Ja zu Jens Lehmann – unter diesen Bedingungen

3 Jun

Jens Lehmann für ein Jahr zurück zu Schalke 04. Das will die Stuttgarter Zeitung am Himmelfahrtstag aus seinem direkten Umfeld erfahren haben. Ein ziemlicher Scoop, dieser Bericht am Freitagmorgen in der Internetwelt. Und – wie ich finde – eine sympathische Idee, wenn diese Bedingungen gelten.

 

  • Der Vertrag mit Jens Lehmann muss eine klare Verabredung beinhalten: Er wird als zweiter Mann verpflichtet und soll seine Erfahrung an Ralf Fährmann, Schalkes klare neue Nummer 1, weitergeben. Erfahrung hat er reichlich, ist ja auch schon 41 Jahre alt und hat schon viel gesehen von der Fußball-Welt.
  • Der Vertrag darf kein Mehrere-Millionen-Deal sein. Schalke muss Sparkurs fahren, auch mit den unerwarteten Millionen aus dem Neuer-Transfer darf nicht wild herumgeschossen werden. Ein zweiter Torwart muss auch wie ein zweiter Torwart bezahlt werden – ganz gleich, wie viel Kohle er in seinen bisherigen Anstellungen verdient hat.
  • Jens Lehmann muss wieder akzeptiert werden in der Fan-Gemeinde. Das kann man nicht erzwingen und ich erwarte auch nicht, dass sich die Anhängerschaft jetzt wieder umdreht. Jens Lehmann wurde jahrelang auf Schalke ausgepfiffen, obwohl er 1996/97 für uns zum großen Helden wurde. Aber so dreht man sich auf Schalke halt: Wer geht, der ist ein Arschloch, wer das Schalke-Trikot trägt, ein guter Mensch – es sei denn, er kommt vom BVB.

 

Ad 3) Ich sehe das anders: Schalke 04 und seine Fans sollten Stolz sein, wenn einer unserer Spieler es schafft, zu einem größeren Verein zu gehen und uns damit sogar noch eine dicke Ablösesumme einzubringen – egal, zu welchem Verein er geht. Manuel Neuer und Jens Lehmann stammen ebenso wie Ralf Fährmann aus der Torhüter-Schmiede des FC Schalke 04, die wahrlich eine der besseren in Deutschland ist. Herr Matuschak tut offenbar wirklich gutes mit den jungen Schnappern im Schalke-Jersey. Ich finde in der Tat, dass man stolz darauf sein sollte.

 

UPDATE 13.47 Uhr: Das erste Dementi von Schalke 04 hat nicht lange auf sich warten lassen.

 

Was könnte Jens Lehmann Ralf Fährmann beibringen?

  • Psycho-Terror: Gegner durch Blicke, Worte und Taten verunsichern („I keep standing in the middle“…), anstacheln. Stichworte: „Trash talk“ und arrogantes Verhalten.
  • Rauslaufen: Kein Schalke-Torwart war beim Abfangen von Flanken und Eckbällen je so sicher wie Jens Lehmann. Außerdem beherrschte er die Kunst, die TV-Kommentatoren gerne mit „gaaaanz lange stehen bleiben“ umschreiben: die Abgeklärtheit und das Reflexvermögen im Eins-gegen-eins.
  • Englisch.
  • Lebensberatung I: Straßenbahnfahren nach Auswärtsspielen.
  • Lebensberatung II: Was tue ich, wenn ich mitten im Spiel mal ganz dringend Pinkeln muss?

Fällt euch noch etwas ein, was der Jens dem Ralf beibringen könnte? Ich freue mich auf Kommentare.

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    3 Antworten to “Ja zu Jens Lehmann – unter diesen Bedingungen”

    1. Metty 3. Juni 2011 um 09:05 #

      Beibringen, wie man ordentlich mit Balljungen/-m??dchen umzugehen hat.

    2. Matthias 3. Juni 2011 um 11:05 #

      Sollte Schalke Lehmann tats??chlich reaktivieren, dann nicht als "klare Nummer 2", sondern als ein Torh??ter, der sportlich in Konkurrenzkampf mit den anderen Keepern tritt. Alles andere w??re Unsinn. Wenn es nur darum ginge, Erfahrung zu vermitteln, k??nnte man genau so gut bei Norbert Nigbur anfragen.Lehmann ist 41 Jahre alt, mittlerweile seit einem Jahr raus aus dem Bundesliga-Gesch??ft, sein j??ngstes Intermezzo bei Arsenal bescherte im auch nur ein paar Einsatzminuten. Das alles sind Argumente, die f??r Ralf F??hrmann sprechen. Mehr Garantien braucht es meiner Ansicht nach nicht. F??hrmann hat alle Ans??tze, aber er braucht eben auch einen Gro??en, an dem er sich reiben kann. Lehmann hatte einst Vollack und Gehrke, Neuer hatte Rost.Ich war damals beim Stra??enbahnspiel in Leverkusen dabei. Dort (und in den Spielen zuvor) sah ich einen Jens Lehmann, der sich trotz seiner jungen Jahre einfach viel zu zu sicher war. Nach der Partie hat er dann anscheinend h??rter denn je an sich gearbeitet und wurde der Keeper mit der weltweit besten Strafraumbeherrschung. Dass wir heute in der Bundesliga Keeper haben, die bereit sind, aus dem Tor herauszukommen, ist ein Verdienst von Jens Lehmanns Torwartspiel. Oliver Kahn hingegen klebte Zeit seines Fu??ballerlebens auf der Linie. Es war mir immer unverst??ndlich, warum erst J??rgen Klinsmann als Nationaltrainer erkannte, dass Lehmann der komplettere Keeper war.Ich freue mich wahnsinnig auf Ralf F??hrmann. Noch mehr freue ich mich aber dar??ber, dass man sich im Management anscheindend Gedanken dar??ber macht, dass ein 22-j??hriger nicht ad hoc zur unumstrittenen Nummer 1 eines ambitionierten Bundesligisten werden kann.Au??erdem bin ich davon ??berzeugt, dass auch beim Jenselmann mittlerweile eine gewisse Altersweisheit eingetreten ist. Er wei??, dass er nicht mehr realistisch damit planen kann, noch 20+X Bundesligaspiele zu bestreiten. Vielleicht hat er einfach Bock darauf dabei mitzuhelfen, dass Ralf F??hrmann eines Tages an Manuel Neuers Thron kratzen kann. Das Zeug dazu haben beide: F??hrmann und Lehmann.Kurzum: Ich f??nd’s klasse, wenn es so k??me!

    3. oplars 3. Juni 2011 um 11:23 #

      Lebensberatung III: Wie komme ich g??nstig an eine neue Brille.

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