Inters Weg ins Viertelfinale

4 Apr

Er war nicht gerade, der Weg des Titelverteidigers ins Viertelfinale der Champions League gegen Schalke 04. Inter wurde Zweiter der Vorrundengruppe A und stand im Achtelfinale gegen Bayern schon mit einem Fuß über dem Abgrund. Der Kampfgeist holte die Mannschaft zurück. Besser gesagt: Zwei Spieler trugen Inter durch die Spiele: Wesley Sneijder und der unglaubliche Samuel Eto’o. Ein Video-Rückblick auf die Inter-Auftritte.

Eto’o erzielte in 28 Saisonspielen 19 Tore. Das ist Wahnsinn. Und wenn man sich die Tore in der Chamions League ansieht (abgesehen von einem Elfer, aber der war auch stramm nach oben links verwandelt), dann erkennt man seine Qualität: schnell, saustark am Ball, mit dem Riecher für den Ball und die Situation und mit einem fulimanenten Füßchen für den Torabschluss. Das schlimme ist: Er harmoniert genial mit Sneijder, der oft zusammen mit Dejan Stankovic hinter der einzigen Spitze Eto’o Radau macht. Vor diesem Trio und vor Sneijders Freistößen muss man sich wirklich fürchten – aber da sind ja auch noch ein paar Schwachstellen. Weiter hinten vor allem. Auch die kann man im Video-Rückblick auf die acht Inter-Partien sehen. Die wichtigsten Facts, Videoausschnitte und ein paar Links:

 

FC Twente Enschede – Inter Mailand 2:2 (14.9.2010)

Die Twente-Supporters intonieren vor dem Spiel ihr „You’ll never walk alone“ und Vak-P ziehen ein beeindruckendes Tribünenbanner über der Heim-Tribüne auf („Wherever Twente needs us“) . Dann spielen die Teams in der Grolsch Veste gegeneinander – und trennen sich am Ende 2:2. Inter geht 1:0 in Führung, Theo Janssen gleicht per wundervollem Freistoßtor zum 1:1 aus und geht dann nach einer Ecke per Kopfball mit 2:1 in Front. Eto’o gelingt dann noch in der ersten Hälfte das 2:2. Das war’s. [SPIELBERICHT bei goal.com]

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Inter Mailand – SV Werder Bremen 4:0 (29.9.2010)

Ein Spiel, das auch 7:3 hätte ausgehen können: Inter Mailand schlägt Werder Bremen mit 4:0 – und dreimal trifft Samuel Eto’o ins Netz. Das 3:0 erzielt Wesley Sneijder per herrlichem Chip über Wiese hinweg. Dabei hätte es vor dem 1:0 schon 0:2 für die Gäste stehen können. Das Spiel offenbart: Internazionale kann offensiv einiges – und hat in der Defensive Schwächen, wenn man sie mit steilen Bällen in die Schnittstelle des Abwehrverbundes stört. Aber 4:0, das kann man festhalten, ist deutlich… Die Frankfurter Runschau schreibt von einer „Lehrstunde in San Siro“ und einem Debakel. „Ganz oben im blauen Block des gewaltigen Giuseppe-Meazza-Stadions waren die 600 mitgereisten grün-weißen Anhänger untergebracht. Viel weiter weg vom Geschehen können Zuschauer in der imposanten Spielstätte im Mailänder Stadtteil San Siro nicht sitzen, aber ausnahmsweise haben das etliche Fans von SV Werder Bremen an diesem lauwarmen Abend in der Lombardei irgendwann gar nicht mehr als Nachteil empfunden.“ Lustig ist der Torrjubel von Eto’o nach dem 4:0. Die besten Szenen zusammengefasst:

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Inter Mailand – Tottenham Hotspur 4:3 (20.10.2010)

Verrücktes Spiel! Nach 4:0-Führung für Inter wird’s noch eng. Kapitän Javier Zantti gelingt nach einer tollen One-Touch-Kombination über mehrere Stationen ganz früh das 1:0. Dann sieht Tottenham-Goalie Gomes Rot nach einer Notbremse, den Elfer verwandet Eto’o oben links. Stankovic und Eto’o erhöhen in Überzahl bis zur 35. Minute auf 4:0 – es scheint alles klar. Scheint. Denn nach der Pause kommen die Hotspurs kämpferisch zurück. Einen Spaziergang übers ganze Feld schließt Gareth Bale zum 1:4 ab (selbst der Inter-Schlussmann Julio Cesar wehrt sich nicht). Bale schießt auch die Tore zum 2:4 und zum 3:4, beide in der 90. Minute. Da ist Inter schon gedanklich in der Kabine.

Goal.com schreibt hinterher von einer furiosen ersten Hälfte der Interista im 4-2-3-1 mit Eto’o als einziger Spitze und erneut zwei Treffern. Er bereitete auch noch zwei Treffer vor und war für das Portal der Mann des Spiels.

