??ber Peer Kluge oder: Wie man mein Lieblingsspieler wird

19 Feb

Ich kann mich seit dem Valencia-Hinspiel nicht mehr bremsen: Ja, ich habe einen neuen Lieblingsspieler. Seit Monaten beeindruckt mich seine Spielweise, immer wieder taucht er bei mir im Blog unter den Besten auf – es ist unser Mittelfeldzerstörer Peer Kluge. Und das hat einfache Gründe.

Ich will es jetzt nicht groß empirisch auswalzen, will nicht Statistiken zu Rate ziehen oder Spielernoten und Opta-Daten vergleichen. Für die Aufnahme eines Spielers in die Kategorie Lieblingsspieler sind meist subjektiv-emotionale Aspekte von viel größerer Bedeutung. Und da überzeugt mich Peer Kluge mit seiner Art „ehrlicher und harter Arbeiter“, der auf dem Platz Taten sprechen lässt, statt die große Klappe zu pflegen.

Manchmal wird schon der Gedanke in meinem Kopfe wach, ihn mit dem „Meister“, mit Jiri Nemec, zu vergleichen. Was waren seine Stärken? Er lief ungemein viel, arbeitete in der Destruktivabteilung hinter den Kreativen und vor der Abwehrreihe, antizipierte, biss sich in Zweikämpfe – und: Er redete nicht viel. Er sprach durch konstant starke Leistungen auf dem Rasen, von ihm sah man kaum Aussetzer, kaum Leistungseinbrüche, kaum sonstige Spiränzkes.

Was hat Kluge von ihm? Gut, die Frisuren könnten kaum gegensätzlicher sein. Aber die Position, die Leistungsmerkmale, die Art, Fußball zu arbeiten und dabei die Klappe nicht aufzureißen, das lässt sich alles prima vergleichen. Es ist zurzeit nahezu deckungsgleich. Gut, Peer hatte in dieser Spielzeit auch Partien dabei, in denen es ohnehin grottig fürs Team lief und er sich dem Leistungsniveau der Mannschaft anpasste. Aber ansonsten ging er voran und war meist überdurchschnittlich gut.

Was mich zu folgender Überlegegung bewegt: Der Trainer müsste mal eine Bundesligapartie zu einem Experiment nutzen. Er müsste mal von seiner Doppelsechs (flache vier) abrücken und taktisch auf die Raute umstellen. Dann könnte er endlich Jurado dort einsetzen, wo er seine Stäken hat, nämlich offensiv hinter den Spitzen und nicht auf links. Auf der Außenbahn würde zwar ein Posten frei, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass Lukas Schmitz dort besser aufgehoben ist als in der Viererkette. Seine Stärken liegen klar im Offensiven, in den Defensivzweikämpfen hat er meist Defizite (man denke daran, wie er im Derby mehrfach alt aussah und sich nur durch überhartes Einsteigen zu helfen wusste). Die Lücke hinten links müsste man so lange mit Matip schließen, wie Pander und Hoogland noch nicht so weit sind. Dieses taktische Spiel würde unserer Mannschaft mE deutlich besser liegen, denn es wäre nicht mehr so sehr auf die Flügel ausgelagert (das würde unseren Stürmern entgegen kommen, deren Stärke gerade nicht das Kopfballspiel ist). Es käme Jurado zugute (mehr Freiheiten in der Zentrale) und – und da bin ich beim Punkt: Peer Kluge wäre einziger Abräumer vor der Viererkette, und das traue ich ihm zu. Zuletzte Joel Matip, davor Christoph Moritz oder Ivan Rakitic: Sie hatten allesamt Probleme, sich mit Kluge so abzustimmen, dass klar wird, wer eher offensiv und wer eher defensiv agiert. Diese ungeklärte Frage wäre mit der Raute automatisch beantwortet. Kluge wäre der ideale Staubsauger.

Warum nicht schon gegen Gladbach testen? Denn offen gefragt: Was steht da schon auf dem Spiel?

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Eine Antwort to “??ber Peer Kluge oder: Wie man mein Lieblingsspieler wird”

  1. sable_rayder 21. Februar 2011 um 15:59 #

    Grunds??tzlich halte ich es auch f??r richtig auf die Raute umzustellen und auch Schmitz nach vorne zu ziehen ist sicher nicht falsch, aber Matip dann nach hinten zu stellen, w??rde die Probleme nur vergr????ern. Er ist viel zu langsam und unbeweglich. Da m??sste man dann eine andere L??sung finden, aber an sich w??re die Umstellung auf die "Werder Raute" sicher nicht falsch.

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