Spitzen-Interview: Benni Höwedes im „Blauen Brief“

8 Nov
Das ist der Blaue Brief mit dem Höwedes-Interview (Quelle: ultras-ge.de)

Das ist der Blaue Brief mit dem Höwedes-Interview (Quelle: ultras-ge.de)

Das ist schon sehr außergewöhnlich: Unser Mannschaftskapitän Benni Höwedes hat vor dem Derby der Redaktion des „Blauen Briefs“ ein Interview gegeben. Das ist das Heft, das die Ultras Gelsenkirchen zu fast jedem Heimspiel des FC Schalke 04 herausgeben. Interessant: Das Gespräch ist wahrscheinlich nicht autorisiert oder glattgebügelt. Es ist 100 Prozent Benni – er verrät viel über sich und seine Gedanken über die Fußballwelt und die Schalkewelt. So ist es ein Plädoyer dafür, dass die Vereine ihren angestellten Profis wieder mehr Sprechfreiheit geben sollten. Warum er mal Undercover in der Kurve stand und wie er über Schalke 04 denkt? Ein absoluter Lesetipp. (Link zum Original-Interview) Weiterlesen

Derbygewinner

30 Okt

Das Revierderby endet 0:0 und schließt damit einen bärenstarken Oktober mit einem zufriedenstellenden Ergebnis ab. Schalke 04 hat sich aus der Krise herausgearbeitet und macht zurzeit Spaß – weil endlich eine Handschrift zu erkennen ist. Dabei gab es im Oktober parallel zum Derby einige echte Gewinner. Weiterlesen

Eingeschnürt, verpackt, gewonnen

16 Sep

Das war ein perfekter Anschluss an die Leistung aus dem Bayern-Spiel: Schalke 04 überzeugt auch beim Gastspiel in Nizza. Und der Mob in Königsblau auch.

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Es ist nicht schwer, geliebt zu werden

11 Sep

Ein offener Brief an die Mannschaft des FC Schalke 04.

Wir Fans und Freunde des FC Schalke 04 sind Kummer gewohnt. Vielleicht sind wir deshalb so leidenschaftlich dabei, wenn wir euch auf dem Rasen zusehen. Wir können gemein sein, aber wir können auch lieben. Selbst nach Niederlagen sind wir treu, auch wenn uns manchmal die Enttäuschung übermannt.

Am Freitagabend gegen 22.30 Uhr waren wir enttäuscht, so, wie wir es immer sind, wenn Schalke verliert. Aber wir waren anders enttäuscht, weil wir zuvor eine Mannschaft gesehen hatten, die uns überzeugt hat. Wir haben euch da unten auf dem Feld eingeschworen, nicht ausgepfiffen. Wir haben euch applaudiert und an den Mythos vom Schalker Markt erinnert. Wir haben euch gezeigt, dass es zwar anstrengend, aber eigentlich einfach ist, uns zu überzeugen: Es genügt, alles zu geben, sich für Schalke zu zerreißen.

Keine Frage: Null Punkte nach zwei Spieltagen, das ist nicht unser Anspruch. Aber unser allererster Anspruch ist nicht der Tabellenplatz. Wir verlangen ehrliche Arbeit von denen, die Millionen verdienen und das S04 auf der Brust tragen. Wenn ihr sie leistet, werden auch die Siege kommen. Und unsere Anerkennung.

Ihr spielt für Schalke 04. Das ist kein normaler Club. Es ist mehr als das. Das sollt ihr wissen. Seit Freitagabend wisst ihr es wieder ein bisschen mehr. Bitte macht einfach da weiter.

Glück auf!

Leihen hat viele Vorteile – eine Replik (Gastbeitrag)

1 Sep

Leihgeschäfte – das war der Titel eines Beitrages gestern, der zu Diskussionen geführt hat. Zusammengefasst habe ich die Nachteile an der Fülle der Leihverträge, die ich sehe – und die damit verbundenen Hintergründe. Es gab Zustimmung, aber es gab auch eine recht deutliche Gegenposition: Auf der Schalke-Mailingliste, einem Dino unter den Internet-Diskussions-Plattformen, wo ich seit etwa 15 Jahren Mitglied bin, schrieb Oliver einen Beitrag, der meinen an Länge noch getoppt hat und in dem er sehr gute Argumente für Leihverträge zusammengetragen hat. Mit Radek Latal hat das auch was zu tun. Mit seinem Einverständnis veröffentliche ich seine Replik, die zu lang gewesen wäre für meine Kommentarspalte, komplett im Wortlaut. Danke an Oliver! Er schreibt: Weiterlesen

