Der Halbfinal-Triumph im DFB-Pokal oder: die x-te Rehabilitation

2 Mrz

Der FC Schalke 04 hat unglaubliches vollbracht und hat mit einem 1:0-Sieg beim FC Bayern München das Finale des DFB-Pokals erreicht. Damit gelang der kürzlich noch so leidenschaftslosen Elf wiederholt eine potenzierte Leistungssteigerung.

Man kann sie nicht verschmähen, die Jungs in den königsblauen Hemden. Denn immer dann, wenn die Stimmung in der Anhängerschaft endgültig gegen die leidenschaftslose Elf und den eigensinnigen Trainer und Manager zu kippen droht, dann ruft das Team wieder eine dieser starken Leistungen ab. Warum, darf man nun endgültig fragen, muss es dafür denn bloß die große Bühne sein? Diese Frage bleibt unbeantwortet, auch nach diesem Blogpost.

Zum Spiel: Nein, die Gäste haben heute Abend nicht spielerisch brilliert. 25 Minuten der ersten Hälfte, die von der zehnten bis zur 35., die waren tatsächlich richtig gut. Schalke drückte, Schalke traf zum 0:1 und hätte eigentlich sogar nachlegen müssen. Man beachte dabei: Den gefährlichen Szenen gingen Standards voraus, dem Tor ein Eckball. Wie oft habe ich mich in dieser Spielzeit über die Ungefährlichkeit unserer Ecken geärgert? Ich sag’s euch: fast in jedem Spiel, das ich live gesehen habe. Und dann diese genial anmutende Kopfball-Kombination über Höwedes und Raùl. Es schien wie enstudiert und es stach. Mitten ins Bayern-Herz.

Die restliche Spielzeit war offen gestanden nicht mehr als eine Abwehrschlacht. Erstaunlicherweise haben sie alle mitgekämpft, nicht nur Kluge, Metze und die, von denen man es stets erwarten darf. Jeff, der unnachahmliche Raùl, selbst Jurado haben sich an der Arbeit nach hinten beteiligt. Hinten standen die Innenverteidiger sehr gut, und ganz hinten dieser Neuer, der koane Gefahr zuließ und so viel Ruhe ausstrahlte, dass ich es kaum glauben konnte. Ein Profi, gefestigt im Charakter und voll fixiert aufs Wesentliche.

Ein anderer Mann ist für mich aber auch ein Sieger: unser Trainer. Auch wenn sein Auge mies blutig aussah, es funktionierte. Magath sah, wie man die Bayern knackt, von mir aus sah er es auch am Wochenende beim BVB-Coup in München. Man stelle sein Team so auf und ein, dass es die Möglichkeit hat, die gegnerischen Außen dauernd bei Ballbesitz zu doppeln. Das klappte lange Zeit, das war der Schlüssel zum Erfolg. Ich bin unsicher, ob ihn dazu nicht vielleicht sogar erst ein Zwang getrieben hat. Es ist hypothetisch – was wäre gewesen, wenn Klaas Jan Huntelaar sich nicht verletzt hätte? Hätten wir ihn dann auf der Bank gesehen und in gleicher Taktik gespielt? Mit praktisch drei Sechsern vor der Viererkette? Oder wäre es die sonst übliche Doppelsechs geblieben?

Stark auch die Maßnahme, auf Hans Sarpei statt auf den zuletzt oft überforderten Lukas Schmitz auf links zu setzen. Er, aber auch Matip war im Vergleich zu seinen vorherigen Einsätzen gar nicht wiederzuerkennen. Und offen gesagt: Wer hätte mit Hans‘ Einsatz gerechnet?

Jetzt geht es nach Berlin. Für Schalke, nicht für Bayern. Im Finale gegen den Meidericher SV – darauf kann man sich nur freuen. Als die Halbfinal-Auslosung lief, da glaubte ich noch, wir hätten das schlechtest mögliche Los bekommen. Nun weiß ich: Ein besseres Los hätten wir nicht bekommen können.

 

BLOG- UND PRESSESCHAU

  • Die Sarpei-Matip-Geschichte sehe nicht nur ich so – danke Matthias für deine Bestätigung.
  • Das schreiben die Ruhr Nachrichten zum Spiel.
  • Im Königsblog wird auch gejubelt.
  • Reviersport.de denkt schon wieder ans Geld und verteilt gute und gerechte Noten.
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