Der (Social-Web-)Weg meines Tickets zum Spiel Schalke – Leverkusen

30 Okt

Heute Abend steht das Spiel Schalke 04 – Bayern 04 Leverkusen in der Veltins-Arena auf dem Programm. Anstoß ist um 18.30 Uhr. Da ich am Abend keine Zeit habe, aber Dauerkartenbesitzer bin, habe ich eine Karte übrig. Das kommt schon mal vor, deshalb habe ich auch seit Jahren keine Dauerkarten-Chipkarte, sondern Einzelkarten, auf Papier gedruckt. Das kostet mich pro Saison rund 15 Prozent des Dauerkarten-Preises mehr, doch ich kann die Karte beizeiten, wenn ich mal keine Zeit habe, selbst ins Stadion zu fahren, an andere – Freunde, Bekannte, Kollegen, den Fanclub – weitergeben. Soweit, so schön. Wenn da nicht diese verflixte Saison wäre…

In diesem Spieljahr ist es irgendwie anders: Die Nachfrage nach Karten für die Arena ist merklich gesunken. Das liegt daran, dass der Verein an der Preisschraube gedreht hat. Das liegt auch daran, dass die Zeit des Arena-Tourismus vorbei ist: Das Stadion ist mittlerweile bekannt. Nach der Eröffnung 2001 war es DAS Stadion in Deutschland, jeder wollte man hin, um Arena-Luft zu schnuppern. Mittlerweile gibt es haufenweise solcher Arenen in Deutschland. Dritter Faktor, warum die Nachfrage gering ist: die sportliche Leistung der Mannschaft beziehungsweise der Erwartungshorizont an Spiele des FC Schalke 04. Das ist insofern paradox, als dass wir wohl nie zuvor einen so namhaften Kader hatten wie in diesem Jahr. Allein die beiden Stürmer Raúl und Huntelaar sind Spieler von Weltformat – doch selbst die ziehen zurzeit nicht.

Jetzt habe ich also mein Ticket vor mehr als einer Woche in meinem Bekanntenkreis loszuwerden versucht – zum Selbstkostenpreis von 25 Euro. Das Interesse war gering, sodass ich nach einigen Tagen vergeblichen Wartens auf Rückmeldung den zweiten Schritt gegangen bin: Ich habe die Karte bei Twitter (@weckenbrock) zum Verkauf angeboten. Mein Tweet wurde mehrfach retweetet, doch die Resonanz auf die Karte war gleich null. Dann habe ich in meinem Fanclub (www.emspower.de) nachgehört – dort waren am Donnerstag auch noch Karten übrig. Also kein Bedarf. Und dann habe ich noch einen Verkaufspost auf die www.schalke-mailinglist.de gesetzt, wo etwa 500 Schalkefans sich täglich mit E-Mails untereinander über das Geschehen im Verein austauschen. Kein Bedarf. Auch nicht für 20 Euro.

Der letzte Schritt war mein Tweet am späten Freitagabend, der etwa so lautete: Verschenke Ticket für Schalke – Leverkusen, Sitzplatz, aber nur gegen Abholung bis Samstag, 12.30 Uhr, in Münster. Daraufhin meldete sich ein entfernt durchs Internet Bekannter, Blogger (www.schalkefan.de) und Twitterer (@schalkefan) aus Münster, bei mir. Er führe mit seinem Fanclub zum Spiel und würde die Karte bestimmt vor Ort für mich los. Nicht auf dem Schwarzmarkt, sondern irgendwo zum Selbstkostenpreis oder drunter. Ich gab ihm meine Karte kostenfrei und sagte ihm, er könne sie für 20, für 15, für 10 Euro verkaufen oder sie verschenken oder zerreißen oder sonstwas damit tun. Hinterher solle er sich bei mir melden.

Nun bin ich gespannt. Die Frage: Wie groß ist der Nutzwert des Social Web diesmal? Bringt’s mir Geld, das ich sonst nicht verdient hätte? Ich bin gespannt. Und hoffe – was viel wichtiger ist – auf drei Punkte heute Abend gegen Bayer 04 Leverkusen.

Dem Nutzer meines Tickets wünsche ich derweil viel Spaß beim Spiel. Und grüß mir die Damen und Herren neben dir aus meinem Stamm-Block. Glück auf!

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