Erzähl doch mal von früher: MSV – S04, Wedaustadion, Nov. 1973

17 Mai
Schalke-duisburg-pokalendspiel

Das Pokalfinale zwischen dem FC Schalke 04 und dem MSV Duisburg steht an. Duisburg und Schalke – zwei Teams, die sich in fr??heren Zeiten h??ufiger gegen??ber standen. An einem Freitagabend im November 1973 zum Beispiel. 16. Spieltag der Bundesliga vor 25.000 Zuschauern im Wedaustadion. Walter Eschweiler pfiff, Duisburg gewann 2:0.

Damals, weit vor meiner Zeit, war Fu??ball noch anders. Langsamer, weniger taktisch durchgestylt, weit weg von Datenerfassungen von Opta oder Impire AG. Und weit weg von elektronischen Einlasskontrollen, Chip-Bezahlsystem oder B??klunder Fan-Box. Auch rund um den Platz ging es ganz anders zu. Ich selbst kann mir das gar nicht vorstellen, habe aber davon gelesen – und fand den kleinen Bericht, den ich nach den Halbfinals las, so interessant, dass ich ihn hier ver??ffentliche.

Es herrschte oft noch Faustgewalt, wie man sie heute normalerweise nicht mehr sieht. Ich m??chte die Zeit hier nicht verherrlichen, zum Gl??ck bin ich selbst nie in eine solche Situation geraten. Und auch f??r das Pokalendspiel in Berlin erhoffe ich mir eine Stimmung, wie ich sie selbst in fr??heren Jahren zu Schalker Finalspielen in Berlin erlebt habe: friedlich, feierlich. Ich w??nsche mir, mit Schalkern und MSV-Fans zusammen einen fr??hlichen und unvergesslichen Tag zu erleben.

Aber zur??ck in die Vergangenheit, in der es anders, oft roher zuging als heute. Klaus A. war damals dabei. Er blickt in diesem Blog auf einen Fu??balltag zur??ck, wie er damals im Revier nicht un??blich war:

November 1973. ??blich war es zu der Zeit, dass man kein Geld f??r eine Eintrittkarte ausgeben wollte – oder anders: Es galt als uncool. In sch??ner Regelm????igkeit wurde das Stadion in Duisburg gest??rmt. Einfach losgerannt auf die Eing??nge, die Ordner brachten sich in Sicherheit und durch war man. Im Stadion sammelte man sich kurz, und dann ging es herein in den MSV-Fan-Block. Die MSV-Fans mussten ihren Standort aufgeben und sich einen anderen Platz im Stadion suchen.

So war die Erwartung auch an diesen Freitagabend beim Flutlichtspiel in Duisburg. Raus aus dem Sonderzug und Richtung Eing??nge, doch dort standen Ordner und Polizei mit Hunden in einer un??blich gro??en Zahl. An diesem Abend wurde nicht gest??rmt, weil auch die Durchg??nge verkleinert waren.

Wir sind dann mit einer kleinen Gruppe zu einem anderen Eingang, ohne Probleme durch und dann im Stadion dorthin gegangen, wo wir als Schalker immer standen. Gro??e ??berraschung: Da standen diesmal gar keine Schalker. Die waren – ganz un??blich – in einer Kurve hinter dem Tor untergebracht.

Wir sind dan vorsichtig wieder raus aus dem Block und merkten dabei: Irgendwas war im Gange. In der Kurve bei den Schalkern sammelte man sich und es ging los in Richtung MSV-Fans. Die Polizei und Ordner, die zur Absicherung da waren, wurden relativ leicht ??berrannt. Als wir dann auf der Gegengerade bei den MSV-Fans ankamen, da rannten die nicht wie ??blich weg, sondern es entwickelte sich eine w??ste Schl??gerei. Wie sich herausstellte, war MSV an diesem Abend verst??rkt mit Fans von Gladbach, RWO und RWE angetreten.

Irgendwann trennte die Polizei die Fan-Lager. Doch auf dem Weg zum Sonderzug wurden wir von der „Mischung“ aufgelauert. Man musste sich wirklich in den Zug hinein k??mpfen, denn am Bahnhof war keine Polizei mehr zu sehen.

Ich kenne das Verh??ltnis nur als angespannt, nicht so wild wie mit RWE und BVB, der MSV-Mob wurde nie richtig ernst genommen von uns Schalkern zu dieser Zeit.

Mit Dank an Klaus A.

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