Meine Rückkehr ins San Siro

8 Apr

War das eine Tour, die nach Mailand! Zwei Tage, eine Übernachtung, zwei Flüge, ein Fußball-Wahnsinn und großartige Stimmung in der ganzen Stadt. Ein Traum. Am Tag nach dem Triumph im Giuseppe-Meazza-Stadion ging ich zurück zur Stätte des Erfolgs. Ich habe den Champions-League-Pokal im Museum blitzen gesehen und ein Stadion, das auch leer eine wahnsinnige Magie ausstrahlt.

Meazza-Stadion? San Siro? Wie heißt es denn nun? Es trägt beide Namen. Mal den einen, mal den anderen. Das habe ich auf einer etwa einstündigen Stadiontour (inklusive Museumsbesuch 13,50 Euro) gelernt. San Siro nennen es die Rossoneri, die Fans des AC Milan. Giuseppe-Meazza-Stadion nennen es die Interisti – nach einem legendären Spieler ihres Vereins. Darum ist dieser Name für die AC-Anhänger vermint. Und die Stadt? Die schildert den Stadionnamen als San Siro aus, nach dem Stadtteil, in dem es steht. Meazza findet man nirgendwo.

Auch sonst ist die Geschichte eines Stadions, das sich zwei Teams, zudem noch zwei große Rivalen, miteinander teilen, immer spannend. 1860 und Bayern München trennen sportlich und finanziell Lichtjahre, deren Geschichte ums Stadion ist darum nur halb so spannend. Aber Inter und Milan trennen nur wenige Punkte in der Liga. Und wenige Millionen im Jahresetat. Sie sind zwei europäische Spitzenteams, auf Augenhöhe. Und die Stadt Mailand ist zweigeteilt – die Hälfte rotschwarz, die andere blauschwarz.

 

Wenn Inter daheim spielt, ist alles im Stadion in blau und schwarz. Die Interisti-Heimkurve ist dort, wo die grünen Stühle stehen. Die Sponsoren-Wände, Bandenwerbung, Reservebank-Beschriftungen – alles für Inter. Und wenn eine Woche später der AC daheim spielt, dann sitzen dessen Fans gegenüber auf den blauen (sic!) Sitzen, dann wird alles rotschwarz dekoriert. Umbauen, jede Woche aufs Neue. Anders in den Katakomben: Inter hat seine sehr spartanisch eingerichtete Mannschaftskabine. Der AC hat seine Kabine mit schick ins Licht gesetztem Vereinsemblem, mit schwarzroten Ledersesseln, mit netten Bildschirmen darüber, auf denen eingeblendet ist, wer auf dem Sitz darunter Platz nehmen darf. Getauscht wird nie – und die Gästemannschaft kommt in eine dritte Kabine. Stets. Es sei denn, Inter spielt gegen Milan. Dann müssen auch die Fans der Gastmannschaft oben auf den dritten Rang in den Gästeblock. Auswärtsspiel im eigenen Stadion, das ist eigenartig.

 

Am Tag nach dem Triumph des FC Schalke 04 zeigte sich sehr deutlich, wie zwiegeteilt Mailand ist. Auf der Straße, erkennbar am Schalke-Trikot, wurde man von vielen Menschen mürrisch angesehen, aber von vielen Menschen auch mehr als freundlich-fröhlich angesprochen. Es kamen alte Männer strahlend auf einen zu und begannen, auf italienisch zu danken, zu loben, sich zu freuen über diese 5 Tore, die Inter der Himmel geschickt habe. Und da waren die Taxi-Fahrer, die einen aus ihrem Auto ansahen, als habe man ihnen gerade das Trinkgeld verwehrt. Und es waren neidische Blicke dabei nach dem Motto: Mensch, was hast du ein Glück, gestern so einen Fußballabend erlebt zu haben.

 

Ja, Mailand ist magisch an einem solchen Tag wie Mittwoch, wenn man zuvor einen 5:2-Sieg seiner Mannschaft beim Champions-League-Sieger miterleben durfte. Und wenn die Sonne bei 24 Grad vom Himmel scheint  Und wenn man am Tag nach dem Triumph die Stätte des Erfolgs noch einmal aufsucht und man sich langsam bewusst wird: Ja, das gestern, das war ein historisches Spiel.

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Noch mehr Fotos von der Rückkehr ins San Siro gibt es auf emspower.de.

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