, Fuchs hatte – bis auf eine zu riskante Aktion, als er in der zweiten Hälfte einen Flügelwechsel abfangen wollte, den Ball aber nicht erwischte – auch einen ganz guten Tag erwischt. Jedenfalls war von den gefährlichen Enscheder Außenstürmern, die den PSV Eindhoven vor so riesige Schwierigkeiten gestellt hatten, nicht so viel zu sehen.

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Ganz gut gefielen mir auch der mutige Lewis Holtby. Seine Hereinnahme und das Vorziehen gegenüber Jurado und Draxler war im Nachhinein betrachtet eine gute Entscheidung. Ordentlich auch Jermaine Jones, vor allem bei einem hervorragend gespielten Angriff Mitte der ersten Hälfte, als er lediglich im Abschluss zeigte, dass noch kein Messi vom Himmel gefallen ist.

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Gar keine gute Entscheidung war es offensichtlich, Ciprian Marica zu verpflichten. Der war auf dem Feld eine Fehlbesetzung, war aber auch nur unwesentlich schlechter als Raúl, für dessen gewonnene Zweikämpfe man zum Mitzählen keine fünf Finger braucht. Er hatte zudem sehr wenig mit dem Ball zu tun, er fand einfach nicht richtig statt. Die These eines Fanclub-Kollegen, Raúl sei ein Heimstürmer, belegte er mit seiner Leistung.

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Ansonsten war das, was Schalke spielte, insofern eine Überraschung für mich, als dass es dem Team gut gelang, den Gegner vom eigenen Sechzehner fern zu halten. Selten wurde es richtig gefährlich – noch seltener, das muss man zugeben, allerdings vor des Gegners Tor. Manche Schalker Kombination begann gefällig, endete dann aber in einem schlampigen Abspiel zum Gegner. In der Innenverteidigung ließen Matip und Papadopoulos wenig anbrennen. Davor machten Jones und Höger dicht. So lief die Partie eigentlich auf ein 0:0 hinaus – bis sich Matip einen verhängnisvollen Stellungsfehler erlaubte.

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Was ich nach dem 0:1 nicht verstanden habe, war die Devise, die offenbar von der Bank ausgegeben wurde: Leute, kein Risiko, wir geben uns mit der knappen Niederlage zufrieden. Zwar machte sich die Elf auch zu zehnt noch ganz ansehnlich, aber wenn wir zum Einwurf schritten oder Hildebrand zum Abstoß, dann signalisierten die Jungs nicht, sie hätten Eile und das dringende Ziel, noch den Ausgleich zu schaffen. Auch unsere zwei Auswechslungen in den Schlussminuten – ich fand, sie spielten eher dem Gegner in die Karten. Denn nächste Woche müssen wir erst einmal ein Tor schießen, um zu egalisieren. Twente kann mauern und kontern. Aber vielleicht haben unseren Trainer ja vor dem Spiel ähnliche Befürchtungen geplagt wie mich und viele andere Blau-Weiße. Dass es nach dem Spiel Applaus für unsere Mannschaft von den Rängen gab (was bei Niederlagen nicht eben üblich ist auf Schalke), zeigt mir: Das Erleichterungsgefühl überwog. 

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Erfreulich war der Abend insofern, als das der Rahmen stimmte: Stimmungsvoll und bunt die Ränge, eine tolle Choreo der VAK-P (Twente-Supporters), ein freundlicher Empfang rund um ein wunderbares Fußballstadion, ein guter und lauter Gästemob. So macht Europapokal Spaß; und wenn er dann noch vor der Haustür stattfindet… 

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Pyrotechnik im Stadion ist verboten und kostet den Verein, dessen Fans zündeln, Geld. Viel Geld (gut, im Vergleich zu Profigehältern wenig, aber ein fünfstelliger Betrag ist für mich eine ganze Menge Holz). Ich verstehe nicht, wie ein Teil der Anhängerschaft Pyro gutheißen kann, der von sich behauptet, den Verein innigst zu lieben und ihn in allem Tun zu unterstützen. Das ist schizophren. Die Fackeln wurden zwar immerhin halbwegs kontrolliert abgebrannt und es ist auch keine irgendwohin geworfen worden, aber ich halte es nicht für sinnvoll, unterhalb einer Blockfahne mit Feuer zu spielen (auch wenn die aus nicht brennbarem Material bestehen sollte).

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Schlusswort: Ihr drei Pappnasen!  [ (C) Horst Heldt ]

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