Leihgeschäfte

31 Aug

Der FC Schalke 04 betätigt sich in dieser Sommerpause sehr rege auf dem Transfermarkt. Interessant ist dabei die hohe Zahl der Leihgeschäfte: Vier ernsthafte Transfers zu den Königsblauen sind dauerhaft, drei temporär. Was hat das für Auswirkungen? Weiterlesen

Euro-Geschichten

13 Jun img_7563-1

Sommerpause ist Euro-Pause: Die EM 2016 in Frankreich ist das Ziel einer kleinen Freundesrunde. Zum dritten Mal bin ich nach Österreich 2008 und Ukraine 2012 zu den Spielen der deutschen Elf unterwegs. Was man da nicht alles erlebt…

Sonntag, 12. Juni 2016, Lille: Ich treffe Helmut. Er fällt auf mit seinem Dreirad, er nennt es Ritschka. Helmut wurde 1958 geboren, stammt aus dem Südlohner Ortsteil Oeding, einem Dorf im Kreis Borken direkt an der niederländischen Grenze. Heute lebt er allerdings in Münster und ist dort manchem als radelnder Weihnachtsmann bekannt. So radelt er mit Tempo 8 am Spieltagsmorgen durch ein wunderschönes altes Wohnviertel am Stadtrand von Lille in Stadionnähe. Schilder an seinem mit allerlei Plüdden vollgepackten Gefährt künden von seiner Herkunft. Der Weihnachtsbaum auf dem Dreirad verrät seinen Job in Münster. Dass er auf der Suche nach Bier ist, merken wir erst, als wir ihn ansprechen. Er erzählt, dass er am Sonntag zuvor, also vor sieben Tagen, in Münster aufbrach, um die rund 350 km nach Lille zu nehmen. Wo er übernachtet hat, fragen wir ihn. In Bauernhöfen, sagt er, aber gut seien auch Bank-Nachtschalter: warm, trocken, sicher. Da sei es auch schon mal der Fall, dass er in seinem Sammelhut hinterher 5 oder 10 Euro finde. Er müsse erst nach dem Finale wieder heim. Karten habe er nicht – aber mal schauen, was sich so ergebe. Ich habe ihn interviewt, den Helmut, der dabei auch erzählte, was gerade sein zweites Problem sei:  https://youtu.be/7ONPLU5GLFM

Sonntag, 12. Juni 2016, Lille: 17.30 Uhr in einer Bar in einem dieser charmelosen Einkaufszentren mit Kino und Gaststätten in der Nähe des Stadions. Wir trinken ein paar Bier aus der 3-Liter-Heineken-Säule. Als wir aufbrechen wollen, kommt eine Regenschauer runter. Darum gehen wir wieder rein, nehmen noch ein Bierchen am Tresen. Und kommen mit einem Lillianer ins Gespräch, der fließend deutsch spricht. Er sagt mehrfach, er sei zwar in Frankreich geboren, aber habe Deutschland alles zu verdanken. Er studierte Diplom-Ingenieurswesen in Köln. Nun lebt er mit seiner Frau, neben ihm an der Theke, in Lille. Dann erzählt er über sie, die kein Deutsch spricht. Sie heißt Anni – und mit Nachnamen Mpenza. Sie ist die Schwester von Mbo und Emile Mpenza. Als ich sage: „Emile Lokonda“, lacht sie und freut sich offenbar. Ich erzähle, dass Emile Mpenza ein toller Fußballer gewesen sei und er mir und vielen Schalkern mindestens eine Saison lang – 2000 und 2001 – viel Freude gemacht habe. Schnell, torgefährlich. Heute sei er 36, sagen die beiden, spiele nicht mehr aktiv Fußball, sondern sei im Immobiliengeschäft tätig. Und sein Bruder Mbo sei beim belgischen Fernsehen als Fußballexperte. Emile habe ja genug Geld verdient. Anni und ihr Mann wohnten in einem der Häuser von Emile. 300 Meter von hier. Ein großes Haus. Emile komme häufiger vorbei, er achte auf seine Häuser, sagt der Mann von Anni und lacht dabei. Ich nehme Anni in den Arm, freue mich, bitte sie, Emile von einem vernarrten Schalker zu grüßen.