Eine Ansage

18 Jan

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Hallo Liga, wir sind da! Das war das Statement, das der FC Schalke 04 zum Rückrundenauftakt am 17. Januar 2020 an die Konkurrenz, Fußball-Deutschland und die internationale Zuschauerschaft sendete.

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Mieser Start, famoses Ende: So war 2019 auf Schalke

24 Dez

So mies die erste Hälfte des Jahres 2019 lief, so überraschend gut lief die zweite Hälfte. Zum Jahreswechsel, zum Wechsel des Jahrzehnts sogar, können wir am Ende richtig zufrieden sein.

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Alex Nübel und das Herz am falschen Fleck

22 Dez

Jetzt steht endlich fest, welche Entscheidung Alexander Nübel für seine weitere Karriereplanung getroffen hat. Weiterlesen

Zeit für Euphorie: Menschliche Faktoren für den Erfolg

23 Sep

Es wird besprochen wie ein Wunder, dass Schalke mit fast derselben Mannschaft der schwachen Vorsaison nun einen starken Saisonstart hingelegt hat: 5 Spiele, 3 Siege, nur eine Niederlage – und die gegen Bayern. Der Punkteschnitt (10) bei genau 2: Damit landet man am Ende (68) stets im internationalen Wettbewerb. Aber was ist eigentlich anders? Es sind menschliche Faktoren.

Faktor 1: Vielleicht der entscheidende – der Chef-Trainer: Was hat David Wagner getan, um diesen Wandel herbeizuführen? Er hat mit einzelnen Spielern und mit dem Kader intensiv arbeiten lassen und bei Gesprächen offenbar die richtigen Worte gefunden – siehe Amine Harit.

Faktor 2: Eingespieltheit: Wagner lässt wenig rotieren, sondern setzt bisher auf ein gutes Dutzend Spieler, die zum Einsatz kommen. Die Startformation ändert sich von Spiel zu Spiel nur marginal. Das könnte demnächst zu einem Problem reifen, wenn Reservisten oder Spieler, die nicht einmal zum Kader gehören, unzufrieden werden. Aber bis dahin wird sicher auch die eine oder andere Verletzung für zwingende Wechsel sorgen.

Faktor 3: Apropos Verletzung: Dachte man zum Trainingsbeginn mit dem direkten K.o. von Kabak, dem Ausfall von Sané und McKennie durch Länderspiele, den Trainingsrückstand von Schöpf, die Verletzung von Uth… schon wieder an das schlimmste Schalke-Pech, hat sich diese Befürchtung aufgelöst. Im Gegenteil: Es ist kaum Platz für alle im Team, Verletzungen machen uns zurzeit kaum etwas aus.

Faktor 3: Beispiel Innenverteidigung: Wagner ist begeistert und überrascht von Benji Stambouli auf der Position. Der sei überragend aufgetreten gegen Hertha BSC und Paderborn, meinte er, das hätte er von ihm nicht erwartet. Zusammen mit Nastasic oder Sané ist so gar kein Platz für Ozan Kabak. Vier Personen, zwei Stellen. Er muss sich erst ins Team kämpfen, das wiederum wohl nur dann gewechselt wird, wenn der Erfolg ausbleibt oder Verletzungen dazu kommen. Ein anderes Beispiel dafür ist Ahmed Kutucu: Den würden alle gern früher sehen, aber Burgi, der zwar nicht trifft, arbeitet Wagners Auffassung nach perfekt mit – und spielt bisher immer von Anfang an.

Faktor 4: Spieler besser machen: Tja, das ist wohl der zentrale Erfolgsfaktor. Amine Harit ist das leuchtende Beispiel. Aber er ist es nicht allein: Omar Mascarell blüht in seiner Abräumerposition auf, auch wenn er eher Drecksarbeit leistet und darum nicht so sehr schillert. Oder Suat Serdar, der derzeit mit Kampfschwein Weston McKennie ein starkes Tandem im zentralen Mittelfeld bildet. Er arbeitet, ist technisch sehr beschlagen und hat gegen Mainz sogar für uns getroffen – nach wunderbarer Vorlage von Harit… Durch diese Form unserer Mittelfeld-Besetzung sieht man heute viel mehr gelungene Ballbesitzstaffetten als letzte Saison – obwohl die Namen dieselben sind. Schnell vorgetragene Angriffe sind endlich wieder Teil unseres Spiels.

Faktor 5: Der Spaß: Wenn es läuft, dann kommt der Spaß. Und Freude befeuert den Teamgeist. Den sieht man den einzelnen Akteuren an: Sie strahlen Spielfreude aus und haben Bock auf den Ball und dieses Mannschafts-Spiel namens Fußball.