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Tottenham Hotspur – Inter Mailand 3:1 (2.11.2010)


Die Revanche folgt auf dem Fuße: Die Hotspurs zerlegen Mailand im Rückspiel im eigenen Stadion. Vor der Pause trifft Tottenham aus abseitsverdächtiger Position zum 1:0 (van der Vaart), einen Angriff über links mit scharfer flacher Hereingabe drückt Peter Crouch nach der Pause zum 2:0 über die Linie. Eto’o schlägt zurück: Fantastisch, wie er von der linken Eckfahne aus zurück läuft zum Sechzehner-Eck und dann von dort abzieht – im Stile von Arjen Robben (auf der rechten Seite). Bale macht mit dem 3:1 nach einem Angriff über die linke Seite analog zum 2:0 durch Crouch mit dem 3:1 alles klar. Goal.com schreibt hinterher von Weltklasse-Leistungen der Hotspur-Außen. „Die dort gewonnenen Duelle brachten diesen Sieg.“ Können Uchida und Farfan das nicht auch?

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Inter Mailand – Twente Enschede 1:0 (24.11.2010)

Glanzlos aber hart erstritten. Ein Arbeitssieg. So nennt Goal.com den 1:0-Sieg von Inter gegen Enschede (Spielbericht). Angst darf man haben vor Sneijders Freistößen, in der ersten Halbzeit setzt er einen an die Latte. In der zweiten Hälfte knallt Cambiasso den Ball zum 1:0 in die Maschen. Und Sneijder hätte das 2:0 machen müssen. Aber: Auch Twente traf am Ende noch die Latte…

Inter hat 10 Punkte – der Einzug in die K.O.-Runde steht fest. So ist auch zu erklären, dass…

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Werder Bremen – Inter Mailand 3:0 (7.12.2010)

… Inter im letzten Gruppenspiel bei Werder Bremen nicht nur in komischen Trikots, sondern auch in eigenartiger Formation antritt. Man darf sie getrost als B-Formation bezeichnen. Nach einer Ecke trifft Prödl für Werder zum 1:0. Arnautovis verwandelt eine Flanke von links (einmal mehr) volley zum 2:0. Es gibt Chancen zu weiteren Werder-Toren, auch Inter hat eine gute Szene. Am Ende aber steht es 3:0 (obwohl auch 6:1 drin gewesen wäre), weil Pizarro aus 22 Metern mit der Hilfe des linken Pfostens vollendet.

Sport1.de schreibt: „Werder bügelt Inter ab“. Von befreitem Aufspielen der Bremer ist dort die Rede – und einer stark veränderten Inter-Elf. „Wie erwartet schickte indes Rafael Benitez ein stark verändertes Inter-Team auf den Rasen, so durften die Jungspunde Cristiano Biraghi (Abwehr) sowie Davide Santon und Obiora Nwankwo (beide Mittelfeld) aufspielen.“ Sneijder und Lucio blieben in Italien. Inter konnte es sich erlauben.

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Achtelfinale: Inter Mailand – Bayern München 0:1 (23.2.2011)

80.000 Mann im Meazza-Stadion. Letzte Minute: „Robben fasst sich ein Herz, Inter-Torwart Julio Cesar lässt prallen und Gomez trifft zum vielumjubelten Bayern-Sieg. Nun besitzen die Münchner beste Karten auf das Viertelfinale.“ Das schreibt
Goal.com in seinem Spielbericht. Inter-Trainer Leonardo schonte am Liga-Spieltag zuvor fünf Mann (darunter auch Sneijder). Nun spielten vor Keeper Julio Cesar Maicon, Ranocchio, Lucio und Chivu. Die Dreierreihe davor setzte sich aus Zanetti, Cambiasso und Motta zusammen. Hinter der Spitze des Tannebaums Eto’o agierten Stankovic und Sneijder. Bei Inter verdiente sich Eto’o die Bestnote, bei Bayern Torhüter Kraft, der mehrfach die Null festhielt. Inter wirbelte, Bayern traf.

Vor dem Spieler feiern die Bayern-Buam am Dom.

Die Gäste feuern im Gäste-Block zu Spielbeginn ein paar Pyros ab (und ein Idiot wird auch noch eine Flamme in den unteren Rang)

Am Ende dürfen sie jubeln. Das Tor, der Lucky-Punch, der Grund, warum alle schon fest an den Einzug der Bayern ins Viertelfinale glaubten:

 

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Achtelfinale: Bayern München – Inter Mailand 2:3 (15.3.2011)

Und dann das: dieses Rückspiel und dieses frühe Tor von Eto’o, das Inter neue Hoffnung gab. Wieder ist es ein Tor, das aus einem Steilpass in die Nahtstelle der Abwehrkette hervorgeht. Dann ein Fehler von Torwart Julio Cesar, der den Ball nicht festhalten kann (ja, man kann ihn knacken) und das 1:1. Als Müller dann vor dem Wechsel zum 2:1 trifft, da scheint lägst alles klar. Aber dann kommt die zweite Halbzeit… Sneijder trifft aus dem Nichts nach 62 Minuten auf Eto’o-Anspiel zum 2:2. Dann diese Schlussphase. Was für eine Vorarbeit von Eto’o: Goal.com wird hinterher schreiben: „Es kam, wie es kommen musste: 89. Minute, Eto´o ließ wie so oft Breno wie einen Schuljungen aussehen, nach einem langen Ball ließ er ihn stehen und legte ab zu Goran Pandev, der in die Maschen jagte – Kraft ohne Chance, Bayern hatte es verspielt.“


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