Faktor 6: Die Neuen funktionieren: Zumindest bei einem Spieler, Jonjoe Kenny, kann man das unzweifelhaft behaupten. Bei den anderen gehen wir mal davon aus, dass das nach etwas Eingewöhnung dann auch noch kommt. Nicht wahr, Benito? 🙂

Wie ein Befreiuungsschlag… sah das nicht aus

31 Mrz

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Wunderdinge zu erwarten, das war ohnehin vermessen. Aber ein bisschen mehr Befreiuungschlag hätte der 1:0-Auswärtssieg bei Hannover 96 vielleicht schon doch sein können. Die Mannschaft und ihr Spiel machen keinen Mut, sondern Sorge.

Was bringt uns dieser Auswärtssieg bei Hannover? Keine Frage: Er bringt uns drei Punkte und das gute Gefühl, dass wir doch noch gewinnen können. Er bringt uns den ersten Sieg nach zwei Spielen Stevens/Büskens/Asamoah in der Profimannschaft. Er bringt uns ein dickes Polster vor eben Hannover 96 und dem 1. FC Nürnberg – ein Polster, das so dick ist, dass nichts mehr passieren kann im Hinblick auf ein mögliches Abstürzen auf die beiden direkten Abstiegsplätze. Da lege ich mich hier und heute fest. Und man mag gar nicht daran denken, was gewesen wäre, wenn wir dieses Gastspiel gegen diese limitierte Mannschaft mit dem limitierten neuen Trainer nicht gewonnen hätten. Puh!

Aber dennoch bleibt unterm Strich eine Partie hängen, in der diese Mannschaft, die sonst nun wirklich gar nichts auf die Kette bekommt, das bessere Team war. Hannover hat Schalke 04 ganz schön ins Schwitzen gebracht, Schalke 04 Hannover 96 aber kaum. Die besseren Angriffszüge (bis auf den einen), die besseren Chancen, die größeren Spielanteile hatte Hannover. Das macht mir schon wieder Sorge.

Doch daran arbeiten wir ja gerade. Daran, dass die Mannschaft wieder zu sich findet. Zu ihrem wahren Leistungsvermögen. Das dauert sicher noch einige Zeit, aber wir haben immerhin einen Schritt in diese Richtung gesehen, wenn man auf das nackte Ergebnis schaut. Teile der Mannschaft jubelten, als der Schlusspfiff ertönte. Man sah den Spielern förmlich die Erleichterung an. Der Druck ist groß. Er bleibt groß.

Der blau-weiße Mob in Hannover war beeindruckend. 10.000 Königsblaue in der Landeshauptstadt Niedersachsens – das ist schon eine starke Kulisse, vor allem angesichts des zuletzt Dargebotenen. Aber man muss dazu sagen: Die meisten Fans planen ihre Anreise Monate vorher, also zu einem Zeitpunkt, als noch nicht klar war, in welcher Situation wir uns befinden und mit welchem Fußball wir uns zufrieden geben müssten. Dennoch zeigten sie, dass Schalker als tausend Freunde zusammen stehen, wenn es notwendig ist. Ein gutes Gefühl. Ärgerlich ist aber, dass man sich nach dem Spiel viel zu sehr in Verachtung des Gegners übte als in einer Feier des eigenen Erfolgs, des eigenen geliebten Clubs. Ist es erhabener, den Gegner, der eh schon am Boden liegt, noch zu verhöhnen? Minutenlanges „Hannover fail(s)“ oder „Hannover fällt“, je nach Englisch-Kenntnissen des jeweils Mitsingenden: 96 sollte uns doch schnurzegal sein. Mit der großartigen Melodie kenne ich weitaus bessere Texte… Es geht nur um Schalke 04 (und vielleicht so gerade noch den FCN). Chance vertan. Schade!

Und schon wieder vermöbelt: ManCity fertigt Schalke ab

13 Mrz

Und wenn du denkst, dass es nach einem 0:3 in Mainz, einem 0:4 gegen Düsseldorf und einem 2:4 in Bremen nicht mehr schlimmer kommen kann…

… dann fährst du am besten nach Manchester und lässt dich dort von einem Jungen aus der Knappenschmiede und seinen zehn neuen Kumpels mit 0:7 aus dem City of Manchester Stadium, also called Etihad Stadium, prügeln. Schalke 04 ist nach 18 Gegentoren in vier Spielen nur noch eine Karikatur seiner selbst. Und jetzt kommt der Rasenballsport-Verein aus Leipzig. Man darf gespannt sein, wie oft wir da den Ball aus dem eigenen Netz fischen werden.

Es ist ein Abend zum Vergessen in Manchester, dieser Fußballstadt, die nach meinem flüchtigen Eindruck einer riesigen Baustelle an allen Ecken und Enden gleicht. Und hätte man gewusst, dass der Spaß am Nachmittag am Piccadilly-Treffpunkt in der City mit Schlammschlacht-Fußball dreier Bekloppter auf der Matschwiese neben dem großen Springbrunnen schon der größte Spaß des Tages würde… dann hätte man diese Reise getrost sein lassen können.

Dort am Brunnen trafen sich die knapp 3000 Schalker. Und ehe der Marsch zum Pitch sich gegen 17.15 Uhr in Bewegung setzte, gab es noch eine spannende Show: Rund um die mittelgroße Rasenfläche versammelte sich der in dunkelblaue Bomberjacken gekleidete Mob und sah zwei Einheimischen und einem jungen Schalker beim Schlammkicken zu. „Wir wollen euch kämpfen seh’n!“ und „Steh auf, du Sau!“ waren die begleitenden Gesänge dazu. Dann ging es zu Fuß etwa 50 Minuten zunächst durch eine enge Gasse, in der die akustische Machtdemonstration des Auswärts-Mobs mal wieder ein großer Spaß war, und dann über breite Straßen raus in die Pampa zum Stadion.

Und dann war da diese sonderbare Aufteilung der Fangruppen im COMS: Drei Ränge auf dem South Stand für die Gästefans, rechts und links davon ein paar ganz ordentlich supportende „Cityzens“ – das ist schon sehr speziell. Ebenso die ziemlich einfallslose Fahnenchoreo auf dem South Stand der Heimkurve. Nun…

Und dann das Spiel, bei dem jedes der ersten vier Tore (bzw. der Elfer zum 0:1) per VAR noch mal überprüft wurde. Das nervt! Naja, die Geschichte des Spiels ist anderswo hinreichend erklärt und analysiert. So wird nun abzuwarten sein, ob der Trainer die Mannschaft morgen noch auf das Leipzig-Spiel vorbereiten darf oder nicht. Ich kann es mir kaum vorstellen. Und so sehr ich ihn mag und mir auch Kontinuität wünschen würde: In dieser Situation ist er aus meiner Sicht nicht mehr der richtige. Wie soll er die Mannschaft jetzt noch umdrehen, damit sie nicht weiter Spiel für Spiel baden geht?

Mit schwer hängenden Schultern kam sie nachher noch in die Kurve geschlichen. Ihr schlug nicht mal Wut entgegen, maximal vereinzelt, sondern eher Fassungslosigkeit und Enttäuschung. So vorführen lassen wie an diesem Abend hat sich Schalke 04 gefühlt seit Jahrzehnten nicht mehr. Eine Schmach.

Da bleibt wohl diese kleine Geschichte von vor dem Spiel die einzige schöne Erinnerung an diese Reise: die von Stein schleift Schere um die zweite Eintrittskarte fürs Spiel.

Die rührendste Manchester-Story vor dem Spiel City – Schalke

12 Mrz

Was sich bei Nils, Stefan und Marc-Steffen vor dem Spiel des FC Schalke 04 bei Manchester City abspielte, ist die vielleicht rührendste Schalke-Geschichte zu diesem Auswärtsspiel in England.

Marc-Steffen und Nils waren zusammen aus der Region Heidelberg angereist, und ihr Team zu supporten – aber nur mit einem einzigen Ticket für zwei Personen. Sie wollten an diesem Abend aber unbedingt beide ins Stadion. Darum reisten die beiden Schalker auch zusammen an, so, wie das wahrscheinlich viele andere auch ohne Ticket im Vorfeld getan hatten. Das Problem: an Tickets zu kommen, bezeichneten die beiden antretenden Vereine gegenseitig im Vorfeld als weitgehend aussichtslos. Es hieß, dass Schalke-Fans ohnehin nicht auf die Tribünen außerhalb der Gästeblöcke gelangen würden.

Sie taten es also trotzdem, auch, wenn das Spiel im Vorfeld für Schalke 04 eigentlich als aussichtslos galt. Wie sollte man in dieser sportlichen Krise dem übermächtigen Gegner nach dem 2:3 im Hinspiel hier noch etwas abtrotzen? City gilt als eines der besten Teams der Welt.

Dafür hat Schalke 04 die geilsten Fans der Welt. Nils postete am Vormittag in einer Ticketbörse bei Facebook sein ungewöhnliches Kartengesuch:

„Sind zu zweit in Manchester haben jedoch nur eine Karte. Aus diesem Grund sind wir auf der Suche nach noch einer Karte. Da es unmöglich erscheint wären wir bereit gegen jemand dem es genau so geht um die Karte Schere Stein Papier zu spielen. Der Verlierer verkauft dann seine Karte zum originalpreis an den anderen. 😂“

So der Plan, alles auf eine Karte. Zunächst gab es dazu in der Ticketbörse anerkennende Kommentare, dann wurde das Posting verlinkt und weiter verbreitet. Und zu der Zeit kam es dann schon zum Treffen: Im Crafty Pig, einer Kneipe in der Innenstadt, trafen sich Nils und der zum Duell bereite Stefan, der dasselbe Problem hatte mit nur einer Karte. Schnick-Schnack-schnuck: Stein schlägt Schere.

Nils und Marc-Steffen sind am Abend im Etihad dabei. Und Stefan hat zumindest ein Duell gesehen. Und an einer wunderbaren Fangeschichte mitgeschrieben.